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Tafel 62.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Scilla bifolia. Habitus.
„ 2. Ornithogalum umbellatum. Habitus.
„ 3. Muscari comosum. Habitus (ohne Zwiebel).
„ 3 a. Blüte (aufgeschnitten).
Fig. 4. Muscari botryoides. Habitus.„ 5. Majanthemum bifolium. Blühendes Exemplar.„ 5 a. Fruktifizierendes Exemplar.„ 5 b. Blüte (vergrössert).
und 1 Vorblatt). Blütenstiele aufrecht, länger als das glockige, etwas duftende Perigon. Perigon-blätter 7 bis 8 mm lang, blassblau, mit bräunlichem, oberwärts behaartem Mittelstreifen. — Heimat:Südfrankreich, Ligurien. —■ 4. S. Hispänica Mill. (= S. campanulata Ait., = S. hyacinthoides Jacq.,= Endymion campanulätus Pari.) Aehnlich nr. 620. Blütenstiele jedoch länger, die unteren bis über 2 cmlang, ziemlich weitabstehend. Perigon ziemlich weit glockig. Perigonblätter blau, weiss oder rosa, breiter(bis ca. 5 mm breit). Blütentraube allseitswendig, 6- bis 12- blutig. Staubblätter dicht über dem Grundeoder im unteren Drittel der Perigonblätter entspringend. — Heimat: Iberische Halbinsel, südwestl. Frankreich.
— Mehr nur gelegentlich werden bei uns in Gärten gezogen: 5. S. pratensis Waldst. et Kit. (in der Tracht ähnlichder S. Italica), mit linealischen, gleichzeitig mit den Blättern auftretenden sehr kleinen Blüten (Perigonblätter4 [5] mm lang) und mit 12- bis 30- blutigen Trauben. — Heimat: Kroatien, nordwestl. Balkan, — 6. S. Pe-ruviana L. (= Ornithogalum speciösum Rafin.) mit bis 7 cm dicker Zwiebel und kräftigem Stengel. Blätterbreit-linealisch (bis über 3 cm breit), am Rande gewimpert. Blütenstand eine pyramidenförmige, dichteTraube mit 50 bis 100 Blüten. Stammt aus dem südlichen Mittelmeergebiet (Eignet sich bei uns besser zurKultur in Kalthäusern). /. S. hyacinthofdes L. mit 8 bis 12, am Rande kurz gewimperten Blättern undgleichzeitig entwickelter Traube (50 bis 100 Blüten in den Achseln sehr kleiner, dreieckiger Tragblätter).
— Heimat: Mittelmeergebiet. 8. S. verna Huds. (verwandt mit S. Sibirica) mit 4 bis 6 spreizenden, stumpf-linealischen Blättern, die meist länger als der 7 bis 15 cm lange Stengel ist. Blütenstand doldenähnlich{6- bis 12- blutig). — Verbreitung: Westeuropa (von Spanien über die britischen Inseln bis zu den Faer-Oer).
1. Perigonblätter vom Grunde an abstehend. Blüten in der Regel ohne Tragblätter..... 2.
1*. Perigonblätter am Grunde zu einem kurzen Becher verwachsen. Nur im nordwestlichen Deutsch-land ..........................• . . S. non scripta nr. 620.
2. Blütentraube wenig- (2- bis 8-) blutig. Frühjahrsblüher. Stengel gewöhnlich 2 (seltener 3) Blättertragend.................,.............S. bifolia nr. 618.
2*. Blütentraube meist dicht- und vielblütig (bis über 30 Blüten). Herbstblüher. GrundständigeBlätter zu 3 bis 6, linealisch.....................S. autumnalis nr. 619.
618. Scilla bifolia L. (= S. silvatica Czetz, = S. dubia K. Koch, = Anthericum bi-tohum Scop., = Ornithogalum bifolium Necker, = Rinopodium bifolium Salisb.). Zwei-blätterige Meerzwiebel. Franz.: Scille ä deux feuilles; ital.: Giacinto acceso.
Taf. 62, Fig. 1 und Fig. 361a, b.
-Nach der Form der Blüten (resp. der Knospen) heisst die Pflanze in Siebenbürgen Stärnblämcherim Aargau Tubechnöpf(H) [vgl. Muscari racemosum!]. Da sie bereits sehr früh, oft schon im März („Joseffallt auf den 19. März) blüht, nennt man sie auch Merzäblüemli (Waldstätten); Josefiblüah (Nieder-Oesterreich), Josef ibleaml (Niederösterreich, Oberbayern). Nach einem schwäbischen Aberglauben verursachtdas Riechen an der Blüte [vgl. auch Viola canina und Gentiana verna] Sommersprossen, daher der NameRossmucken (so heissen die Sommersprossen im Dialekt) bei Dillingen im bayerischen Schwaben. In derSchweiz wird Scilla bifolia ferner blaue Wämseli (Kanton Zürich) und Mägetli (Aargau) genannt.
Ausdauernd, 10 bis 20 (40) cm hoch. Zwiebel eiförmig bis fast kugelig (fast bis2 [3] cm dick). Stengel stielrund, zart (aus jeder Zwiebel nur 1 Blütenstengel entspringend).Grundständige Laubblätter meist 2 (seltener 3), breit-linealisch, lebhaft grün, bis 13 mmbreit, an der kappenförmigen Spitze stumpf, den Stengel bis unterhalb die Mitte um-schliessend. Blütenstand meist 2- bis 5- (seltener bis 10-) blutig. Blütenstiele schief auf-recht-abstehend (die untern bis 2,5 [4] cm lang), länger als die Blüten. Tragblätter fehlendoder unscheinbar (selten Tragblätter der untern Blüten ausgebildet, bis 1 cm lang: var.bracteata Tomaschek). Perigonblätter abstehend, 6 bis 12 mm lang, azurblau, seltener