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(Taf. 61, Fig. 4 a). Frucht ungefähr doppelt so lang (ca. 3 cm) als breit, nach der Spitzezu verschmälert. — IV, V (sehr oft nicht blühend).
Hie und da ■— oft gesellig — in Obst- und Grasgärten, Gebüschen, in Parkanlagen,in Weinbergen (hier zuweilen, wie z. B. um Basel, mit Eranthis hiemalis) verwildert oderganz eingebürgert; an andern Orten nur vorübergehend.
Diese bei uns fälschlicherweise vielfach als wild angegebene Tulpe hat ihre eigentliche Heimat im süd-lichen Europa (Sizilien, Griechenland). Angeblich soll sie sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vonBologna aus als Zierpflanze nach dem übrigen Europa verbreitet haben. In Mitteleuropa ist sie oft an die ehemaligenGartenanlagen der Adelssitze gebunden (z. B. um Nürnberg) oder sie tritt in Schloss- und Klostergärten auf(Aschaffenhurg, Hall, Innsbruck, Schwaz). Im botanischen Garten in Heidelberg, wo sie gegenwärtig wild wächst,war sie umgekehrt bereits vor der Anlage des Gartens vorhanden. Fast immer gelangt eine grosse Zahl von Exem-plaren nicht zum Blühen; derartige Exemplare besitzen dann nur ein einziges, langscheidiges Laubblatt. Die vegetativeVermehrung erfolgt durch unterirdische, zwiebeltragende Ausläufer (vgl. Fig. 358e bis h). Durch den Ausläufer (u)wird die neue Tochterzwiebel (b) in eine ziemliche Entfernung von der Mutterzwiebel (a) gebracht (Fig. 358 e). Liegtdie letztere im Erdboden zu hoch, so wächst der Ausläufer nach unten, liegt sie zu tief, nach oben. Die Blätter dieserArt zeigen einen xerophilen Bau (Wachsüberzug). Die Wasserableitung nach dem Boden hin ist eine zentri-petale. Die wohlriechenden Blüten sind homogam. Bei feuchtem Wetter und abends sind sie geschlossen,während sie sich im hellen Sonnenschein zu einem grossen Sterne (bis ca. 8 cm Durchmesser) ausbreiten. Ander Basis der Staubfäden wird auf der den Perigonblättern zugekehrten Seite aus besonderen Gruben Nektarabgesondert. Die Wimperhaare schützen den Honig vor Regen und unberufenen Gästen. Als Bestäuber kommenkleine Bienen in Betracht. Die reifen Kapseln stehen aufrecht, sodass die flachen Samen leicht einzeln undallmählich vom Winde herausgeworfen werden können (Kirchner). Selten werden auch 2-blütige Exemplareoder solche mit gefransten Perigonblättern oder mit 8-zähligen Blüten beobachtet.
615. Tulipa austrälis Link (= T. Celsiäna DC, = T. Transtagäna Brot., = T. maculata
Roth). Südliche Tulpe. Fig. 359.
Ausdauernd, 15 bis 30 cm hoch. Zwiebel eiförmig,Ausläufer treibend. Stengel aufrecht, kahl, fast immer ein-blütig, unter der Mitte mit 2 bis 3 graugrünen, rinnigen,schmal-lanzettlichen, kahlen, bis 2,5 cm breiten Laubblättern.Blüten vor dem Aufblühen aufrecht oder etwas nickend.Perigon glockig. Perigonblätter fast gleichlang und gleich-breit, elliptisch-lanzettlich, 2 bis 4 cm lang, spitz, oberwärtsetwas behaart, die äussern aussen (besonders am Grunde)rötlich überlaufen, die innern am Grunde gewimpert. Staub-fäden am Grunde etwas verbreitert, bewimpert, ungefähr solang als die Staubbeutel (Fig. 359 c). Fruchtknoten eiförmig,allmählich in einen kurzen Schnabel verschmälert (Fig. 359 e).Frucht kugelig-verkehrteiförmig, ungefähr so lang als breit(Fig. 359 d). — IV bis VII (ziemlich selten blühend).
Selten an felsigen Abhängen, in Gebüschen (abernicht in Weinbergen). Fehlt in Deutschland gänzlich.
In Oesterreich einzig in Südtirol (Val di Ledro am Gardasee.2000 m, Cima di Pari und Cima di Pandolino, 2000 m). In der Schweizmehrfach im Wallis (Montellier, St. Leonard-Sierre, Ayent, Sitten, SaviezeLötschental, Natersberg, Simplon, Brieg, Törbel im Vispertal [1675 m],Gondo). — Diese Art wurde früher oft mit der vorigen verwechselt.
Fi £ 2^' T . ulip '"JL tr ^ u . Llnk - Allgemeine Verbreitung: Iberische Halbinsel,
a Habitus eines auf blühenden Exem- & b nonri
piares c/änatüri. Grösse), 5 Geöffnete Südfrankreich, westliche Alpen (in Savoyen bis 1800 m),
Blüte, c Staubblatt, d Fruchtkapsel. _ , . . . t, n i 11 • i
e Fruchtknoten. / Same büdtirol, Apenninen, Balkanhalbinsel.