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CLIV. Hemerocällis : ) L. Taglilie. Ital.: Gilio turco.
Ausdauernde, mittelgrosse, kahle Kräuter mit kurzer Grundachse und mit ± ver-dickten, fleischigen Wurzeln (Fig. 326a). Stengel beblättert, oberwärts fast gabelästig. Laub-blätter grundständig, zweizeilig angeordnet, breit-lineal, ungestielt, schmal, in eine scharfeSpitze verschmälert, deutlich gekielt. Blüten gross, glockig, trichterförmig, in 2 endständigenSchraubein stehend, mit kurzer oder ziemlich langer, zylindrischer Röhre und mit 6 länglich-spateiförmigen, vielnervigen, freien Abschnitten. Perigonröhre am Grunde mit dem Frucht-knoten verbunden (Fig. 326c). Staubblätter 6, herabgebogen, vorn aufsteigend, am Schlündeder Perigonröhre eingefügt. Staubbeutel länglich-linealisch, am Rücken befestigt. Griffel 1,fadenförmig, mit den Staubblättern herabgebogen. Narbe stumpf. Frucht (bei uns seltenausgebildet) eine fleischig-lederartige, fachspaltige Kapsel, stumpf, mit wenigsamigen Fächern.Samen eiförmig, kantig, schwarz glänzend.
Die Gattung umfasst 5 bis 6 Arten, welche im südlichen Europa und im gemässigten Asien (namentlichin Japan) verbreitet sind. Nördlich sowie innerhalb der Alpenkette kommen nr. 578 und 579 sicherlich nirgends wildvor. Ueberall handelt es sich hier um Gartenflüchtlinge, da beide Arten in Europa beliebte, im Freien aushaltendeZierpflanzen sind. Stellenweise haben sich aber beide — besonders in der Nähe von Klöstern, alten Burgenoder in Weinbergen — vollständig eingebürgert und stellen ebenso wie Dianthus caesius, Lilium bulbiferum.Vinca minor flore roseo etc. Ueberbleibsel ehemaliger Kultur dar. H. fulva besitzt Eintagsblüten, die nur
1 /s Stunde proterogyn sind. Die Blütezeit von H. flavabeträgt über 6 Tage. Selbstbestäubung ist gänzlich aus-geschlossen, da der Griffel die Staubbeutel bedeutendüberragt. H. fulva erzeugt in Europa niemals reiteSamen, was vielleicht auf das Fehlen der richtigenBestäuber zurückzuführen ist. In der eigentlichenHeimat (d. h. im östlichen Asien) werden die Hemero-callis-Arten durch langrüsselige Tagfalter, die denHonig aus der tief gelegenen Perigonröhre holen,bestäubt. In Europa fehlen diese Falter vollständig.1. Perigon blass rötlich-ziegelrot. Innere Peri-gonzipfel am Rande wellig . . H. fulva nr. 578.1*. Perigon rein gelb . . H. flava nr. 579.
578. Hemerocällis fulva L. (= H. cröcea
Lam.) Gelbrote Taglilie. Engl.: Day Lilv.
Fig. 326 a.
Ausdauernd, bis 1 m hoch. Laub-blätter grasgrün, 40 bis 60 cm lang und bis3 cm breit, breit-lineal. Blütenstand ge-wöhnlich 6- bis 12-blütig. Blüten glockig-trichterförmig, 5,0 bis 7,5 (10) cm lang,blass-rötlich, ziegelrot, geruchlos. Perigon-zipfel länglich-spatelförmig, mit Längsnervenund Queradern, die innern breiter (bis über2 cm breit), stumpf, am Rande wellig. Blüten-stiele kurz. — VII, VIII.
Stellenweise auf Wiesen, an Flüssen.Kanälen, in Weinbergen, in Auen; in Süd-tirol noch bei 1140 m.
V*- 3 f' """ erocaIHs 'j^» L - «« Habitus ('/* natürl. wnd ^ diese Arf höchstens im Süden.
Grosse), b Blutenspross von Hemerocällis fl ava L, c Längs-schnitt durch die Blüte. (vielleicht in Südtirol) auf. Die übrigen Vorkommnisse
*) Gr. i'ißega [hemera] = T;nur einen Tag blüht.
und gr. y.dA/.og [källos] = Schönheit, weil die Blume von nr. 5, 0