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der Schweiz besonders- Ausserdem gelegentlich
im nördlichen Tirol; in Vorarlberg sehr selten (Feldkirch, Thüringen, Bludesch). Inim südlichen und westlichen Teile (auch noch am Thunersee: Merlingen-Beatenberg).(meist vorübergehend) verschleppt beobachtet (mehrfach in Norddeutschland).
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa, Kaukasus, Orient,Vorderasien,Nordafrika; im westlichen Europa nördlich bis Belgien und bis zur Westküste von England.
593. Alliutn Victoriälis 1 ) L. (= A. plantagineum Lam., = Cepa Victoriaiis Moench).
AU'ermannsharnisch. Franz.: Herbe ä neuf chemises, Ail ä tuniques reticulees, Ail
Serpentin. Tschech.: Devatero odeni. Tat". 59, Fig. 5.
Die Namen Allermannsh arnisch, A 11 manns h arnis ch , in der Schweiz auch verstümmelt zuArmeschh an is ch w urzä (St. Gallen), An d er man nharnis ch wür zä (Waldstätten); G 1 ü ck sm ännlein(Riesengebirge); Siegwurz beziehen sich auf die vermeintlichen zauberkräftigen Eigenschaften der Wurzel.Aus der netzfaserigen Umhüllung der Zwiebel, die vielleicht Anlass gab zu dem Glauben, dass deren Trägerhieb- und stichfest sei, macht das Volk neun (die heilige Zahl!)", Hüllen („Hemden"), daher: Neunhäuter-wurz (Tirol), Nünichrut, Ninhammler, Nünhömlera (Schweiz: Waldstätten). Die Bezeichnung Lana-wurz'n (Niederösterreich), Lahnlauch rührt wohl davon her, dass die Pflanze gern auf den „Lahnen" wächst.Der Allermannsharnisch (bezw. dessen Rhizom) gilt bereits seit dem Mittelalter (hieher das berühmteAlraunmännchen Kaiser Rudolfs II, das noch heute auf der Wiener Hofbibliothek aufbewahit wird) im Volks-aberglauben als eine Zauberpflanze. Wie bei der Mandragora (eine Solanacee), der Zaunrübe (Bryonia) oder Schwert-lilie (Iris),diente auch ihr Wurzelstock als „Alraun". Sein Träger sollte unverwundbar sein, gefeit nicht nur gegenHieb und Stich, sondern überhaupt gegen alle bösen Einflüsse. InMie Wiege der Kinder gelegt, hält>r die schlimmenGeister ( Alp" usw.) von diesen fern. Auch das Vieh schützt der Allermannsharnisch vor Verhcxrng, dahervergräbt man ihn wohl auch unter der Stalltür (vgl. Arum, Bd. II, pag. 132). In der Volksmedizin verwendetman an manchen Orten die faserige Hülle des Wurzelstockes, um das Blut von Schnittwurden zu stillen. Dieserwar früher als Diureticum und Vermifugum unter der Bezeichnung Radix Victoriaiis longa (oderVictoriaiis mas) offizineil, so genannt im [Gegensatz zu der Radix Victoriaiis rotunda (oder Victoriaiisfemina), dem Rhizom der Siegwurz (Gladiolus communis, vgl. dort). Im Warenhaus Wertheim in Berlin istGlücksalraun aus dem Rhizom von A. Victotialis für M. 1,75 zu haben.
Ausdauernd, 30 bis 60 (75) cm hoch.'^ Grundachse lang (enthält Reservestoffe!), schrägaufsteigend, mit zylindrischen bis schlank netzfaserigen, 3 bis 10 cm langen Zwiebeln. Zwiebel-häute (Speicherblätter sind nicht ausgebildet!) stark netzfaserig zerreissend (thermostatischerSchutzapparat!). Stengel rund, aufrecht, unter der Mitte 2 bis 3 Laubblätter tragend; diesein einen kurzen StieFverschmälert, elastisch, länglich-elliptisch bis lanzettlich, gewöhnlich 2 bis3 (8) cm breit, zuerst längsgefaltet. Hülle 1- bis 2-klappig, häutig, weisslich, so lang oder weniglänger als die Scheindolde. Letztere vielblütig, etwas locker, kugelig bis halbkugelig, vordem Aufblühen nickend. Blütenstiele länger (bis doppelt so lang) als die weisslichen bisgrünlichgelben, stumpfen, 'ca. 3 bis 5 mm langen Perigonblätter. Staubblätter bedeutendlänger (bis um die Hälfte) als die Perigonblätter. Narbe sehr klein. Frucht breitverkehrt-herzförmig, an langen, elastischen Stielen (Windverbreitung der Samen!), zuletzt weit auf-springend. — VII, VIII.
Hie und da an felsigen Orten, an steinigen, kräuterreichen Stellen, unter Legföhren,auf Felsterrassen, auf Wildheuplanken, auf gedüngten Wiesen, in der Tropfregion vonFelsen der Alpen und Voralpen; von ca. 1700 bis 2440 m (Sassal Masone im Puschlav).
Zuweilen steigt diese Art auch tiefer hinab (in den bayerischen Alpen vereinzelt bis 1400 m, amOetscher in Niederösterreich bis ca. 1450 m, in Südtirol [am Monte Bilimone] sogar bis 1000 m. Ausserhalb derAlpenkette erscheint A. victoriale auch im schweizer. Jura, in den südlichen Hochvcgesen (Abhänge desMünstertales vom Rotenbacher Kopf bis zum Schwarzen See, Elsässer und Sulzer Belchen), im Schwarzwald{einzig am Feldberg [an der Zastlerwand], 1450 m; früher auch [noch 1866] auf dem Kandel), im Riesengebirge(Kesselgrube, in den drei Schneegruben, im Melzer- und Aupagrunde, Rehorn), Barania, Mährisches Gesenke(Brünnelheide, am Hockschar, Altvater, Bärengrund) und angeblich im Bielitzer Gebirge (Schindelbaude überLobnitz). — Ausserdem selten in Bauerngärten kultiviert (in Scharnitz in Nordtirol zusammen mit Dicentra undFritillaria imperialis).
') Lat. victöria = Sieg; vgl. Siegwurz (Gladiolus).
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