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Veltheimia, Convallaria, Colchicum), oft mit Honiggrube oder Honigfurche (z. B. deutlichbei Lilium martagon; Taf. 61, Fig. 1 a). Staubblätter meist 6, in 2 alternierenden Kreisenstehend, seltener mehr (Paris und einige Smilax-Arten) oder durch Fehlschlagen weniger; zu-weilen der innere Kreis staminodial (Allium). Staubfädenselten am Grunde verbreitert und den Fruchtknoten deckend(Asphodelus) oder z. T. petaloid und jederseits ineinen Zahn endigend (Allium [Taf. 60, Fig. lb; Fig. 311])-Griffel meist deutlich, seltener ganz fehlend (Tulipa, Taf. 61,Fig. 4a), 1 oder 3. Fruchtknoten fast stets oberständig, aus 3verbundenen Fruchtblättern gebildet (Taf. 58, Fig. 2 a; Taf. 59,Fig. lb;Fig.314b, f), gewöhnlich3- (seltener 2-oder 4-) fächerig,mit meist mehrsamigen Fächern. Samenanlagen in jedem Fachin 2 Reihen angeordnet, fast immer anatrop. Frucht eine fach-oder scheidewandspaltige Kapsel, nicht selten auch eine Beere.Samen mit reichlichem, fleischigen oder knorpeligem Nähr-gewebe (Fig. 327f) und mit einem kleinen kugeligen oderzylindrischen, geraden oder gekrümmten Keimling (Taf. 60, Fig. 6 a) und meist mit harter,blasser, brauner oder schwarzer Schale, seltener mit fleischiger Hülle.
Bei weitaus der Mehrzahl der Liliaceen wird die Bestäubung durch Insekten vermittelt, welche teilsdurch die auffallenden, prächtigen Blüten, teils durch den Blütenduft, teils durch ausgeschiedenen Nektar an-gelockt werden. Bei zahlreichen Arten wird der Nektar aus besonderen Drüsen der Scheidewände desFruchtknotens (Septaldrüsen) ausgeschieden (Tofieldia, Polygonatum, Anthericum, Asparagus, Muscari, Hyacinthus,Allium, Scilla, Paradisia. Ornithogalum etc.; diese fehlen jedoch bei Fritillaria, Hemerocallis, Veratrum, Convallaria,Bulbocodium etc.). Sie entstehen dadurch, dass die Fruchtblätter bei ihrer Verwachsung einen schmalenSpalt zwischen sich offen lassen (vgl. Grassmann, Flora, 67. Jahrgang, 1884). Nach oben zu verengen sichdie Drüsen zu einem nach aussen führenden Kanal (Fig. 310e bis g), durch welchen der in den Drüsen ge-bildete Nektar austritt, um in den Aussenfurchen des Fruchtknotens in den Blütenboden herabzulaufen. Beiandern Arten wird der Nektar aus den Perigonblättern ausgeschieden und zwar entweder in grundständigenGrübchen (Fritillaria, Veratrum, Uvuläria), in einer grundständigen Rinne (Lilium martagon, Taf. 61, Fig. la) etc.oder seltener in spornartigen Aussackungen am Grunde der Blütenhüllblätter (Gloriosa, Tricyrtis). Während
Fig. 311. Petaloide Staubblätter, o von
Allium rotundum I.., b von Allium
v i n e a 1 e L.
bei zahlreichen Liliaceen mit offenen Blüten der Honig die verschiedenartigsten Insekten —z. B. die Blüten von Anthericum ramosum von Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen besucht —als Bestäuber auftreten, ist bei den trichter- oder glockenförmigen Blüten der Zutritt nur auf einzelneBesucher beschränkt. Als Falterblumen sind z. B. Lilium martagon und Paradisia liliastrum zu be-zeichnen, als Hummelblumen Polygonatum multiflorum und officinale sowie Colchicum, als Bienen-blumen Muscari botryoides, Asparagus of ficinalis, Allium porrum, als Fliegenblumen Gagea und Paris(genauere Angaben finden sich bei den einzelnen Gattungen und Arten). Bei den Yucca-Artenfindet die Bestäubung durch Motten (Pronuba), welche ihre Eier in den Fruchtknoten legen, statt.Ornithophilie kommt bei Aloe-Arten und wahrscheinlich auch bei Phormium tenax vor. Was die Ver-breitung der Samen anbetrifft, so sind die Zoochoren bei den Liliaceen stark vertreten. Durch Vögelwerden wohl die meisten beerenfrüchtigen Arten (Polygonatum, Majanthemum, Convallaria, Asparagus)verbreitet (in ähnlicher Weise werden von Vögeln gelegentlich auch Bulbillen verschleppt). Einige Artenwerden als Myrmekochoren angesprochen. Dem Puschkinia-Typus von S e rn an d e r (Samen ohne eigent-liche Elaiosome, Samenschale dünn, Zellwände mit fettem Oel imprägniert) werden Allium ursinum.Ornithogalum nutans, Puschkinia scilloides etc. zugezählt, dem Viola odorata-Typus (ein differenziertesElaisom am Samen ausgebildet) Gagea lutea und minima, Hyacinthus Orientalis, Lachenalia tricolor,Scilla amoena und Sibirica, Chionodoxa Luciliae etc.). Einzelne anemochore Arten sind durch ge-flügelte (Veratrum album [Fig. 316 f, g] und nigrum, Lilium martagon und bulbiferum, Fritillaria,Erythronium, Lloydia serotina) oder seltener durch feilspahnartige Samen (Narthecium, Taf. 58,Fig. 4 c) in besonderer Weise der Verbreitung durch den Wind angepasst. Zu den Hydrochorenkönnen Tofieldia und Narthecium gerechnet werden. Andere Arten mit verhältnismässig grossenSamen scheinen keine besonderen Verbreitungsmittel zu besitzen. Wie bei wenigen Familien kommtbei den Liliaceen der vegetativen Vermehrung (auch in der Praxis) eine grosse Bedeutung zu.Diese erfolgt sehr oft durch Brutzwiebeln oder Bulbillen, die sich entweder in den Achseln der
so werden
Fig. 312.
JungeZwiebelchcnfkollateraleAnordnung)von derBisam-hyazinthe(Muscari)