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2. Monocotyledones 2 (1907)
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616. TulipaDidi^ri 1 ) Jord.,(=T.maleolensRchb., = T. öculussölis Koch). Didier's Tulpe.

Ausdauernd, 30 bis 50 cm hoch. Zwiebel eiförmig (bis 3 cm dick), mit kastanien-braunen Häuten. Stengel starr aufrecht, glatt, kahl, unter der Mitte 3 bis 4 breit-lanzettlichebis lanzettliche, + wellige, graugrüne, bis über 3,5 cm breite Laubblätter tragend. Peri-gonblätter gleichgestaltet, scharf zugespitzt, oberseits leuchtend scharlachrot, am Grundemit breitem, verkehrt-eiförmigem, schwarzblauem, goldgelb umsäumtem, oberwärts gezähneltemFlecke, an der Spitze schwach behaart. Staubfäden dunkelpurpurn, kahl. Narben tielgefurcht, gelb, doppelt so breit als der Fruchtknoten. IV, V.

Sehr selten auf Aeckern und Feldern. Einzig in der westlichen Schweiz imKanton Wallis (um Sitten: champs d'Eveque).

Christ hält auch neuerdings diese Tulpe, die bereits ca. 1750 im Wallis (war früher noch häufigerals jetzt) beobachtet wurde, für ursprünglich wild und reiht sie ähnlich wie Bulbocodium (Bd. II, pag. 195)und Iris virescens (Bd. II, pag. 288) den Vertretern der mediterranen Flora des Wallis an.

Allgemeine Verbreitung: Savoyen (St. Jean de Maurienne, Tarentaise:Aime) und Wallis.

CLXI. Erythrönium 2 ) L. Zahnlilie. Engl.: Dog's tooth Violet.

Diese Gattung umfasst ca. 7 Arten, die besonders in Nordamerika verbreitet sind (z. B. das schöngelb blühende E. grandiflörum Pursh aus den Rocky Mountains). In Europa einzig die folgende Art.

617. Erythrönium dens cänis 3 ) L. (= E. maculätum Lam.). Hunds-Zahnlilie.Franz.: Violette, Erythronier, Erythrone dent de chien; ital.: Dente di cane; tschech.:

Kandik. Taf. 64, Fig. 2 und Fig. 361c bis i.

Die siebenbürgischen Namen Kokeschbleamen, Kokeschücher sind aus der walachischenBezeichnung Kokoschei (von kokesch = Hahn) entlehnt. Ebendort heisst die Pflanze auch St repble amen.

Ausdauernd, 10 bis 30 cm hoch. Zwiebel eilänglich, von fleischigen Niederblätterngebildet, mit sitzenden Nebenzwiebeln. Stengel aufrecht, dicht über dem Grunde 2 fastgegenständige, längliche, breitlanzettliche, purpurn gefleckte, in den rinnigen Stiel ver-schmälerte Laubblätter und eine einzige, endständige Blüte tragend. Perigonblätter 6,lanzettlich, spitz, über dem Grunde (in der Höhe des Fruchtknotens) plötzlich zurück-gebogen (ähnlich wie bei Cyclamen!), rosa oder violett (sehr selten weiss), einzelne (besondersdie innern) am Grunde mit einer Honiggrube, gefleckt, jederseits mit einem kleinen Zahn(Fig. 361c). Staubblätter ungefähr halb so lang als die Perigonblätter. Staubfäden kurz,wenig länger als die Staubbeutel (Fig. 361h, i), die innern am Grunde mit den Perigon-blättern verbunden. Griffel bis über 1cm lang, an der Spitze schwach 3-spaltig. Frucht-kapsel verkehrt-eiförmig, stumpf kantig (Fig. 361 d). Samen zusammengedrückt, gehörnt(Fig. 361g), mit sehr kleinem Keimling. II bis IV.

Zerstreut an buschigen Abhängen, zwischen Geröll, in Laubwäldern, bis ca. 1700 m;fast nur auf der Südseite der Alpen.

Fehlt in Deutschland vollständig. In Oesterreich im südlichen Tirol (Val Vestino, Suganer Tal,Ledrotal, Monte Fae, Monte Baldo), in Kärnten (an einigen Stellen im Lavanttal). Krain (verbreitet, dochstreckenweise gänzlich fehlend; im obern Savetal westlich bis Radmannsdorf), in Steiermark (häufig in denBergwaldern von Untersteiermark, nordwärts bis Cilli und zum Wotsch [fehlt auf dem Bachergebirge], im Sulmund Kainachtal und von da nordwärts bis Graz; ein weitvorgeschobener Posten bei Brück im Halltale: Hayek),im Küstenland (Karstwald), sowie ganz vereinzelt in Böhmen (Hradistko unweit der Sazawamündung, Stechowitz,Petschau unweit Karlsbad); ausserdem in Niederösterreich (bei Purkersdorf) adventiv. In der Schweiz einzig

1 ) Nach dem Entdecker dieser Tulpenart in Savoyen Eugene Didier (geb. 1811, gest. 1

2 ) Gr. EQV'd-QÖg [erythros] = rot; nach der Farbe der Blüte.s ) Lat. dens = Zahn und lat. cänis = Hund; nach der zahnartig gespaltenen Zwiebel.