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Ausdauernd, 50 bis 100 cm hoch. Schuppenzwiebel eiförmig. Stengel aufrecht,kahl, grün. Laubblätter aufrecht abstehend, alle wechselständig, lanzettlich, bis ca. 8 cmlang, über dem Grunde am breitesten, am Rande und unterseits auf den Nerven+ papillös bewimpert (Fig. 354 e). Blütenstand meist einblütig. Blüten stark (unangenehm)riechend. Perigonblätter verkehrt-lanzettlich, stark umgerollt, bis 5 cm lang, hell zinnober-bis feuerrot, gegen den Grund zu mit purpurschwarzen Punkten,Warzen und Erhöhungen, sowie mit einer Honigfurche. Staubbeutelsafrangelb. Griffel keulenförmig. Frucht ca. 3 bis 4 cm lang,stumpfkantig. Samen 6 mm lang. — VI.
Auf Wiesen, an buschigen Abhängen, im Felsschutt dersüdöstlichen Alpen; kalkliebend.
Diese Lilie tritt in Oesterreich einzig im südlichen Steiermark (Tüffer,im Logartal), in Kärnten (Karawanken, Raibler Alpen und Dobratsch), in Krain(durch ganz Krain verbreitet. Tiefster Punkt nach Paulin am Fusse des Kozjakunter dem Kumberge, 220 m; höchster Standort: am Tolstec, 2300 m), in Friaul undim Küstenland auf. L. Carniolicum gehört wie Sesleria autumnalis (Bd. I, pag. 270),Gagea pusilla (Bd. II, pag. 212), Asparagus tenuifolius (Bd. II, pag. 263), Gladioluslllyricus, Dianthus Tergestinus etc. der pontisch-illyrischen Flora an. In Kärnten bildetdie Drau ihre Nordgrenze, während sich in Steiermark die Herkunft (ähnlich wie beiAsparagus tenuifolius, Epimedium alpinum, Ruscus hypoglossum [Bd. II, pag. 266],Omphalodes verna) aus Unterkrain erkennen lässt (Beck, Ostalpen II, pag. 104).
Allgemeine Verbreitung: Südöstliche Alpen (vonFriaul bis Kroatien), Bosnien.
CLIX. Fritilläria 1 ) L. Schachblume.
Fig. 355.Lilium Carniolicum Beruh,aus Nord-Istrien (unweit desMonte Maggiore-Schutzhausesca. 1000 m). Phot. FräuleinA. Mayer, Wien. Photo-graphie aus dem botan. Institutder Universität Wien.
Mittelgrosse bis ansehnliche Zwiebelgewächse mit aufrechtem,
beblättertem Stengel. Zwiebeloft klein, mit wenigen, fleischigen,schmalen oder breiten Schuppen.Blätter zerstreut oder zu Quirlen
angeordnet (oft beides am gleichen Stengel). Blüten an-sehnlich, nickend, einzeln endständig oder doldig, seltenertraubig, glockenförmig. Perigonblätter am Grunde mit einerrundlichen oder länglichen Honiggrube. Staubbeutel ge-wöhnlich am Grunde angeheftet (Fig. 357 e, g)- Griffelverlängert, dreiseitig, hohl. Narben 3 (Fig. 357 b, d, f).Frucht eine fachspaltige Kapsel (Fig. 356 b, c). Ränder derKlappen innen faserig zerschlitzt. Samen in jedem Fachzahlreich, flach zusammengedrückt (Fig. 356 d, e, 357 h),zuweilen schmal geflügelt, mit sehr kleinem Embryo.
Die Gattung umfasst ca. 50 bis 60 Arten der nördlichenHalbkugel. In Europa ist die Gattung vor allem im Süden und Süd-osten verbreitet. F. meleagris gehört der mediterran-atlantischenFlora an, hat aber in Mitteleuropa stellenweise keinen ursprünglichenCharakter.
In Gärten wird bei uns seit alters her die folgende Art(im Süden auch eingebürgert) kultiviert: Fritillariaimperiälis L.(= Petilium imperiale Jaume). Kaiserkrone. Franz.: Couronneimperiale, herbe aux sonnettes; engl.: Imperial crown; ital.: Corona
Fig. 356. Fritillariaimperiälis L. a Blüten.
schöpf. !> Reife Fruchtkapsel von der Seite
c von oben, d und e Samen.
') lat. fritillus es Würfelbecher; nach der Form der Blüten.