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Carex atrata von arktischem und altaisch-alpinem Charakter gehört in den Alpen zu den Kalkzeigern.Sie findet sich häufig auf den Rasen der Milchkrautweide (zusammen mit Salix retusa, Sesleria caerulea,Selaginella selaginoides, Tofieldia calyculata, Crepis aurea, Leontodon hispidus, Ranunculus alpestris, Thesiumalpinum, Parnassia palustris, Carex capillaris und sempervirens, Gentiana acaulis, Bartschia alpina, Silene acaulis,Biscutella levigata, Primula farinosa, Pedicularis Jacquinii [letztere in den östlichen Alpenl etc.), ferner auf derHorstseggenhalde (Carex sempervirens; vgl. nr. 486) und im Firmetum (vgl. nr. 487).
Aendert ab: var. gelida Schur. Pflanze nur 8 bis 15 cm hoch, mit 1 bis 3, eiförmigen Aehren.Schläuche schmäler.
var. alti'ssima Schur. Pflanze über 30 cm hoch. Blätter breit. Aehren 3 bis 4, sehr breit.
var. castänea (Mielichh.) Richter. Tragblätter kastanien- bis hell kaffeebraun. — Selten.
subsp. nf graBell. (= C. saxätilis Scop. nee Wahlnb., = C. parviflöra Host). Pflanze niedriger (bis 20 cmhoch). Stengel steif aufrecht, glatt. Blütenstand kopfig gedrängt, aus 3 oder 4 (selten nur aus 2 : var. distächyaWilld. [= Carex bina Schkuhr]), sehr kurz gestielten Aehren bestehend. Schläuche ganz schwarz, am Randeund am Grunde heller. — Nicht selten auf trockenen, humosen Alpenweiden, in Felsritzen.
subsp. aterrima A. Winkler (= C. aterrima Hoppe, = C. Sudetica Opiz). Pflanze kräftiger, grösser(bis 60 cm hoch). Stengel stark rauh, etwas schlaff. Blütenstand nickend, aus 2 bis 7, tintenschwarzen, langzylindrischen, bis 2 cm langen Aehren bestehend; die untern Aehren gestielt. Schläuche 4 bis 5 mm lang,ganz schwarz oder seltener am Rande und Grunde ganz grünlich; sehr selten Ränder der Schläuche gelb(var. Wölfii Kneucker). — Zerstreut an feuchten, kräuterreichen Stellen, auf rasigen Hängen, auf feuchtenWiesen der Alpen (auch vereinzelt im Riesengebirge und Gesenke). In den östlichen Alpen findet sich dieseUnterart nicht selten in Gesellschaft von Adenostyles albifrons, Aconitum lycoctonum, Peucedanum ostruthium,Geranium silvaticum, Valeriana montana, Thalictrum aquilegifolium, Scabiosa lucida, Hypericum quadrangulum,Carduus defloratus, Aspidium lonchitis, Salix arbuscula etc.
Von Bastarden wurde als Seltenheit C. atrata L. X C. alpina L. (= C. Candriäni Kneucker)in Graubünden (Albula; ? Valetta im Oberengadin) und C. atrata L. X C. frigida All. konstatiert. Ferner sindZwischenformen sehr häufig; einzelne (von C. atrata X subsp. aterrima [= C. Binnensis Kneucker] und vonC. atrata X subsp. nigra) werden auch für hybrid gehalten.
höhe
460. Carex Slipina Wahlnb. (= C. glomerata Schkuhr, = C. Schkührii Willd., = C.campestris Host, = C. obtusäta Rchb. f.). Niederliegende Segge. Taf. 48, Fig. 6. und
Fig. 233 u bis v.
Ausdauernd, grasgrün, 8 bis 20 (30) cm hoch, ziemlich verlängerte Ausläufer treibend.Stengel meist starr aufrecht, stumpfkantig (Taf. 48, Fig. 6 a), länger als die Blätter, unterdem Blütenstand rauh. Scheiden purpurbraun, linealisch. Blattspreiten sehr schmal (höchstens1 1 /-2 mm breit), flach, aufrecht. Blütenstand kurz, aus 1 bis 3 sitzenden, rundlichen, einandersehr genäherten weiblichen und einer endständigen, linealisch-lanzettlichen männlichen Aehrebestehend. Hie und da scheinbar nur eine (endständige) Aehre, d. h. die weiblichen Aehrenauf eine Blüte reduziert (var. pseudomonostächys Aschers.). Hüllblätter am Grundetrockenhäutig, nicht scheidenartig, das unterste zuweilen laubartig. Tragblätter (Fig. 233 u, v)kastanien- bis rotbraun, zuletzt kürzer als die Schläuche. Schläuche gross, glänzend, auf-gedunsen, bis 3 mm lang, dreikantig-ellipsoidisch, kaum nervig, gelbbraun bis kastanienbraun.(Fig. 233 w) Schnabel an der Spitze halbmondförmig ausgerandet. Narben 3. Früchteca. 2 mm lang, etwas dreikantig. — IV, V.
Ziemlich selten auf sandigen, trockenen Grasplätzen, auf kurz begrasten, sonnigen,dürren Hügeln, auf trockenem Waldboden, meist sehr gesellig; nur in der Ebene.
In Deutschland besonders um Halle und von da bis Halberstadt und Magdeburg, Naumburg, Jena,Frankenhausen, ferner in der Rheinpfalz, bei Kreuznach, in Rheinhessen, bei Mainz, in der Niederlausitz, inBrandenburg (im Havelgebiet bis Spandau, im Odergebiet bis Stettin), in Posen (Inowrazlaw) und Westpreussen(Thorn und sehr selten im Kr. Kulm zwischen Plutowo und Kielp). In Oesterreich in Böhmen (selten), inMähren. Oberösterreich, Niederösterreich und Tirol (Etschtal von Graun bis Meran, am Doss Trento beiTrient, Monte Frati). Fehlt in der Schweiz gänzlich.
Allgemeine Verbreitung: Südrussland, Ungarn, östl. Oesterreich, Mittel- undöstl. Deutschland, Kaukasusländer, Sibirien, Nordamerika.