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Perigönblätter spitz (Selten). — 2. G. arvensis Schult, x G. minima Schult. (=; G. Haeckelii Dufft etM.Schulze),sehr selten in Thüringen (Rudolstadt) und in der Provinz Sachsen (Wellenberge bei Dönnstedt) beobachtet.3. G. pusilla Schult, x G. arvensis Schult. (= G. Wehv i tschii Beck). Ganze Pflanze kurz behaart.Perigönblätter zugespitzt. Niederösterreich (ehemals auf der Türkenschanze bei Wien beobachtet).
CLVI. Lloydia 1 ) Salisb. Faltenlilie.
Diese Gattung, deren systematische Stellung etwas strittig ist — sie wird vielfach auch in die Nähe vonErythronium gestellt — umfasst ca. 12 Arten, die in Europa, im Mittelmeergebiet, durch den Himalaya bisOstsibirien, Kamtschatka und den Kurilen verbreitet sind. Unsere Art ausserdem im nördlichen Amerika.
588. Lloydia serötina Rchb. (= L. alpina Salisb., = Anthericum serotinum L.,= Gägea serötina Ker-Gawler). Späte Falte nlilie. Taf. 64, Fig. 3 und Fig. 341a, b.
Ausdauernd, 7 bis 10 cm hoch. Zwiebel länglich-lanzettlich, von den trocken-häutigen Resten der vorjährigen Blätter vollständig eingeschlossen. Die beiden grundständigenLaubblätter grasartig, schmal, lineal, fast fadenförmig (kaum 1 mm breit), so lang oderetwas länger als der Blütenstengel. Stengelblätter linealisch-lanzettlich. Blüten meisteinzeln (selten zu 2), 10 bis 15 mm im Durchmesser. Perigönblätter breit verkehrt-eiförmig,zur Blütezeit abstehend, abgerundet, weisslich, aussen mit gelbem Grunde, innen mit 3 röt-lichen Streifen. Griffel kürzer als die Staubblätter. Fruchtkapsel rundlich, deutlich drei-lappig (Fig. 341a) mit bleibendem Rest, fachspaltig. Samen klein, ganz flach (Fig. 341b). —VI bis VIII.
Zerstreut auf schattigen, grasigen Abhängen, in humosen Felsritzen, in Azaleenpolstern,auf moosigen Felsterrassen der Hochalpen, von ca. 1900 bis 3100 m (selten tiefer, bis 1600 m]Karawanken, St. Galler Alpen] hinabsteigend); fast nur auf kalkarmer Unterlage. Reichtin den Alpen östlich bis Salzburg, Kärnten und Krain.
Allgemeine Verb reit u ng : Alpen. Karpaten, Balkan, Kaukasus, England,arktisches Europa, Sibirien und Amerika (auch in Alaska).
Die Blütenblätter dieses unscheinbaren Zwiebelgewächses sondern an der Basis auf einer dicken LeisteHonig ab. Kurzrüsselige Insekten suchen den offen daliegenden Honig auf und vollziehen die Bestäubung.Die kleinen, flachen Samen (Fig. 341b) werden durch den Wind verbreitet.
CLVII. Ällium 2 ) L. Lauch.Fast ausschliesslich ausdauernde und meist zwiebelbildende, kahle Kräuter (mitLauchgeruch), zuweilen mit verdickter Grundachse. Laubblätter meist grundständig, sehrverschiedengestaltet, meist ungestielt, selten deutlich gestielt (nr. 593, 607). Spreiten flach,oberseits hie und da rinnig (Fig. 341c, 344 c), unterseits zuweilen scharf gekielt (Fig. 344 a),halbstielrund (nr. 592) bis gleichförmig stielrund (Fig. 342 d, 343 d, 346 e), röhrig (Fig. 341 d, e,346 e), am Grunde hohl, meist kahl, nur selten am Rande rauhgewimpert (nr. 589, 600).Blütenstand eine flache bis kugelige Scheindolde, von einer 2- bis 3-blätterigen, meist ver-wachsenen Hülle umgeben, welche den Blütenstand anfänglich einschliesst. Statt der Blütentreten zuweilen (besonders häufig bei nr. 591 und 603; vgl. Taf. 60, Fig. 6) Brutzwiebeln auf(Fig. 336b). Blüten verhältnismässig klein, + lang gestielt. Perigönblätter abstehend oderglockig zusammenneigend, ganz frei oder am Grunde wenig vereinigt. Staubblätter 6, am Grundemit den Perigonblättern verbunden, die innern an der Basis oft stark verbreitert und jeder-seits mit einem (antherenlosen) Zahn (Taf. 60, Fig. lb, Fig. 335c, 336e, 349c, f, 351c), dieäussern gewöhnlich wenig verbreitert (Taf. 60, Fig. 1 c). Staubbeutel am Rücken angeheftet.Griffel fädlich, unterwärts in einen die Achse des Fruchtknotens einnehmenden Kanal ein-
: ) Nach dem englischen Botaniker Edward Lloyd (geb. 1670. gest. 1709 in Oxford), der die Pflanzein Wales entdeckte.
2 ) Name des Knoblauchs bei den Römern.