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2. Monocotyledones 2 (1907)
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bereits im April 1559 in Augsburg und beschrieb sie hierauf (wie Levier wohl mit Recht annimmt, handelt essich hier wahrscheinlich um T. suaveolen s Roth). Später wurden dann im 18. sowie im Anfange des 19. Jahrhundertsneben den schon damals in den türkischen Gärten vorhandenen zahlreichen Gartenformen verschiedene reine,im Orient wildwachsende Arten (T. oculus sölis St. Amans, T. präcox Ten. ,T. Clusiana Vent. etc.) besonders nachItalien und Südfrankreich gebracht (Alttulpen), wo sie sich teilweise einbürgerten(T. Clusiana z. B. am Monte Baldo in Südtirol zwischen Mori und Brentonico).Die grosse Mehrzahl der jetzt im wärmeren südlichen Europa wildwachsendenroten bezw. rotbunten Tulpen (Neutulpen) sind indessen und zwar besonders inder Umgebung von Florenz, Bologna und St. Jean de Maurienne in Savoyen(an letztern Orte z. B. T. Didieri Jord., T. Mauriäna Jord. et Fourr., T. plani-fölia Jord., T. Sarracenica Perr., T. Bülieüäna Jord. etc.) erst seit 1820 auf-getreten und wahrscheinlich durch Kreuzung oder Variation von verschiedenenGartentulpen entstanden (vgl. hierüber namentlich L evier, E., Les Tulipes del'Europe. Bull. Soc. nat., Neuchätel XIV. 1884). Eine grosse Zahl der in dergemässigten Zone vorkommenden, in Form und Färbung (blutrot, reingelb,weiss, gefleckt, mehrfarbig) sehr abändernden Gartentulpen wird unter demKollektivnamen T. Gesneriäna (bei uns gelegentlich in Weinbergen ver-wildert) zusammengefasst (dieselbe ist demnach nicht etwa als Form einer imOrient wild wachsenden Tulpenart aufzufassen!). Nach dem bekannten Zwiebel-züchter H. Krelage sollen überhaupt die als T. Gesneriäna bezeichneten Tulpenerst im Jahre 1800 als Sämlinge bei einem holländischen Züchter entstandensein (nach Ascherson und Graebner). Grosse Bedeutung kommt den Garten-tulpen als Schmuckpflanzen für Frühlingsbeete zu. Nach dieser Richtung hinwerden auch früh und spät blühende (z. B. dieDarwin-Tulpen") Sortenunterschieden. Neben einfarbigen sind auch mehrfarbige, gestreifte, geflecktesowie gefüllte Formen im Handel (bei den letztern sind die Fruchtblätter zu-weilen petaloid). Besonders auffallend und interessant sind die monströsentürkischen oder sog.Papagei-Tulpen", bei denen die hintern Perigonblätter ober-wärts unregelmässig zerschlitzt sind (ebenso sind Staubblätter und Fruchtknotenhäufig missgebildet). Von den gegenwärtig in Mitteleuropa adventiv vor-kommenden (z. T. eingebürgerten) Tulpen mögen die 3 folgenden genannt werden :

1. Perigonblätter leuchtend scharlachrot mit schwarzblauem, gold-gelb umsäumtem Fleck............T. Didieri nr. 616.

1*. Perigonblätter gelb bis dottergelb (aussen grünlich oder rötlich) 2 p

2. Blüten vor dem Aufblühen nickend. Perigonblätter aussen grün-lich, ungleich lang.............T. silvestris nr. 614.

2*. Blüten vor dem Aufblühen aufrecht. Perigonblätter aussen rötlich,gleichlang.................T. au s t r alis nr. 615.

614. Tulipa silvestris L. Wilde Tulpe. Franz.: Tulipe

sauvage; engl.: Wild Tulip; ital.: Bolognino. Tai 61, Fig. 4

und Fig. 358 e bis h.

Ausdauernd, 20 bis 45 cm hoch. Zwiebel eiförmig (fastbis 2 cm dick), mit braunen, innen an der Spitze braun behaartenHäuten, gewöhnlich mit zahlreichen Nebenzwiebeln, Ausläufertreibend (Fig. 358 e, f). Stengel mit 2 bis 3 Laubblättern, kahl,meist gebogen. Laubblätter breit-linealisch, bis 2 cm breit, etwasblaugrün, zugespitzt, rinnig, kahl, die obern kleiner). Blüten vordem Aufblühen nickend, schwach duftend. Perigonblätter zu-gespitzt, an der Spitze behaart, innen dottergelb, bis 5 cm lang,die äussern lanzettlich, aussen grün und am Grunde kahl, dieinnern eiförmig-lanzettlich, etwas länger und am Grunde be-wimpert. Staubblätter ungefähr ein Drittel so lang als die Perigonblätter. Staubfädenam Grunde bärtig-bewimpert. Narbe klein, gelblich, schmäler als der Fruchtknoten

Fig. 358. Gart entulpe. «HabitusC/4 natürl. Grösse), b Staubblatt.c Querschnitt durch den Frucht-knoten, d Längsschnitt durch dieZwiebel (e Brutzwiebel, jg Ersatz-zwiebel). eZwiebelbildungan einemAusläufer von TulipasilvestrisL. Die neue Zwiebel (b) wird durcheinen Ausläufer («) tiefer in dieErde geführt {a alte Zwiebel).f Längsschnitt durch den obernTeil des Ausläufers («) und durchden untern Teil der Blattscheide (h)der Mutterpflanze, g Längsschnittdurch den Ausläufer mit der neuenZwiebel (a). Die letztere steht durcheinen Kanal, welcher durch denAusläufer und den dazugehörigenBlattstiel (b in Fig./) geht, mit deräusseren Luft in Verbindung (b istdie junge Knospe, aus welcher imkommenden Jahre der oberirdischeTeil der neuen Pflanze sich ent-wickelt), h Querschnitt durch denAusläufer (rLuftkanal, e Leitbündel).Fig. e bis k nach C. Raunkiaer.