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2. Monocotyledones 2 (1907)
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206
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Im ganzen trägt der Stengel unter dem Blütenstande 5 Blätter. Das unterste, welches zur Blütezeitbereits ausgesogen ist, erscheint als ein scheidenförmiges Nährblatt und bildet die Zwiebel. Die übrigen4 Laubblätter sind in verschiedener Weise ausgebildet zuweilen auch ganz reduziert (besonders das dritteund fünfte) und können am Grunde auch Nebenzwiebeln ausbilden; meistens sind sie frei, seltener mit demStengel (nr. 583) 4- verwachsen. Das 4. und 5. Blatt sind gewöhnlich dem Blütenstand stark genähert undiaubartig (das obere gleicht zuweilen stark den Hüllblättern des Blütenstandes). Da die Blüten aussen grünsind (sie assimilieren), fallen diese im nicht geöffneten Zustande wenig auf. Sie sind geruchlos und schwachproterogyn. Am Grunde eines jeden Perigonblattes wird ein Nektartröpfchen abgesondert, welches den Winkelzwischen dem betreff. Perigonblatt und dem vor ihm stehenden Laubblatt ausfüllt. Als Bestäuber kommenkleine Fliegen, Käfer, sowie die Honigbiene in Betracht (ausserdem ist durch Zusammenlegen der Blüte spontaneSelbstbestäubung möglich). Nicht selten schlagen aber die Staubblätter oder der Fruchtknoten fehl; ebenso kanndie Frucht- oder Samenbildung gänzlich ausbleiben. Der Embryo ist sehr unvollkommen (kann imtaubenSamen" auch vollständig fehlen) und wenig gegliedert; bei der Samenreife zeigt er noch keine Gliederung inEndknospe, Würzelchen und Keimblatt (vgl. Goebel, Organographie, pag. 456). Die Samen von einzelnen Arten(G. minima und lutea) werden wahrscheinlich durch Ameisen verbreitet; derartige Samen sie gehören zumViola odorata-Typus der Myrmekochoren zeigen dann ölhaltige Anhängsel (Fig. 327h). Die Zahl derBlütenorgane ist bei einzelnen Arten (besonders bei G. arvensis, doch auch bei G. lutea u. a.) zuweilen sehrstark schwankend. Die Zahl der Blüten-, Staub- und Fruchtblätter kann + stark vergrössert sein (Fig. 327 abis d). Einzelne Blüten können auch miteinander verschmelzen, so dass Doppelblüten zur Ausbildung gelangen(Fig. 327 a). Ebenso sind einzelne Glieder gelegentlich ziemlich stark deformiert (Fig. 327 c). Bei sämtlichen Gagea-Arten ist die vegetative Vermehrung durch Wurzelbrut (Fig. 327 k) und Brutknöllchen stark ausgebildet (damit imZusammenhang steht auch das häufige Fehlschlagen der Staub- und Fruchtblätter und Samen vgl. auch pag. 207.Sowohl an der Basis der grundständigen Laubblätter (seltener auch in den Achseln der Stengelblätter) wieam Grunde des Blütenstandes (Taf. 59, Fig. 3 a) finden sich oft ganze Häufchen von Brutzwiebelchen vor, diegelegentlich bereits am Stengel kleine, fadenförmige Blätter erzeugen. Bei einzelnen Arten (nr. 584) könnendie Blüten überhaupt vollständig fehlen und durch ein erdbeerartiges Klümpchen von Bulbillen ersetzt sein.Nach den neueren Arbeiten von Fächer 1 ) und Terraciano umfasst die Gattung über 50 Arten, diebesonders im Mittelmeergebiet, sowie im Steppengebiet des gemässigten Asiens (Persien, Kleinasien, Syrien,Palästina, Turkestan) zu Hause sind. Im gemässigten Nordamerika fehlt die Gattung vollständig. Von denmitteleuropäischen Arten gehören G. Bohemica (mit beiden Rassen saxatilis und Zauschneri) und G. pusillader südeuropäisch-pontischen Flora an (die letztere ist spezifisch pontisch), während G. spathacea der nord-atlantischen Flora zuzuzählen ist. G. Liotardi ist alpin (angeblich auch im Himalaya). G. arvensis, seltenerauch G. pratensis und minima, erscheinen häufig als Kulturbegleiter.

1. Neben der den blühenden Stengel entsendenden Zwiebel noch 2 freie Zwiebeln (im ganzen also3 Zwiebeln!)...........................G. pratensis nr. 585.

1* Neben der den blühenden Stengel entsendenden Zwiebel höchstens noch eine Zwiebel, die abermit der erstem gemeinsam durch Häute eingeschlossen ist.................. 2.

2. An der blühenden Pflanze nur 1 Zwiebel (Nebenzwiebeln 0)............ 3.

2*. Neben der den Blütenstengel entsendenden Zwiebel stets noch eine zweite Zwiebel .... 4.

3. Grundständiges Laubblatt breit-linealisch, 7 bis 8 mm breit. Perigonblätter länglich. G. lutea nr. 586.3*. Grundständiges Laubblatt schmal-lineal (kam über 2 mm breit), rinnig (Fig. 333b). Perigonblätter

lanzettlich. Nur im südöstlichen Gebiet..................G. pusilla nr. 587.

4. Grundständige Laubblätter 1 bis 2, röhrig-hohl, halbstielrund bis stielrund....... 5.

4*. Grundständige Laubblätter flach oder rinnig, oft fast fadenförmig.......... 6.

5. Blütenstiele kahl. Unteres Stengelblatt etwas von dem Blütenstand entfernt G. spathacea nr. 583.5*. Blütenstiele -j- dicht zottig behaart. Beide Stengelblätter dem Blütenstand genähert. Alpen

(Fette Triften und in der Umgebung von Sennhütten und Ställen).........G. Liotardi nr. 584.

6. Stets nur 1 grundständiges Laubblatt..............G. minima nr. 582.

6*. 2 grundständige Laubblätter........................ 7-

7. Grundblätter grasgrün, schmal-linealisch, rinnig (aber nicht fadenförmig). Perigonblätter nach vornverschmälert, spitz.........................G. arvensis nr. 580.

7*. Grundblätter bläulichgrün, fast fadenförmig. Perigonblätter nach vorn verbreitert, stumpf

G. Bohemica " r - 581 -

') Vgl. hierüber Pacher, Adolf. Uebersicht über die Arten der Gattung Gagea. Lotos (1904) nr. 5und Terracciano. Gagearum species llorae orientalis. Bulletin de l'Herbier Boissier. Genf 1905.