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Fehlt in Deutschland und in der Schweiz vollständig. In Oesterreich einzig im südlichenTirol, von ca. 1600 bis 2100 m (am Monte Bondol bei Condino, Val Vestino, bei Bondone, Monte Tombea)und in Istrien.
Allgemeine Verbreitung: Von den südwestlichen Alpen bis Südtirol; in denSeealpen die nahe stehende F. Moggridgei Boiss. et Reut.
613. Fritillaria tenella Bieb. (= F. montäna Hoppe, = F. Caussolensis Goaty et Pons.).
Zarte Schachblume. Fig. 357 c bis e.
Ausdauernd, 15 bis 30 cm hoch. Zwiebel weiss. Stengel aufrecht, vom Grundebis gegen die Mitte hinauf unbeblättert. Laubblätter schmal-linealisch (3 bis 5 mm breit),allmählich zugespitzt, rinnig oder die untern flach, einzelne gegenständig oder (unter derBlüte) quirlig. Blüte einzeln (seltener zu 2), ziemlich klein (nicht über 3 cm lang), eng-glockig, etwas überhängend. Perigonblätter schmal-eiförmig mit grünlicher Stachelspitze,am Grunde mit kleiner, aussen schwach hervorragender Honiggrube, aussen trüb purpurrotoder gelblichgrün, meist würfeleckig, etwas bereift, innen gelblich mit rotbraunen Würfeln.Staubfäden doppelt so lang als die Staubbeutel (Fig. 357 e). Griffel bis zur Mitte herabdreispaltig, mit spreizenden Narben (Fig. 357 d). Frucht verkehrt-eiförmig, 2 bis 3 cm lang,plötzlich kurz gestielt, in den Furchen bereift. — IV, V.
Sehr selten auf Wiesen, in Gebüschen und in Aeckern. Einzig in Oesterreichin Südtirol (am Doss Trento bei Trient) und in Istrien.
Allgemeine Verbreitung: Südliches Europa (von den Seealpen durch Italien,Istrien, Kroatien, Süd-Ungarn, den Balkan, Siebenbürgen, Karpaten bis nach Südrussland),Kaukasus.
CLX. Tülipa 1 ) L. Tulpe. Franz.: Tulipe; ital.: Tulipano.
Das deutsche Tulpe (vgl. Anm.) ist zunächst aus dem gleichbedeutenden ital. Tulipa, Tulipano ent-lehnt; die Dialektnamen klingen sehr deutlich an diese italienischen Formen an (oft entstellt und volksetymolog.umgedeutet z. B. — „Tollebohne" in der Gegend von Nauheim!): Tulipa, Turlipa (Aargau), Gulipa(Elsass); Tulipana (z. B. Niederösterreich, Schweiz), Tulapana, Dolabana (Niederösterreich), Tollpaun(Erfweiler in der Rheinpfalz).
Ausdauernde Zwiebelgewächse von mittlerer Grösse. Zwiebel aus zusammen-schliessenden, fleischigen Niederblättern gebildet, in den Achseln zuweilen noch Neben-zwiebeln (Fig. 358d). Blütenstengel beblättert, meist nur eine grosse, gipfelständige(terminale), glockenförmige Blüte tragend. Laubblätter breit-lineal bis lanzettlich. Perigon-blätter frei, ohne Nektargrube (an deren Stelle aber zuweilen einen lebhaft gefärbten Flecktragend), hinfällig. Staubbeutel länglich-linealisch, mittels eines Ausschnittes am Grundebefestigt, aufrecht (Fig. 358 b, 359 c), unbeweglich. Staubfäden am Grunde kahl oderbärtig (Fig. 359 c). Griffel fehlend (oder sehr undeutlich). Narbe fast sitzend, dreilappig.Frucht eine dreiseitige, dreifächerige, fachspaltige Kapsel (Fig. 359 d). Fächer vielsamig.Samen flach zusammengedrückt (Fig. 359 f), ähnlich denen von Fritillaria.
Die Gattung umfasst über 50 Arten, die im südlichen Europa (z. B. T. Grisebachiäna Pantocsek,T. Gällica Loisel., T. Hungärica Borb., T. Australis Link) und im gemässigten Asien (besonders in Zentralasien)beheimatet sind (in Mittel- und Nordeuropa jedoch nirgends wild). Die Kultur der Gartentulpen reicht in Europabis ins Mittelalter zurück. Die ersten Nachrichten stammen nach Ascherson von Ghislenius Busbequius (vgl.Bd. II, pag. 135), Gesandten des deutschen Königs Ferdinand, der die Tulpe im Frühjahr 1554 zwischen Adrianopelund Konstantinopel kultiviert sah und sie von dort in die Gärten Mitteleuropas einführte. G essner sah sie
] ) Nach der Aehnlichkeit der Blüte mit einem Turban (pers. Dulbend), vgl. „Tulpe".