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580. Gagea arvensis Dum. (= G. villösa Duby, = Stelläris minima Moench, = Ornithogalum
luteum L., = O. arvense Pers., = O. minimum Willd., = O, villosum Bieb.) Acker- Gelbster n.
Taf. 59, Fig. 3 u. Fig. 327 a bis d.
Nach der Aehnlichkeit mit vielen Allium-Arten (auch Brutzwiebeln vorhanden!) heisst die Pflanze inder Eifel Hundsöllig [Oellig = Zwiebel], auf der schwäbischen Alb Wilder Knoblich; ebenda wird sieauch Hemmelsbraod [Himmelsbrod] genannt, vielleicht weil die Zwiebeln oder die Blüten gegessen werden.
Ausdauernd, 7 bis 15 (22) cm hoch, am Grunde des meist behaarten Blütenstengels2 rundliche, ungestielte, zur Blütezeit in die Zwiebelhäute eingeschlossene Zwiebeln tragend.Grundständige Laubblätter 2, linealisch (0,5 bis 2 mm breit), rinnig. stumpf gekielt, denBlütenstand oft überragend. Die beiden Stengelblätter dem Blütenstand genähert, dasuntere lanzettlich, am Grunde bis 1 cm breit, das obere linealisch, den laubblattartigenHüllblättern sehr genähert, alle am Rande zottig behaart. Blüten meist zu 5 bis 10,doldenförmig zusammengedrängt. Perigonblätter lanzettlich, 10 bis 17 mm lang, stumpf.Blütenstiele und Perigonblätter + zottig behaart. Fruchtknoten verkehrt-eiförmig. Fruchtlänglich-verkehrteiförmig, stumpf, wenig kürzer als die Perigonblätter. — III bis V.
Stellenweise auf Aeckern (namentlich auf Sandboden), Grasplätzen, an Hügeln, inWeinbergen, an Wegrändern; meist nur in der Ebene und in der Hügelregion. Im Wallisvereinzelt bis 2200 m. Kulturbegleiter.
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Dänemark undSüdschweden; fehlt auf den britischen Inseln, auf den Nordsee-Inseln und in Ostpreussen voll-ständig), Nordafrika, Kleinasien, Persien.
Aendert ab: var. typica Beck (= var. pubescens Peterm.) Blütenstiele und obere Hüllblätter behaart.Stengel bis zum Blütenstand behaart. — var. semigläbra Beck. Pflanze kahl. — Ausserdem kommen in den Achselnder oberen Laubblätter und der Hüllblätter nicht selten rötliche Brutzwiebeichen vor (Täf. 59, Fig. 3 a), diegelegentlich bereits am Stengel fadenförmige Blätter ausbilden. Ebenso findet sich um die Zwäebel herum zuweilenzahlreiche Wurzelbrut, welche zunächst kleine, haardünne Blätter erzeugt. Ausserdem können bei dieser Artseitliche Blütenstände (in der Achsel der oberen Laubblätter), sowie fasciierte Blüten gelegentlich beobachtetwerden. Auch die Zahl der Blütenorgane ist oft stark schwankend. — Diese Art, die oft in grosser Mengeauftritt, gehört zu den Brachpflanzen der Ackerfelder, deren Zw'iebelchen — wenn durch Ackergeräte ver-schleppt — wiederum ausschlagen.
581. Gagea Bohemica 1 ) Roem. et Schult, sensu ampl. Böhmischer Gelbstem.
Diese Art stellt gegenwärtig eine Sammelart dar, von welcher in Mitteleuropa die beiden folgendenUnterarten (subsp. saxätilis und Zauschneri) auftreten. Beide sind morphologisch nicht scharf geschieden undsind stellenweise durch Uebergänge (besonders um Magdeburg, ferner in Frankreich und Ungarn) miteinanderverbunden. Ursprünglich mediterran, ist G. Bohemica ins pontische Gebiet übergetreten und mit der pontischenFlora nach Oesterreich und Mitteldeutschland eingewandert (vgl. hierüber Pascher, A. Gagea Bohemica —eine mediterrane Pflanze. Englers botan. Jahrb. Bd. 39, Heft 2, 1904). Die bei uns häufig zu beobachtendeSterilität der Samen und der Staubbeutel wird auf das Zurücktreten oder Fehlen der Steppeninsekten zurück-geführt. Damit steht dann auch die reichliche Ausbildung der Wurzelbrut in engem Zusammenhang, so dassan vielen Standorten die nicht blühenden Exemplare dominieren.
a) Gagea saxätilis Koch (= G. arvensis Schult, ß. subuniflöra Rchb., = G. Bohemica Gren.et Godr., = Ornithogalum fistulösum Roth, = O. Bohemicum Ten.) Felsen- Gelb s t er n.
Fig. 328.
Ausdauernd, 2,5 bis 8 cm hoch. Stengel meist etwas schlaff, am Grunde 2 Zwiebeln
tragend. Grundständige Laubblätter fadenförmig, rinnig (Fig. 328b), gebogen bis gekrümmt,
länger als der Blütenstengel. Stengelblätter (4. und 5. Blatt) meist lanzettlich (bis 4 mm
breit), voneinander und von den meist wolligen Hüllblättern in der Regel etwas entfernt
>) = böhmisch (lat. Bohemia = Böhmen); -weil diese Art (speziell die subsp. b) in Böhmen mehr-fach auftritt.