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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Gungl (Oberes Algän), Konkl (Schwab. Alb), Nachtgunkeln (Bayrisches Schwaben); Ro ckas tümp f el{Oberösterreich) [Kunkel ist das alemannische und schwäbische Wort für Spinnrocken].

Eine andere Kategorie von Namen bezieht sich auf die giftigen Eigenschaften der Pflanze, denen sie auchihren Ruf als Mittel gegen Läuse verdankt; teilweise werden jedoch auch die Samen ohne weiteres mit Läusenverglichen: L äuseb 1 um, Laus ekraut (Nordböhmen), LausbleamI,Laus krau d (Oesterreich); Hundsblume{Nordböhmen), Hundsknof el[= Knoblauch] (Steiermark), Sau-Chrut (Schweiz: Aargau); Teuf eis würz (Steier-mark), Giftblume (Bayrisches Schwaben), Henn e gif t (St. Gallen), L eichen b lum (Nordböhmen). Eine dritteGruppe von Volksnamen betrachtet teilweise in sehr drastischen Ausdrücken die Erscheinung der imHerbste von allen Blättern entblössten, gleichsam nacktdastehenden Pflanze: Näkede Jumfer (Bremen),nakadi Jumpfa (Niederösterreich), Nakete Kathl (Tirol), blutti [= nackte] Jumpfere (Aargau);nackte Hure (Schlesien), nackete Hur (Bayern: Würzburg, Rheinpfalz), Nackendhure (Steiermark):Nackarsch, Nackelarschche, Näkesche (Nassau, Nahegebiet), Nokorsch (Böhmen: Grulich), Nack-ärschel (Elsass), Hundsfudle (Züricher-Oberland). Schliesslich wird die Blüte der Herbstzeitlose mit anderenBlumen, besonders dem ähnlichen Safran (Crocus) verglichen: Wiesen-Safran (Riesengebirge, Niederösterreich),Wülda Safran (Niederösterreich), Wildsafran (Steiermark); Wiesenlilien (Niederösterreich). Da der unter-irdische Stamm der Herbstzeitlose als Zwiebel ausgebildet ist, heisst sie in NordböhmenWilde Zwiebel". Ebensozahlreich sind die Volksnamen, welche die beblätterte Pflanze in ihrem Fruchtzustan de, wie sie im Frühjahr und Sommererscheint, benennen. Ganz besonders beliebt sind Vergleiche der Früchte und Knollen mit den Testikeln ver-schiedener Haustiere: Hundshode, Hondshoda, Hundshudä (Schweiz: St. Gallen, Waldstätten). DieseBezeichnungen sind meist bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt resp. volksetymologisch angelehnt und lauten dann:Hundsode, Hondsose, Hundsose (Thurgau), Hondsoda, Hondsjoda (St. Gallen), Bundsode,Bundsose (Thurgau), Bondshoda, Bundsosa (St. Gallen); Pfundsode, Fundsose, Tondsode,Tondsose (Thurgau); als volksetymologische Anlehnungen anHose" dürftenHundshosä" (Waldstätten),Hund-Hose (St. Gallen) zu betrachten sein; Hundseckel, Hundshodäseckel (Waldstätten), Munni-hode(n) [= Stier-] (Schweiz: Schaff hausen, Aargau, Luzern), Muniseckel [= -hoden] (Luzern), Stierä-seckel (Waldstätten), Os(e)nklait(e) [Ochsenhoden] (Waldeck), Chüetschiseckel [vgl. unten!] (Wald-stätten), Ross-seckel (Aargau), Schafs eck ei (Waldstätten), Hanekloaeten [= Hahnenhoden] (Göttingen);Ochsenpinsel [= membrum virile] (Thüringen). Sehr geläufig ist auch der Vergleich der Früchte mit einemKuheuter: Kuheuter (Erzgebirge, Niederösterreich, Schwab. Alb), Kühlesroada (Rauhe Alb), Küe-Uter(Schweiz: Aargau, Bern, Zug). Zu mittelhochdeutsch Tutte = Zitze (vgl. Dudelkolben = Typha, Bd. I, pag. 112)gehören: Kühditzen (Gotha), Kuhditzen (Hessen), Keiwedutzen (Thüringen, Niederhessen), Kiehdetz(Nahegebiet), Keduize(Thüringen: Salzungen), Dützekaden(Gotha); Chü ebüp i[büpi = Brustwarze [Schweiz]),Hürepupe (Rheinpfalz: Bergzabern). Die langgestreckten Früchte werden auch mit einemWecken", derbekannten Brotform, verglichen; Ditzeweck [der erste Bestandteil zu tutte = Zitze], Kuckucksweck(Gotha), Butterwecken (Bayrisches Schwaben); Teufelsbrot (Steiermark). Gleichfalls auf die Gestaltder Früchte beziehen sich Benennungen wie Moheitl [= Mohnhäuptl] (Nordböhmen); Mönchskappen(Steiermark); Pumper höslain (Krain: Gottschee); Chlaffe(n) [== Klapper, wegen der Samen] (Schweiz:St. Gallen, Zürich). Nicht selten wird die Frucht auch mit einer Kuh (oder einem Kalb, Ochsen) selbst ver-glichen, wo zu deren euterähnliche Form Anlass gegeben haben mag. Spielende Kinder stecken in die Samen-kapseln der Herbstzeitlose 4 Hölzchen und bezeichnen das entstandene Gebilde alsKulv': Kuhlemuh(Niederösterreich), Wisseküh [Wiesenkühe] (Nahegebiet), Kühla,(e)l(e) (Schwäbische Alb),Kühe (Bayrisches Schwaben), Mockla [= Kuh; vgl. Bd. I, pag. 98] (Rauhe Alb); Kaibin [Kälber],Kaiblbuschn (Oberösterreich), O chse(n)kälble (Elsass); Ochsen (Kärnten); von Schweiz. Chutsch= Kalb; daher die schweizerischen Bezeichnungen: Chüetsche, Chüentsche, Chiengsche, Chiengsche.Chüentschli, Chüetschüseckel. Auch mit einer Henne vergleicht man die Früchte: Henne, FeisstiHenne (Graubünden), Glugge [= Henne] (Goms im Wallis), Heu-Gluggere (Schaffhausen). Nacheiner äusserlichen Aehnlichkeit der Blätter der Herbstzeitlose mit denen der Schalotte (Schlotte, AlliumAscalonicum, s. d.): Läusschiode (Gotha), Küh Schlotte (Henneberg), Keschlode [Kühschlotte] (Thüringen ;Salzungen). Mit dem nah verwandten ebenfalls giftigen Germer (Veratrum album, Bd. II, pag. 193) teilt unserePflanze die Bezeichnungen: Germere(n) (Graubünden), Schemmer (Tirol: Lienz), Hemada (Oberösterreich),Hamerbuerz [= Bitterwurz] (Krain: Gottschee). Im romanischen Graubünden heisst die Herbstzeitlose:Minchülettas d'utuon, Flur d'chavaigl, clav (= Schlüssel), clavs d'utuon, Paparella (Unter-engadin), Nicola, Minicolo d'aton (Bergün), Malom; Ro c ca, Popparela cla v, Pezs (Remüs), Sata-logs [für die Blüte] (Heinzenberg); Schigamuli d'altoin [= Herbstcrocus] (Puschlav), im Dialekt desTessin: Zafferano selvatico.

Ausdauernde, 8 bis 25 cm hohe Knollenpflanze mit grundständigen Blättern undBlüten. Knolle ziemlich gross, bis 7 cm lang, braunschuppig. Stengel sehr verkürzt, unter-