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589. Allium scordöprasum 1 ) L. (= A. niargaritaceum Moench, = A. neglectum Wender..= A. Dregeänum Kunth, = Pörrum scorodöprasum L.) Engl.: Sand Leek. Schlangen-Lauch (in Kärnten: Ackerknofel). Fig. 334.
Ausdauernd, (50) 60 bis 90 (100) cm hoch. Zwiebel eiförmigbis kugelig, gewöhnlich von zahlreichen, gestielten, von den vertrocknetenbraunen bis schwärzlichen Zwiebelhäuten umschlossenen Nebenzwiebelnumgeben. Stengel starr aufrecht. Laubblätter breit-lineal, gewöhnlich6 bis 8 (18) mm breit, gekielt, am Rande und unterseits am Mittelnervenkurz (kämmig) bewimpert-rauh, in der Knospenlage gefaltet. Hülle2-klappig, in der Regel plötzlich zugespitzt, bleibend, kürzer als dieScheindolde. Blütenstand kugelig, dicht, meist zahlreiche, dicht gedrängte,gewöhnlich eiförmige Brutzwiebelchen tragend (diese gelegentlich bereitsauf dem Blütenstand Laubblätter hervorbringend). Blüten + zahlreich,auf 1 bis 2 cm langen Stielen weit zwischen den Zwiebelchen hervorragend.Perigonblätter eiförmig-lanzettlich bis lanzettlich (Fig. 334b), dunkel-purpurn, 4 bis 5 mm lang, länger als die Staubblätter. Mittlere Haar-spitze der innern Staubblätter halb so lang als die Seitenspitzen und dasuntere (ungeteilte) Stück des Staubfadens (Fig. 334 c). — VI, VII.
Zerstreut in Hecken, Gebüschen (zuweilen zusammen mit Alliumursinum), in Weinbergen, auf Grasplätzen, Schutthaufen, an Gräben,Waldrändern; hauptsächlich in der Ebene, vereinzelt bis in die Voralpen.
Diese Art fehlt stellenweise über grössere Gebiete hin vollständig. In der nord-westdeutschen Tiefebene einzig bei Osterloh unweit Celle (hier zusammen mit Ammophilaarenaria und Anthericum liliago!). Fehlt in Oesterreich vollständig in Salzburg.Krain und Istrien. In Tirol einzig im Drautal (besonders um Lienz; hier in manchenJahren ein sehr lästiges Unkraut); auch in Kärnten selten. In der Schweiz einzig beiGenf, um Basel (mehrfach) und bei Klingnau (Kanton Aargau).
Allgemeine Verbreitung: Zerstreut über Mittel- und Süd-europa (nördlich bis Dänemark und südliches Schweden), Kleinasien.
Aendert wenig ab: var. ananthum Beck. In der Scheindolde sind nur Brutzwiebeln, jedoch keineBlüten vorhanden (Selten). — var. arenarium Rchb. (= A. arenärium L.). Pflanze gewöhnlich niedriger.Hülle stumpf, ohne oder mit sehr kurzer Spitze, gewöhnlich hinfällig. Brutzwiebelchen und Blüten kleiner.Fruchtknoten deutlich dreikantig (Selten an trockenen, sandigen Orten.) — In Obersteiermark gehört dieseArt nach Favarger und Rechinger stellenweise (z. B. um Aussee) zu den Charakterpflanzen der Voralpenwiesen..Neben zahlreichen gemeinen Arten des Tieflandes finden sich hier bereits auch einige subalpine und alpineArten vor {■/., B. Polvgonum viviparum. Crocus albiflorus. Nigritella nigra [bei ca. 1000 m], Stacbys alopecurus.Crepis aurea).
590. Allium rotündum L. (= Pörrum rotündum Rchb.). Runder Lauch. Fig. 335.
Ausdauernd, 30 bis 90 cm hoch. Zwiebel meist eiförmig, von zahlreichen, lang-gestielten, rotbraunen bis schwarzpurpurnen, von dünnen, silbergrauen bis graubraunenHäuten eingeschlossenen ."Vebenzwiebeln umgeben. Stengel ziemlich starr aufrecht oderwenig gebogen. Laubblätter dunkelgrün, breitlineal, gewöhnlich (2) 4 bis 7 (12) mm breit,in der Regel glatt, seltener am Rande schwach rauh, zugespitzt, mit anliegenden Scheiden.Hülle kurz zugespitzt, zerschlitzt, sehr hinfällig, kürzer als die Scheindolde. Blütenstanddicht, in der Regel kugelig (oft etwas exzentrisch), seltener halbkugelig oder etwas länglich,
') Gr. (jy.ÖQodov [skörodon] = Knoblauch (A. sativum) und gr. TCQciaOV [präson] = Lauch (Alliumporrum), weil die Pflanze mit beiden genannten Arten gewisse Aehnlichkeiten hat. Die Bezeichnung scordö-prasum ist dem auch häufig gebrauchten Namen scorodöprasum vorzuziehen.
Fig. 334.Allium scordöpra-sum L, a (7i Habitus.b Perigonblatt (gekielt).c Inneres Staubblatt mitPerigonblatt.