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2. Monocotyledones 2 (1907)
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197
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irdisch. Laubblätter 25 bis 40 (65) cm lang und 2 bis 4 (6) cm breit, länglich-lanzettlich,beiderseits verschmälert, stumpf, mit den Fruchtkapseln sich im Frühjahr entwickelnd, nichtoder nur einmal gefaltet. Blüten 1 bis 3 (7), gross (8 bis 25 cm lang), helllilarosa, seltenweiss, normal sich im Herbst vor den Laubblättern entwickelnd (beim Aufblühen + zygo-morph; d h. ein äusseres Perigonblatt 8 bis 10 mm länger, das gegenüberstehende immer auf-fallend kürzer). Perigonblätter trichterförmig, mit 6 elliptischen bis lanzettlichen (die äusserenverkehrteiförmig-länglich), innen behaarten Perigonabschnitten, nach unten in eine lange,fadenförmige Röhre verwachsen. Staubblätter 6, kürzer als das Perigon, im Schlünde (dieinnern höher als die äussern) der Perigonröhre eingefügt. Staubbeutel länglich, ursprünglichnach aussen aufspringend, orangegelb, am Rücken befestigt. Griffel 3, sehr lang, an derSpitze stark verdickt (später durch Drehung oft ganz intrors), stumpf, spreizend oderzuletzt zurückgebogen, mit kleinen Narben. Fruchtknoten dreifächerig (Fig. 319 c),unter der Erde bleibend, erst zur Reifezeit mit den Laubblättern über die Erde hervor-tretend. Fruchtkapsel länglich-eiförmig, spitz, meist 3 bis 4 (5) cm lang, aufgeblasen(Fig. 319 c), dünnhäutig, vielsamig, bis zur Mitte sich öffnend. Klappen am Rücken ab-gerundet. Samen kugelig, bräunlich bis schwarzbraun, grubig-punktiert, 0,8 bis 2 mm lang,am Nabel wulstig (Fig. 319d und e), anfangs klebrig. VIII bis XI (selten im Frühjahr).

Meist gesellig auf abgemähten (besonders auf gedüngten oder bewässerten) Wiesen,an Böschungen der Landstrassen; von der Ebene bis in die Voralpen (vereinzelt bis 2200 m[Riffelalp bei Zermatt: 2227 m] in der alpinen Region). In Mittel- und Süddeutschlandmeist gemein, in Norddeutschland sehr zerstreut (nördlich bis Frankfurt a. O., Berlin,Stendal) und stellenweise verwildert.

Allgemeine Verbreitung: Süd-, Mittel- und Westeuropa, im Westen nörd-lich bis Dänemark, östlich bis Serbien, Rumänien und Südrussland (fehlt in Ungarn,Griechenland und in der Türkei); in Ungarn, Kroatien, Siebenbürgen etc. die subsp.Pannönicum Griseb. et Schenk (= C. multifiorum Schur, = C. polyanthon Ker-Gawl.).

Aendert sehr wenig ab: var. vernum Schrank (= C. vernäle Hoffm.). Blüten und Blätter gleich-zeitig im Frühjahr erscheinend. Perigonblätter gewöhnlich etwas schmäler als bei den Herbstblüten, selten etwasgrünlich. Staubblätter und Griffel nicht selten verkümmert (Vereinzelt). f. giganteum Domin. RobusteForm mit sehr langen (40 bis 65 cm) und breiten Blättern, bedeutend höherem (bis über 20 cm hoch) undbis 7-blütigem Schafte und bis 5 cm langen Kapseln (In Böhmen beobachtet). In Gärten werden hie und dagefüllte Formen (flore pleno) kultiviert. Gelegentlich wurden auch schon Blüten beobachtet, deren Perigon-blätter in lange (bis 13 cm), schmale, grüne Laubblätter umgewandelt waren.

Die Herbstzeitlose ist als eines der schädlichsten und gefährlichsten Wiesenunkräuter zu bezeichnen,das auf frischen bis nassen, tiefgründigen, fetten oder mageren Naturwiesen (seltener auf der Weide), oft inUnmenge (an feuchten Lagen kann die Pflanze bis über die Hälfte des Bestandes ausmachen) auftritt. In allenihren Teilen, besonders aber in den Samen (vgl. unten) enthält sie ein sehr giftiges Alkaloid (Colchicin),welches beim Trocknen der Blätter nicht zerstört wird und deshalb auch im Heu seine Wirksamkeit nochnach mehreren Jahren nicht verloren hat. Das Rindvieh sowie die Pferde lassen die Pflanze auf der Weidestehen und in der Regel auch in der Krippe liegen. Junge Tiere, welche die Pflanze gelegentlich im Heu oderGras aufnehmen, gehen daran leicht zu Grunde. Schafe und Ziegen scheinen weniger empfindlich zu sein; siekönnen im Gegenteil ohne Schaden ziemliche Mengen von der Herbstzeitlose ertragen. Dafür enthält danndie Milch dieser Tiere das Gift (in Rom erkrankten durch Genuss von Ziegenmilch einmal eine Menge Menschenan den Symptomen einer Colchicinvergiftung). Da die Pflanze ausserdem durch Beschattung dem Gras-wuchse schädlich ist, wird sie auf den Futterwiesen auf verschiedene Weise (durch Ausreissen, Ausstechenoder Anpfählen [ein Pfahl wird senkrecht in den Boden getrieben, um die Knolle zu zerstören] der Knollen,durch Abmähen der Blüten und Fruchtkapseln, durch Entwässern, Düngung [mit Thomasmehl etc.] oder durchUmbruch zu vertilgen gesucht. Da die ausgefallenen Samen ein klebriges Anhängsel (Fig. 319 d) besitzen,heften sie sich gern an den Klauen des Weideviehes fest und können dadurch leicht verschleppt werden (nachStebler-Schröter).

Biologie. Die blühende Pflanze stellt einen Seitenspross der Knolle hervorgegangen aus derenBasis dar und liegt in einer Furche an der flachen Seite der eiförmigen, derben Knolle (Fig. 319). Mit