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im südlichen Tessin und bei Genf; bei Zofingen (Heiternplatz und Gigerfluh) im Kanton Aargau eingebürgert. —Diese interessante, mediterrane Art beschränkt sich fast ausschliesslich auf den Südabfall der Alpen und trittnördlich der Alpen nur ganz sporadisch — ähnlich Veratrum nigrum (Bd. II, pag. 193) in Böhmen — auf.
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (von Spanien bis zum Balkan), Zentral-frankreich, Südseite der Alpen, Böhmen, südöstl. Ungarn, Siebenbürgen.
CLXII. Scflla 1 ) L. Meerzwiebel. Franz.: Scille; engl.: Squille.
Ausdauernde, niedrige bis mittelgrosse Zwiebelpflanzen. Laubblätter grundständig,linealisch bis breit-lineal, langscheidig. Blütenstand traubig (bis doldenähnlich), wenig- bisziemlich vielblütig. Perigonblätter frei oder am Grunde vereinigt, abstehend oder etwasglockenförmig zusammenneigend, meist lineal, blau oder rötlich (ausnahmsweise auch weiss).Tragblätter vorhanden oder fehlend. Staubblätter dem Grunde der Perigonblätter eingefügt.Staubfäden etwas flach (Fig. 362 c), pfriemenförmig. Staubbeutel schwarzblau, beweglich,auf der Rückenseite befestigt. Griffel fadenförmig. Narbe stumpf (Fig. 362 d). Frucht-kapsel fast kugelig, stumpf-dreikantig, fachspaltig, wenigsamig. Samen schwarz, zu 1 bis2 in den Fächern (Fig. 361a, 362 e, 363 b), rundlich bis länglich, zuweilen stumfkantig, zu-weilen mit gekröseartig gewundenem, wasserhellem Anhängsel (Fig. 361 b). Keimling gerade.
Die Gattung umfasst gegen 100 Arten, die in der gemässigten Zone der alten Welt (zahlreiche Artenaus der Sektion Ledeboüria im tropischen und südlichen Afrika) zuhause sind. In Europa sind sie fast aus-schliesslich auf den Süden beschränkt. In Mitteleuropa kommt fast ausschliesslich S. bifolia vor. S. non scriptagehört der mediterran-atlantischen Flora an und reicht in Westeuropa nördlich bis Holland und Ostfriesland.Aehnlich verhält sich S. verna, die noch auf den Faer-Oer-Inseln wild vorkommt. Ausser den unten be-schriebenen Arten werden bei uns in Gärten häufig im Freien als Frühjahrspflanzen kultiviert (diese werden
gelegentlich auch auf Grasplätzen oder in Parkanlagen alsGartenflüchtlinge angetroffen): 1. S. am de na L. (Fig. 360).Stengel kantig, 10 bis 30 cm hoch; meist mehrere Blütenstengelaus einer Zwiebel entspringend. Laubblätter gewöhnlich zu 4 bis7, breit-linealisch (7 bis 15 cm lang), + aufrecht, an der kappen-förmigen Spitze stumpf, vielnervig, meist länger als der Stengel.Blütentraube locker, 2-bis 6-blütig. Tragblätter klein, dreieckig.Blütenstiele aufrecht abstehend. Perigonblätter azurblau (seltenerweiss oder rosa), lanzettlich, abstehend. Frucht fast kugelig, mitwenig tiefen Furchen (Fig. 360 c). Fruchtknoten mit je 6 bis8 Samenanlagen in den Fächern. Samen ohne Anhängsel. — Diesenirgends wild vorkommende (vielleicht in der Kultur entstanden ?)Liliacee wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts aus Konstan-tinopel nach Mitteleuropa gebracht. — 2. S. Sibi'rica Andrews(= S. cernua Red., = S. azürea Goldb., = S. monänthos K.Koch). Aehnlich der vorigen Art und oft mit ihr verwechselt.Stengel 10 bis 20 cm hoch, zusammengedrückt. Laubblättermeist zu 2 bis 4, breitlinealisch (bis über 1 cm breit), an derkappenförmigen Spitze spitzlich. Blütentraube 1- bis 3-blütig.Blütenstiele weit abstehend oder nickend. Perigon etwasglockenförmig. Perigonblätter lebhaft blau (seltener auchrosarot oder schneeweiss). Fruchtknoten mit je 8 bis 10Samenanlagen in den Fächern. — Heimat: Mittleres und süd-liches Russland, Kleinasien, Vorderasien. — 3. S. Itälica L.(= S. Bertolönii Duby). Laubblätter zu 3 bis 6, linealisch,abstehend, am Rücken scharf gekielt. Blütenstand meist dicht-blütig (ähnlich nr. 619), anfangs pyramidal bis länglich-eiförmig(später verlängert). Am Grunde der Blütenstiele 2 bis 2 cmlange, linealische, ansehnliche Hochblätter (d. h. 1 Tragblatt
Fig. 360. Scilla amoenaL. a Habitus (','2 natürl.
Grösse), b Blüte (vergrössert). c Querschnitt durch
den Fruchtknoten.
] ) Gr. oxOJ.a [skilla], Name der Meerzwiebel (Urginea maritima Baker, vgl. pag. 278) bei den Griechen.