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zeit weit abstehend. Staubfäden fadenförmig. Staubbeutel unter der Mitte befestigt,beweglich. Griffel fadenförmig (Taf. 59, Fig. la), gerade oder bogenförmig gekrümmt.Narbe stumpf. Frucht eine kugelig-lederartige, 3-fächerige, fachspaltige, vielsamige Kapsel(Taf. 59, Fig. 1 b). Kapselfächer 4- bis 8-samig. Samen dreikantig oder zusammengedrückt,matt, schwarz oder dunkelblau.
Die Gattung umfasst ca. .50 Arten, die besonders in Afrika (9) verbreitet sind: ausserdem wenigeSpezies in Mexiko (2), in Südamerika (4) und in Europa (ausser nr. 576 und 577 noch A. Baeticum Boiss. imsüdlichen Spanien).
1. Blütenstand normal verzweigt. Kapsel rundlich, stumpf. Griffel gerade. A. ramosum nr. 576.
1*. Blütenstand einfach traubig, unverzweigt. Kapsel eiförmig, spitz. Griffel auf steigend A.liliago nr.577-
576. Antherictim ramosum L. (= Phalangium ramosum Poir., = Ornithögalum ramösum
Lam., = Pessuläria ramösa Salisb.). Aestige Graslilie. Franz. (wohl auch für 577):
Herbei l'araignee, Phalangere; ital.: Lilioafodello. Taf. 59, Fig. 1.
Ausdauernd, 30 bis SO cm hoch. Stengel meist schräg aufsteigend, ästig, unterdem Blütenstand zuweilen ein kleines Laubblatt tragend. Laubblätter lineal, kahl, 2 bis6 mm breit. Blütenstand in der Regel ästig, aus mehreren in Rispen angeordneten Traubenbestehend (seltener bei schwachen Exemplaren einfach). Tragblätter lanzettlich-pfriemlich,in der Regel viel kürzer als die Blüte. Blütenstiele aufrecht, zuletzt weit abstehend.Blüten ca. 25 mm im Durchmesser. Perigonblätter weiss, 10 bis 13 mm lang, die innernabgerundet, deutlich breiter als die äusseren (Taf. 59, Fig. 1 a). Staubblätter beinahe solang als die Perigonblätter. Griffel länger als die Perigonblätter, gerade. Kapsel drei-seitig-kugelig, an der Spitze stumpf, abgeplattet, stachelspitzig, ca. 6 mm lang. Keimlingoft nur halb so lang. — VI bis VIII.
Ziemlich häufig auf sonnigen, steinigen Abhängen, an bewaldeten Hügeln, auftrockenen Heideflächen, Geröllhalden, in lichten Föhrenwäldern; gern auf kalkreicherUnterlage. Von der Ebene bis in die Krummholzregion der Kalkalpen.
Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa (nördlich bis Südschwedenund Dänemark; fehlt im südlichen Italien und im südlichen Balkan), Kaukasus.
Aendert wenig ab: f. Simplex Klinggr. (= f. fällax Zabel, = f. pseudo-liliägo Lange). Stengeleinfach, unverzweigt. Blütenstand eine einfache Traube (von der der ähnlichen nr. 577 sofort durch die kleinerenBlüten und durch den geraden Griffel zu unterscheiden!). — f. robüstum Domin. Pflanze robust, 8 oder nochmehr Dezimeter hoch, stets verzweigt. Kapsel gleichfalls grösser als bei der Normalform (Böhmen). — f. ebrar-teätum-Hausmann. Tragblätter länger als die Blüten (einst in Südtirol bei Bozen beobachtet).
A. ramosum liebt vor allem trockene oder sonnige Standorte. In Süd- und Mitteldeutschland (fehltin Schleswig und im östl. Holstein; in Westpreussen sehr selten) erscheint es häufig auf den „pontischenHügeln", schliesst sich überhaupt gern — ähnlich wie Buphthalmum salicifolium, Biscutella levigata, Carlina■icaulis, Brunella grandiflora, Cirsium acaule, Polygala chamaebuxus, Vincetoxicum etc. — der pontischenSteppenheidegenossenschaft an, ohne jedoch direkt dem pontischen Florenelemente anzugehören. Allerdingstritt A. ramosum gelegentlich als Felsenpflar.ze (in Böhmen auch auf Basalt) auf in Gesellschaft von typischensüdeuropäisch-pontischen Arten, so z. B. Veronica Austriaca, Dianthus caesius, Alyssum saxatile (pontisch),Koeleria gracilis, Melica ciliata, Bupleurum falcatum, Stipa pennata, Agriopyrum intermedium (Bd. I, pag. 385),Erysimum crepidifolium, Asperula galioides, Thesium liniphyllum, Hypochoeris maculata, Ornithögalum tenui-folium etc. Auf den Dünen des Genfersees erscheint sie in eigentümlichen Formen (Blätter nur 4 bis 5 cmlang. Rhizom zuweilen aufsteigend. Adventivwurzeln bis 50 cm lang) in Gesellschaft von Agriopyrum inter-medium, Carex nitida (Bd. II, pag. 87), Hutchinsia petraea, Scabiosa canescens, Silene otites, EuphorbiaGerardiana, Sedum rupestre etc. In den Kalkalpen steigt die Art in Gesellschaft von Erica carnea. Globulariacordifolia, Teucrium montanum. Helianthemum vulgare zuweilen ziemlich hoch hinauf (in der Solsteinkettein Nordtirol bis 1560 m; in den Bergünerstöcken [ob Pensa] in Graubünden sogar bis ca. 1800 m). — Die Blütengehören zu den offenen Honigblumen; der Honig haftet an den Ausgängen der Septaldrüsen und ist sehr leichtzugänglich. Fremdbestäubung (durch Bienen, Schwebfliegen. Schmetterlinge usw.) wird dadurch begünstigt,dass der Griffel weiter als die Staubblätter hervorragt.