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Fig. 313. Spross von
Lilium bulbiferum
mit achselständigen
Brutzwiebeln.
Zwiebelschuppen (Muscari [Fig. 312], Allium-Arten), in den Achseln der Stengelblätter (Lilium bulbiferum,Fig. 313) oder oft in ganzen Haufen in der Blütenstandregion (Gagea- [Taf. 59, Fig. 3 a] und Allium-Arten)vorfinden. Nur selten sitzen die Brutzwiebeln auf der Aussenseite der Zwiebelschuppen oder ganz oben an derSpitze eines Laubblattes (Allium magicum). Bei andern Arten werden zwiebeltragende, unterirdische Ausläuferausgebildet (Tulipa, Erythronium) oder es entwickeln sich blattbürtige Knospen, die alsStecklinge behandelt werden können (Chlorophytum Sternbergiänum). Bei Colchicum,Hosta etc. sind Nucellarembryonen beobachtet worden. Vielzellige Embryoträger, aus denengelegentlich mehrere Embryonen hervorgehen, sind vonTulipa, Erythronium etc. bekanntgeworden. Wenig differenzierte Keimlinge zeigt Gagea (pag. 206).
Die Mehrzahl der Liliaceen sind als perennierende Kräuter, welche durch unter-irdische Rhizome, Knollen oder Zwiebeln ausdauern, zu bezeichnen. Nur bei verhältnis-mässig wenigen Arten aus den Gattungen Dracaena, Yucca, Cordyline, Aloe werdeneigentliche, ausdauernde Stämme ausgebildet, die allerdings ganz beträchtliche Dimensionenannehmen können. Derartige baumartige Formen zeigen dann ein unbegrenztes, sekundäresDickenwachstum, welches von einem unterhalb der primären Rinde gelegenen Cambium-ringe ausgeht. In dieser breiten, meristematischen Gewebezone werden ununterbrochenGrundgewebezellen und vereinzelt neue Leitbündel erzeugt. Epiphyten (hieher dieGattung Astelia auf Neu-Seeland) und Parasiten (Petrosävia stelläris Becc. auf Borneo)sind sehr selten. Die Formen mit xerophilem Baue (Zwiebeln und Knollen, saftige,sukkulente Blätter) sind besonders in den wärmeren, regenarmen, trockenen, steppen-artigen Gebieten stark verbreitet (Mittelmeergebiet, Orient, Kleinasien, Südafrika,Mexiko etc.). Im Mittelmeergebiet gehören sie zu den zeitigen Frühjahrsblühern, die beimEintritt der trockenen Jahreszeit von der Erdoberfläche verschwinden. Die Familie derLiliaceen ist fast über die ganze Erde verbreitet und umfasst ca. 2600 Arten. Sehrzahlreich sind die Liliaceen namentlich im südlichen Afrika, besonders im Kapland, inder Karroo, in Angola (hierher die Gattungen Gasteria, Apicra, Haworthia, Kniphofia,Agapanthus, Albuca, Galtonia, Eucomis, Veltheimia, Lachenalia, Polyxena, Myrsiphyllum,
Bowiea volubilis, Schizobasis, Eriospermum, viele Aloe- und Asparagus-Arten etc.) verbreitet, dann im Mittel-meergebiet und in Mikronesien (die Gattungen Merendera, Erythronium, Bulbocodium, Asphodelus, Aphyllanthes,Hvacinthus, Muscari, Ruscus, Dracaena draco [auf den Canaren], Urginea maritima), in Kleinasien(Puschkinia, Chionodoxa), in den Hochsteppen von Persien und Vorderasien (Eremurus, Fritillaria imperialis,Allium-Arten, Danae). Unter den tropischen Arten (Gloriosa, Littonia, Sanseviera. Chlorophytum, Walleria,Tulbaghia, Smilax) finden sich auch einige Spreizklimmer, sowie verschiedene kletternde Formen. Im östlichenAsien, in China und Japan sind die Gattungen Hosta, Hemerocallis, Rhodea, Reineckia (R. carnea), Aspidistra,Tricyrtis, Ophiopogon, zahlreiche Lilien etc. zu Hause. Für das gemässigte Nordamerika sind Smilacina,Clintonia, Helonias bullata, Zygadenus, Uvularia, Medeola, Trillium etc. charakteristisch. Für Californien, für diesüdlichen Vereinigten Staaten, für die Hochsteppen von Mexiko und Zentralamerika sind xerophile, z. T. baum-artige Vertreter aus den Gattungen Yucca, Nolina, Dasylirion und Schoenocaulon bezeichnend. In Australientreten die eigentümlichen Grasbäume (Xanthorrhoea, Kingia) auf, ferner die Gattungen (Blandfördia, Geitonoplesium,Dasypögon (Tracht von Bromeliaceen oder Dasylirion), Acanthocarpus. Für Neu-Seeland kommen der auchtechnisch wichtige Neuseeländische Flachs (Phormium tenax), sowie die epiphytisch lebenden Astelien (be-sonders Astelia Bänksii) in Betracht. In der alpinen Flora spielen die Liliaceen eine höchst bescheidene Rolle.Als endemisch-alpin sind Paradisia liliastrum, Allium victoriale, Gagea Liotardi (angeblich auch im Himalaya)und Colchicum alpinum zu bezeichnen, als arktisch-alpin Tofieldia borealis und Lloydia serotina. Verschiedenesüdeuropäische Arten reichen aber ziemlich weit in die südlichen Alpentäler hinein (z. B. Asphodelus albus,Fritillaria tenella, Tulipa australis und Didieri, Asparagus tenuifolius). Ueber weitere pflanzengeographischeAngaben, sowie über die zahlreichen bei uns kultivierten Zier- und Nutzpflanzen, über die ausländischen medizinischund technisch wichtigen Pflanzen siehe bei den einzelnen Gattungen bezw. Arten oder Unterfamilien. Die grosseFamilie der Liliaceen wird gewöhnlich in die folgenden 11 Unterfamilien gegliedert, nämlich in die Unterfamilieder Melanthioideae, Herrerioideae, Asphodeloideae, Allioideae, Lilioideae, Dracaenoideae, Asparagoideae, Ophio-pogonoideae, Aletroideae, Luzuriagoideae und Smilacoideae.
1. Pflanzen ohne eigentliche Laubblätter, sondern mit nadeiförmigen oder blattartig ausgebildetenFlachsprossen oder Phyllokladien (diese stehen in den Achseln von Schuppenblättern) .......2.
1*. Blätter deutlich (normal) ausgebildet. Zweige nicht laubblattartig.........3.
2. Phyllokladien nadel- oder fadenförmig. Staubblätter frei. Kräuter . . Asparagus CLXV.2*. Phyllokladien blattartig-verbreitert, auf der Fläche die Blüten tragend. Staubfäden zu einer
Röhre verwachsen. Verzweigter, immergrüner Strauch. Nur im Süden........Ruscus CLXVI.
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