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bildet. Häufig tritt sie in der (Erica) Tetralix-Heide auf, andrerseits auch in den nassen Heidemooren, zusammenmit Juncus squarrosus (Bd. II, pag. 161), Trichophorum caespitosum (Bd. II, pag. 25), Eriophorum vaginatumund polystachyon (Bd. II, pag. 18, 20), Carex dioica, pulicaris, rostrata, Drosera rotundlfolia und intermedia,Calluna, Pinguicula vulgaris usw. Es scheint, dass Narthecium giftige Eigenschaften besitzt (vgl. Anm. 2,pag. 191). Die Blüten enthalten keinen Honig; dafür erzeugen sie einen Duft, welcher an den von Piatantherabifolia erinnert. Ueberhaupt hat die ganze Pflanze einen feinen und starken nelkenartigen Geruch.
Allgemeine Verbreitung - : Westeuropa (von der iberischen Halbinsel bis Gross-britannien und Skandinavien; jedoch nicht in Ungarn und Polen); angeblich auch in Kleinasien.
CXXXXVIII. Verätrum 1 ) L. Germer.
Ansehnliche, ausdauernde Kräuter, mit kräftigem, beblättertem Stengel. Laub-blätter spiralig angeordnet, breit-elliptisch bis lineal-lanzettlich, mehrnervig, in eine weiteScheide zusammengezogen. Blütenstand eine endständige, aus ährenartigen Trauben zu-sammengesetzte Rispe. Blüten kurz gestielt, zuweilen eingeschlechtig. Perigon 6-blätterig,fast frei. Staubfäden dem Grunde der Perigonabschnitte eingefügt (Fig. 316 b). Staub-beutel nierenförmig, quer, nach aussen aufspringend (Fig. 316 c, d). Griffel 3, sehr kurz(Fig. 316c, d). Fruchtblätter 3 (Taf. 58, Fig. 2a), ± miteinander verbunden, am freienTeile nach innen aufspringend. Frucht kapselig, vielsamig, scheidewandspaltig. Samenflachgedrückt, hellbraun, ringsum geflügelt (Fig. 316f, g). Keimling klein, an der Spitzedes spindelförmigen Nährgewebes.
Die Gattung umfasst 9 Arten, die im Waldgebiet der nördlichen gemässigten Zone vorkommen. InEuropa nur nr. 569 und 570.
1. Blüten schwarzpurpurn. Rispenäste filzig, besonders im Süden..... V. nigrum nr. 569.
1*. Blüten innen weiss, aussen grünlich oder beiderseits grünlich. Rispenäste flaumig. Auf Wiesenund Mooren der Voralpen (sehr oft nicht blühend).............. V. album nr. 570.
569. Veratrum nigrum L. (= Melanthium nigrum Thunb., = Helonias nigra Ker-Gawl.).Schwarzer Germer. Franz.: Varaire; ital.: Elabro nero, Elleboro dei contadini (Tessin).
Ausdauernd, 60 bis 100 (130) cm hoch. Grundachse kräftig, kurz, dick, von denResten der vorjährigen Blätter faserschopfig. Stengel stielrund, hohl, weichhaarig. Laub-blätter beiderseits kahl, stark faltig, nervig-gerippt; die untern breit-elliptisch, die obernlanzettlich bis lineal-lanzettlich. Blütenstand schmal. Rispenäste flaumig behaart, meisteinfache Trauben bildend. Blüten verhältnismässig klein (kaum über 1 cm im Durchmesser),gestielt (Blütenstiele etwa so lang als die Perigonblätter), nach faulem Obst riechend. Perigon-blätter verkehrt-eiförmig oder spatelig, ganzrandig, schwarzpurpurn, weit abstehend oderzurückgeschlagen. Staubfäden rot. Fruchtkapsel kahl. Samen 7 bis 8 mm lang. — VII, VIII.
Ziemlich selten in Bergwäldern, in Holzschlägen, auf Bergwiesen; fast nur imsüdlichen und östlichen Alpengebiet.
Fehlt in Deutschland vollständig. In Oesferreich nur vereinzelt in Südtirol (am Monte Stinobis 1300 m), in Steiermark, in Krain, in Niederösterreich (vom Gaisberge bei Kalksburg südlich bis Baden undGutenstein), in Oberösterreich und Böhmen (nur im Bilichauer Revier bei Schlan); für Kärnten fraglich (an-geblich am BHess im Ober-Drautal, 1600 m). In der Schweiz nur im südlichsten Tessin (einzig am MonteS. Giorgio [dort aber häufig]; angeblich auch am Monte Generoso). Ausserdem auch in Friaul, Venetien,n Kroatien und Slavonien.
Allgemeine Verbreitung: Südliches Alpengebiet (westlich bis Tessin), Böhmen,SW. Ungarn, Balkanhalbinsel, Sibirien, Kamtschatka.
Diese Spezies schliesst sich in Europa der südeuropäisch-pontischen Flora an; die Standorte nördlichder Alpen sind als therrnophile Relikte zu betrachten. Die Pflanze ist giftig und ruft beim Vieh Magen-krankheiten hervor. Deshalb wird sie (im Tessin) aus dem Heu — zumal sie auch schwer trocknet — entfernt.
') Bei Plinius (XXV, 52) der Name einer auch mit helleborus (Niesswurz) bezeichneten Pflanze;früher wurde V. album häufig auch „weisse Niesswurz" genannt.