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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Diese kleine, kalkfeindliche Liliacee tritt einzig in der Schweiz in den Kantonen Wallis (im Haupt-tale in der penninischen Alpenkette von St. Maurice aufwärts bis Unterwasser; fehlt mit Ausnahme vonConches in den Berner Alpen) und Tessin auf. Wie nr. 572 ist sie sehr giftig und vertritt diese Art stellenweise(z. B. im Tessin) vollständig. Nach der Heuernte erscheint sie wie nr. 572 an sehr fetten Stellen der Weidenoft in grosser Menge.

Allgemeine Verbreitung: Westalpen (von den Seealpen östlich bis Wallis undTessin).

Die Gattungen Tofieldia, Narthecium, Veratrum, Bulbocodium und Colchicum gehören zu der Unter-familie Melanthioi'd eae. Pflanzen mit Rhizom oder Zwiebelknolle und mit endständigem Blütenstand. Staub-beutel nach aussen (extrors) aufspringend und Kapsel scheidewandspaltig (septicid) oder Staubbeutel nachinnen (intrors) aufspringend und Kapsel scheidewandspaltig, oder Antheren extrors und Kapsel fachspaltig(loculicid), nur selten (z. B. Narthecium) Staubbeutel intrors und Kapsel loculicid. Frucht niemals eine Beere.Hieher gehört auch Schoenocaülon officinäle (Schlecht.) A. Gray (= Sabadilla officinärum Brandt), eineBergpflanze aus Guatemala und Venezuela, deren kastanienbraune Samen (Läuse- oder Sabadillsamen) als SemenSabadillae (Pharm. Austr., Helv.) gegen Ungeziefer namentlich in Schulen und Kasernen angewendetwerden. Das Pulver wirkt niesenerregend und ist giftig (es enthält die giftigen Alkalolde Veratrin, Sabadillinund Sabatrin, ferner Sabadillsäure, Veratrumsäure und Fett). Als Zierpflanze werden bei uns gelegentlich inGärten kultiviert: 1. Helönias bulläta L. (und andere Arten) aus dem atlantischen Nordamerika, mit rosa-farbiger, länglicher Blütentraube. 2. Uvuläria grandiflöra Sm. aus dem östlichen Nordamerika (von Kanadabis Florida). Stengel einfach oder verzweigt, oberwärts mit eiförmigen Blättern. Blüten gelb, glockig, hängend,auf langen zurückgebogenen Blütenstielen (Schattenpflanze). 3. Tricyrtis hirta W. J. Hook., schöne Zierpflanzeaus Japan. Aehnlich der vorigen Art. Blüten jedoch glockig, aufrecht, oft zierlich gefleckt. Stengel und Blätterbehaart. In Warmhäusern werden gelegentlich die stattliche Gloriösa superba L. aus dem tropischen Afrikaund Asien, sowie Littönia modesta Hook, aus dem trop. Afrika gehalten. Beide gehören zu den Blattrankern.

CLL Asphödelus 1 ) L. Affodill.

Die Gattung kommt mit ca. 6 bis 7 Arten im Mittelmeergebiet, im gemässigten Asien, in Ostindien,auf Mauritius und auf den Maskarenen vor. Vom Mittelmeergebiet aus dringt einzig nr. 574 mehrfach in diesüdalpinen Alpentälern ein. Ausserdem werden gelegentlich adventiv beobachtet: 1. A. tenuifolius Cav..(= A. intermedius Hörnern., = A. aestivus Rchb.) aus dem südlichen Mittelmeergebiet. Einjährig. Stengelrauh, meist verzweigt. Wurzeln nicht verdickt. Blätter am Rande deutlich rauh. Blütenstiele unter der Mittegegliedert. Blüten weiss, klein. Perigon glockig. Gelegentlich mit Samen eingeschleppt, so bei Berlin (Tegeler-strasse und einst massenhaft bei Rüdersdorf), im Hafen von Mannheim (1906), bei Hamburg, mehrfach in denNiederlanden etc. 2. A. fistulösus L. Im ganzen Mittelmeer verbreitet. Ein- bis wenigjährig. Blätterrund, röhrig, am Rande etwas rauh. Blütenstiele etwa in der Mitte gegliedert. Perigon fast flach ausge-breitet. Als Seltenheit im Hafen Mannheim (1901) beobachtet; früherauch bei Triest. Aus den gedörrten, knollig-verdickten Wurzeln vonA. microcärpus Salzm. et Viv. wird in Südeuropa Kleister hergestellt.

574. Asphödelus albus Mill. (= A. macrocarpus Pari.,= A. Deseglisei Jord. et Faurr.) Weisser Affodill. Ital.:Asfodillo, Porraccia. Fig. 321 bis 323.Ausdauernd, 50 bis 120 cm hoch. Grundachsedick, ausser den Blütenstengeln auch nicht blühende Sprossetreibend. Wurzeln büschelig, ziemlich stark fleischig ver-dickt, verlängert rübenförmig (Fig. 321). Stengel blattlos.Laubblätter schmal-linealisch, bis über 60 cm lang und bisca. 1,5 cm breit, stark gekielt, allmählich in eine schlankeSpitze verschmälert, mit scheidigem, hautartigem Grundestengelumfassend. Blütenstand meist eine einfache (seltenam Grunde wenig verzweigt: var. neglectus Roem. etSchult.), ziemlich dichte, endständige Traube. Tragblätter

Fig. 321. Wurzelstock von Asphödelusalbus Mill.

l ) äOfpodeÄög [asphodelös], Bezeichnung der alten Griechen für Asphödelus ramosus; mit dieser Pflanzedachten sich die Alten die Wiesen der Unterwelt bestanden, wie der Affodill noch jetzt im östlichen Europaauf die Gräber gepflanzt wird.