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imperiale; tschech.: Rebcfk kralovsky, Cisarskä koruna, Kuzeh'n. Fig. 356. Ausdauernd, 60 bis 100 cm hochStengel aufrecht, kräftig, in der Mitte reichlich beblättert, unter dem Stengel und am Grunde kahl. Laub-blätter länglich bis linealisch-lanzettlich, abwechselnd bis quirlig angeordnet. Blüten gross, glockenförmig(selten Perigon verdoppelt oder gefüllt), heterostyl, quirlartig zu einer Dolde vereinigt, die letztere von einemSchöpfe unfruchtbarer Hochblätter überragt. Perigonblätter gelbbraun mit scharlachroten Nerven (dochauch ziegelrot bis gelb), duftend oder geruchlos (f. inodöra Regel), am Grunde mit einer rundlichen, tiefen,weisslichen, innen von dem schwarzen Blütengrunde sich wirksam abhebenden, aussen etwas sackartig hervor-tretenden Honiggrube. Staubblätter kürzer als die Perigonblätter. Griffel hervorragend, kurz dreispaltig. Fruchtscharf 6-kantig, am Grunde halsartig in einen kurzen Stiel verschmälert (Fig. 356 b), bis 4 cm lang. — DieKaiserkrone, eine der schönsten, dankbarsten und am frühesten blühenden Gartenpflanzen (sie liebt Halbschatten),ist giftig. Die Zwiebel enthält ein Alkalo'id (Fritillarin) und ist sehr stärkereich (23°/o), darf jedoch erst ingekochtem Zustande genossen werden. Stellenweise (besonders in Frankreich) wird aus den Zwiebeln im GrossenStärke fabriziert. Früher waren die Zwiebeln als bulbus coronae imperialis offizinell. Wild kommt dieKaiserkrone in Persien, Afghanistan, Turkestan und im westlichen Himalaya vor. Sie wurde 1575 ausKonstantinopel nach Wien gebracht. Neben einer echten Honigblume darf die Art auch noch Anspruch aufeine Pollenblume machen (Vogler). Als Bestäuber kommen Honigbienen und Hummeln und nach R. Wehrmann(Aus der Natur. 1906. Bd. I, Heft 24, pag. 742) auch die Mönchsgrasmücke in Betracht. Ausser dieser Art undnr. 611 werden gelegentlich noch F. lutea Bak. aus dem Kaukasus und F. aurea Schott aus der Krim — z. T.zur Kreuzung und Züchtung von neuen Formen —■ in Gärten kultiviert. Einen Uebergang zur Gattung Liliumbildet F. Kamtschatkens is Ker-Gawler (= Saräna Kamtschatkense hört.) mit tiefschwarzpurpurnen, nichtwürfelig gefleckten Blütenblättern (Zwiebel vielschuppig und Staubbeutel wie bei Lilium am Rücken angeheftetund beweglich). Heimat: Ostsibirien, Kamtschatka, Japan, westliches Nordamerika.
1. Laubblätter 4 bis 6, lanzettlich, alle der Blüte + genähert. Narbe nur ganz an der Spitze drei-spitzig (Fig. 357b)..........................F. Burnati nr. 612.
1*. Alle Laubblätter voneinander entfernt (höchstens die obersten der Blüte genähert). Narbe deutlichdreispaltig (Fig. 357 d, f)..............................2.
2. Laubblätter linealisch, entfernt, rinnig, niemals gegenständig. Frucht kugelig, kaum länger alsbreit. Narbe 1 /i so lang als der Griffel (Fig. 357f).............F. meleagris nr. 611.
2*. Laubblätter schmal-lineal (3 bis 5 mm breit), die obern fast oder ganz gegenständig. Fruchtverkehrt-eiförmig, plötzlich kurzgestielt. Narbe */> so ^ an g a ' s der Griffel (Fig. 35/d) . F. tenella nr. 613.
611. Fritillaria meleagris 1 ) L. Schachblume. Franz.: Damier, Gogane, Cocci-
grole, Oef de vanneau, Fritillaire pintade; engl.: Snake's Head, Guinea hen-flower; tschech.:
Rebcik. Tafel 61, Fig. 3 und Fig. 357 f bis h.
Der Name Schachblume rührt von den Würfelflecken der Perigonblätter her, ebenso die BenennungenKukuksei (Hannover), Kiewitsei [= KibitzeiJ (Wesergebiet, Pommern).
Ausdauernd, 15 bis 30 (50) cm hoch. Zwiebel fast kugelig, 8 bis 12 mm dick,aus 2 fleischigen Niederblättern gebildet, von häutigen Hüllen umgeben. Stengel aufrecht,dunkelgrün oder bräunlich überlaufen. Laubblätter wenig zahlreich (meist 4 bis 5), lineal,rinnig, etwas graugrün. Blüten gross, (bis 3,7 cm lang und bis 20 mm breit), bauchig-glockig, überhängend, geruchlos, meist einzeln (seltener zu 2 oder 3). Perigonblätter länglich,schachbrettartig gezeichnet, purpurbraun mit helleren, eckigen Flecken und mit purpurrotenAdern, seltener ganz weiss und gelblich geädert, die innern breiter als die äussern, amGrunde mit einer Honiggrube. Staubbeutel in der Regel kürzer (bis halb so lang) alsdie linealischen Staubfäden (Fig. 357 g)- Narbe kurz dreispaltig, etwa 1 /t so lang alsder Griffel (Fig. 357 f). Fruchtkapsel kugelig, stumpfkantig, ca. 1,2 bis 1,5 cm lang. — IV, V.
Zerstreut (aber meist gesellig) auf sumpfigen Wiesen, auf überschwemmtem Gebietder Flüsse; nur in der Ebene (bis zu 800 m). Sicherlich nicht überall wild, sondernstellenweise ursprünglich angepflanzt.
In Deuschland zerstreut im nordwestlichen und nördlichen Teile in Westfalen, mehrfach umHamburg (in den Eibmarschen bis Lüneburg, Neuhaus und Oberndorf an der Oste), bei Lübeck (an derTrave bis gegen Schwartau hin), mehrfach in der Provinz Brandenburg (Gardelegen und Salzwedel in der
J ) Gr. (JbEXcayQls [meleagris] = Perlhuhn; nach den gefleckten Perigonblättern.