olgen lassen, auf hohem gefleckten Stengel herrliche
uhige Blätter, eingeschlitzt, tiefgrün sich sanft in sich
elbst zurückrundend, ich wüßte keine ihnen ähnliche
orm in unserer Flora. Vor den Oktoberfrösten, ehe ein
calter Wind sie verletzt, schneidet mein Messer den saft-
-.trötzenden Stengel dicht über der Knolle ab- In fäulnis-
vidrigem Sand geborgen, verbringt sie den fremden
Winter in kühlem Dunkel. Viele, viele Jahre schon blieb
-nir ihre Kraft treu, immer keimt sie im März. Sie wird
nich überleben.
Der Hauch des Fruchtbaren, des Unaufhörlichen ver-läßt die Eidechsenpflanze nicht. Als habe sich ihre ge-waltige Energie an Knolle, Blüte, Blatt nicht ersättigt,sitzen schon während der Blüte der großen Knolle meh-rere kleine auf, winzige, leicht ablösbare, zu eigenerFahrt bereite. „Sie lebt in lauter Kindern", heißt es injenem Aufsatz Goethes von der Natur, „und die Mutter,wo ist sie?"
Diarium
Mit dem Einverständnis des Reichsministers für Volksaufklärungund Propaganda hat der Oberbürgermeister von Bielefeld zum städ-tischen Musikdirektor Dr. Hans Hoffmann bestellt. Dieser seit einigerrZeit verwaiste Posten ist mit Dr. Hoffmann wieder bestens besetzt.Die Leitung des Städtischen Musikvereins Bielefeld liegt bereits seitJahren in Händen von Dr. Hoffmann. Mit der Stellung des städtischenMusikdirektors ist auch die musikalische Oberleitung des Stadtheatersverbunden.
Dr. phü. Theodor Scheffer, Lehrbeauftragter für pädagogischePolitik an der Universität Jena, hat für das Sommersemester eineöffentliche Gemeinschaftsvorlesungsreihe angekündigt, die sich mitder Judenfrage unter verschiedenen Gesichtspunkten befassen wird.Namhafte Gelehrte werden zu dem Thema sprechen, u. a. RektorStaatsrat Prof. Dr. med. Astel über „Das Bevölkerungsproblem",Dr. Theodor Scheffer über „Geschichte der Judenbekämpfung", Prof.Dr. Gerhard Heberer über „Das rassische Bild des Judentums", Prof.Dr. Johann von Leers über „Die Juden in den einzelnen Ländern',Prof. Dr. Karl Wesle über „Die Juden im literarischen Leben unseresVolkes", Staatsrat Dr. Ziegler über „Das Judenproblem in der deut-schen Kultur und Kunst".
Der Fiügelaltar von Niederrottweil bei Breisach, um 1520 ent-standen, vermutlich ein Werk des Meisters H. L., der den BreisacherHochaltar schuf, wird gegenwärtig von dem Freiburger Restauratorliibner in seiner ursprünglichen Schönheit wieder hergestellt.
Generalintendant Oskar Walleck hat für das deutsche Opernhausin Prag das Tarudrama von Fried Walter „Kleopatra" zur Urauffüh-rung für die Spielzeit 1943/44 angenommen.
Rom ist dieser Tage der Musikgelehrte, Pädagoge, Tonsetzer undChordirektor Raifaele Casimiri im 63. Jahr abgeschieden. Er hat selbsteine große Anzahl geistlicher Tonwerke verfaßt, doch leistete er Blei-bendes in der Musikwissenschaft, vor allem als Wiedererwecker und;ntd»r!cer von alter polyphoner Vokalkunst. Zuletzt war ihm eine' . gäbe dei „Opera Omnia di Palestrina" anvertraut worden,gäbe, die er bis zum 17. Band förderte. Casimiri war amber 1880 in Gualdo Tadino (Umbiien) geboren, seit 1911 warar Kapellmeister an San Giovanni in Laterano zu Rom. Hier gründeteer 1922 auch seine ausgezeichnete Societä Polifonica Romana, die erauch im Auslande mit Vorführungen unbegleiteter Chormusik derRenaissance zu großen Erfolgen führte. Seit 1901 gab er auch dieZeitschrift Rassegna Gregoriana, seit 1907 die Monatsschrift Psalterium,dann das Jahrbuch Sacri Concentus sowie seit 1924 die Viertel] ahrs-schrift Note d'Archivip polyphonisae, ipmanae lepertoriiim heraus, iL
„ l rennui
fassen will, in dem der Ehemann von seiner Familie fortziehenmuß. Hier aber bleibt der Ehemann, "wenn auch gegen seinenWillen, in seiner alten Wohnung, während die Ehefrau nichthinzugezogen ist. Das „Fortziehenmüssen" kann dem „Nicht-fortziehendürfen" nicht gleichgestellt werden.
Es fragt sich nun, ob eine analoge Anwendung der Be-stimmungen über Trennungszuschläge nach dem Erlaß überDienstpflichtunterstützung vom 8,Februar 1943 Ziff.ll möglich ist,wie der Kläger meint. Dort ist für einen Dienstverpflichteten,der eine Ehe erst während seiner Beschäftigung schließt, derAnspruch auf einen Trennungszuschlag gegeben, wenn er ohnedie Dienstleistung die Möglichkeit hätte, mit seiner Ehefraugemeinsam zu wohnen usw. Sollte eine analoge Anwendungdieser Bestimmung möglich sein, so müßte der Kläger hiernachaber zunächst im einzelnen nachweisen, daß Wohnraum undMöbel zur gemeinsamen Haushaltführung vorhanden sind.Denn die vorgelegte Bescheinigung, daß eine Ehefrau eineneigenen Haushalt führt, würde hierzu nicht genügen. Je-doch bedürfte es hier dieses Nachweises nicht.
Keine Analogie zur Dienstverpflichtung
Denn wenn auch seit Jahren ein Gefolgschaftsmitglied in derWahl seines Arbeitsplatzes sehr beschränkt worden ist, soläßt sich doch der Vergleich eines Gefolgschaftsmitgliedes,
iNeuverneiratete derTuispörrizum Finden einer gemeTrlsamenWohnung gemindert und statt dessen zwei getrennte Woh-nungen gehalten würden, deren Pflege mehr Arbeitskraft inAnspruch nimmt und z. T. Wohnraum ungenutzt läßt, währendandererseits die Arbeitskraft der neuverheirateten Ehefrauenfür staatswichtigere Arbeiter verlorengehen könnte, 4. viel-leicht um die den Staat sehr berührende Frage, ob durchsolche Trennungszulagen „Scheinehen" gefördert werdenkönnten, eine Frage, die bei Beamten oder Beamtenangestelltenkaum auftauchen kann, weil an sie besonders hohe Anforde-rungen auch in ihrem Privatleben gestellt werden, da sie stetssich als Repräsentanten des Staates zu betrachten haben,5. die vom Reichsfinanzminister für Beamte usw. angeordneteunterschiedliche Behandlung von Altverheirateten und Neu-verheirateten weist schließlich darauf hin, daß auch nochandere Gesichtspunkte bei der Beurteilung dieser Frage inBetracht kommen können, die das Gericht zu beurteilen nichtin der Lage ist. Erst recht wäre das Arbeitsgericht aber nichtimstande, Bruchteilsätze festzustellen für Neuverheiratete,wie der Reichsfinanzminister es getan hat, weil ihm auch hier-für die erforderlichen Unterlagen fehlen. Würde das Arbeits-gericht einen gegenteiligen Standpunkt einnehmen, so würdees damit in das Gebiet der Gesetzgebung selbst eingreifen undsich nicht auf die Schließung einer offenbaren Lücke im Einzel-falle beschränken. Di. Huisl.
Ein hundertjähriges Kriegsschiff
Lissabon, 28. Mai. (ep) Im Alter von hundert Jahren wurdejetzt das älteste Schiff der portugiesischen Kriegsmarine, dieFregatte „Don Fernand o", aus dem Register desMarineministeriums gestrichen. Damit verschwindet eines derWahrzeichen Lissabons, hat doch die Fregatte seit dem Jahre1878 auf dem Tejo vor dem größten Platz der Hauptstadt, derPlaca do Commercio, vor Anker gelegen. Dort diente sienacheinander als Flaggschiff der Kriegsmarine, als Marine-schule und als Kaserne. Die „Don Fernando" wurde einst inDamao (Portugiesisch-Indien)) erbaut. Genau wie ihre Dienst-dauer dürfte auch ihre Bauzeit einen Rekord darstellen, denndiese hat zehn Jahre, von 1832 bis 1843, gedauert.
Fünfzig Jahre D-Zug
GW Hannover, 28. Mai. Der D-Zug kann in diesem Früh-jahr seine 50-Jahr-Feier begehen. Schnellere Züge gab es beider nun schon mehr als hundertjahre altenEisenbahn auch früher.Aber die Reisenden waren zu acht oder zehn auf ihre kleinenAbteile beschränkt und mußten beispielsweise, wenn siegleichfalls schon vorhandene Speisewagen aufsuchen wollten,das auf einer Station tun und im Speisewagen bleiben, bis derZug wieder einmal hielt. Verbindungen zum Nebenabteil führteman erstmals in Württemberg ein, wo man sogenannte „Inter-kommuiiikationswagen" schuf, in denen sämtliche Abteile eines
Wagens durch kleine Türen in Verbindung miteinander Stan-den. Versuche mit „Harmonikazügen", wie man sie damalszum Teil nannte, Durchgangszügen, machte man zuerst 1892auf der Strecke Berlin—Hannover—Köln. Man schuf eiseineKlappbrücken von Wagen zu Wagen und umgab sie zumSchutz mit Faltenbälgen. Damit war die Beschränkung desDurchgangs auf einen Wagen überwunden, und die Reisendenvermochten Speisewagen und WC jederzeit auch während derFahrt aufzusuchen; zwischen den einzelnen Wagen war zudemein beqeumer Ausgleich der Besetzung möglich geworden. ImFrühjahr 1893 erschienen die D-Züge unter ihrer heutigenamtlichen Bezeichnung zum ersten Male in den Fahrplänen —zum Entzücken der Reisenden, für die es ein geradezu auf-regendes Erlebnis war, in einem D-Zug spazierenzugehen,vom ersten Wagen bis zum letzten.
300 Jahre Arnsberger Gymnasium
Arnsberg, 28. Mai. (wld) Das Staatliche Gymnasium Lauren-tianum zu Arnsberg kann in diesem Jahr auf ein 300jährigesBestehen zurückblicken. Die Schule wurde in einem altenKloster im Jahre 1643 gegründet und am 1. November des-selben Jahres feierlich eröffnet. Im Jahre 1715 siedelte dieSchule in ein neues Gebäude über. Im Jahre 1782 wurde diebis dahin klösterliche Anstalt durch den Kurfürsten MaximilianFriedrich verstaatlicht. Das heutige Schulgebäude wurde 1879bezogen,
Das Ergebnis von Passau wird von der Jugen mit Aufmerksamkeitlverfolgt werden. Denn dort treten die Lehrmeister an, und dort wirktldas Beispiel, dem sie nacheifert. Trotz der Härte und Sprödigkeit,!die der zähe Ausdauer verlangende Sport des Geräteturnens verlangt, [hat sich die Jugend nicht abschrecken lassen, sich mehr und mehrlzum turnerischen Wettkampf zu stellen. So sind beispielsweise zu den!Bannwettkämpfen des Vorjahres 4864 Mannschaften gegenüber 24851im Jahre 1941 angetreten, also rund 75 v. H. mehr. Und jede hattelihren Helfer und Turnwart, die meistens aus den Reihen der Wett-|kämpfer bei den turnerischen Meisterschaften kommen.
Italiens neue Tennis-Rangliste. Der italienische Tennis-Verband hatlnach dem übertritt von Romanoni ins Lager der Tennislehrer eine!neue Rangliste der Männer aufgestellt. An der Spitze steht Cucellijvor Marcel Del Bello, Bossi, Rado, Quintavalle und Sada. Man ver-Tmißt dabei Canepele, der erst dieser Tage das Turnier in Alassio|gewonnen hat.
Trabrennen zu Gelsenkirchen
Die Trabrennbahn wartet am letzten Maisonntag mit einer!wertvollen Zuchtprüfung, dem Fritz-Geldbach-Erinnerungs-Rennenj(20 000 Mark, 2200 Meter), auf. Unter den 14 als Starter angegebenenPferden fällt vor allem der prachtvolle Schimmel Kurier auf, der seinJahresdebüt gibt. Neben Kurier verdient der Seriensieger Hagencjbesondere Beachtung. Für Agal spricht sein Sieg im Oster-PreislAuch der ewige Zweite Glückauf ist ebenso wie Natrium beim Endazu erwarten. Für Folkmar und Flitzer könnte es zu einem guter!Platzgeld reichen. Eine Neuerscheinung in Westdeutschland is|Fabiamus, der in sehr guter Verfassung an den Ablauf kommt.
Unsere Vorhersagen: 1. R.: Fahrt Panschow-Drost-Tambo; 2. R.JEnergie-Abbazia-Anne; 3. R.: Petarde-Erlenhof-Augapfel > 4. R.lKurier-Hageno-Glückauf; 5. R.: Waldteufel-Zeder-Alcazar,- 6. R.: Nico|Cupido-Mario; 7. R.: Hamal-Petrovsky r.-Derwisch.
Der Rundfunk am Samstag
Reichsprogramm: 11 bis 11,30 Uhr Besuch bei Aloi^Pachernegg. — 12,35 bis 12,45 Uhr Der Bericht zur Lage.14,15 bis 15 Uhr Willi Steiner spielt auf. — 16 bis 18 UhJBunter Samstagnachmittag. — 18 bis 18,30 Uhr Vorschau auldas Rundfunkprogramm der Woche. — 18,30 bis 19 Uhr DelZeitspiegel. — 19,15 bis 19,30 Uhr Frontberichte. — 19,45 bil20 Uhr Hans Fritzsche spricht. — 20,15 bis 21,30 Uhr Zeit!genössische Unterhaltungsmusik. — 21,30 bis 22 Uhr Kleine^Konzert.
Deutschlandsender: 11 bis 11,30 Uhr über LanrJund Meer. — 17,10 bis 18,30 Uhr Beschwingtes Konzert.20,15 bis 22 Uhr Operette, Oper, Konzertmusik.
Haupticbrlttlsttet! Di Johann Schatei lt. Z. Wehrmacht) Stellv. HaopUchrtflleitet: Dr. Frlti Blomrath. Verleger o. Drucker: M DuMont Scbanberg In KölnBreit« Str. 62-64 Ruf 210251 Postscheckkonto: Köln 250. Z.Zt Preisliste 12 gfiltia
| Amtliche Bekanntmachung
Ausgabe der Zusatzkleiderkarte rar Vierten Reichskleiderkartejfür Burschen und Maiden.
Die Zusatzkleiderkarten für Burschen und Maiden vom vollendeter^
15. bis zum vollendeten 18. Lebensjahre (die also zwischen den
2. 1.25 und dem 1. 1. 1928 geboren sind), können auf den zuständiger!
Bezirksstellen in Empfang genommen werden an folgenden Tagenl
Am Montag, dem 7. Juni 1943, für die Buchstaben A—-K
am Dienstag, dem 8. Juni 1943, für die Buchstaben L—S
am Donnerstag, dem 10. Juni 1943, für die Buchstaben T—Z
Geburtsurkunden der Jugendlichen, Hausstandsbuch oder derglj
sind dabei vorzulegen. Zweifelsfälle können am Montag, dem 28
Juni 1943, auf den Bezirkistellen geklärt werden.
Per Oberbürgermeister,