71
oder nur wenig überragend. Untere Blattscheiden gelbbraun. Spreiten etwas dicklich,orstenförmig, hohlrinnig (Fig. 233b), 1 bis 2 mm breit, massig rauh, gewöhnlich wie der Stengel°S l g gekrümmt, seltener gerade, an der Spitze frühzeitig absterbend und gelb werdend. Aehrenz u einem länglichen Köpfchen vereinigt, unten weiblich, oben männlich. Tragblätter sehr breit,unkelbraun, mit grünem Mittelstreifen, häutig, breit weisslich berandet. Schläuche lanzettlich,ndeutlich dreikantig, 5 bis 6 '/a mm lang, zweikielig (fast geflügelt), mit zweizähnigemcnnabel, neben der Frucht noch ein Rudiment der Sekundanachse aufweisend. Narben 3\ af. 52, Fig. 1 a). Frucht verkehrt-eiförmig, dreikantig, weisslich, ca. 3 mm lang. —■ VII, VIII.Sehr häufig und bestandbildend auf Humuspolstern, in Felsritzen und Sumpf-wiesen der Hochalpen, doch ausschliesslich auf kalkarmem Substrat (Urgebirge und Schiefer-gesteine [z. B. auf Bündnerschiefer], sowie Melaphyr), von ca. 1900 bis 3000 m (Plattje am MonteKosa); selten auch tiefer: Sekkauerzinken der niedern Tauern, 1750 m), von den Seealpen biste iermark, Kärnten und Oberösterreich. Fehlt in Niederösterreich vollständig, ebenso inen bayerischen Alpen (für die Alpspitze im Zugspitzgebiet sehr fraglich, dagegen kürzlichm Hundstod in den Salzburgeralpen wenig ausserhalb der deutschen Grenze konstatiert).Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Alpen,Karpaten,Siebenbürgen,Banat,Balkan.
Aendert sehr wenig ab: var. pygmiea Holler. Pflanze meist nur 3 bis 7 cm hoch. — Hochalpenv ar. 1 ongearistäta E. Steiger. Pflanze kräftig, bis 36 cm hoch. Blätter */a bis s /4 so lang als derIgel. Blütenstand verlängert. Unterstes Hüllblatt in eine bis 3 cm lange Granne ausgezogen, welche dasP'chen überragt. — In Graubünden (Misox, Glenner) kürzlich nachgewiesen.
var. Rodnensis Porcius. Aehnlich. Unterstes Hüllblatt laubartig, 2 bis 3 cm lang. — Tirol, Karpaten.Die Krummsegge bildet im Urgebirge über der Waldgrenze auf leicht geneigten Flächen — auf Pass-en, Gräten, hochgelegenen Plateaus, auf Bergrücken — ausgedehnte, charakteristische, gelblich schimmernde- Blätter sterben an der Spitze frühzeitig ab) Bestände. Dieselben werden als „Formation der gekrümmtenSge (Kerner) oder als „Krummseggenrasen" bezeichnet. Das eigentliche Curvuletum (C. typicum) tritt auf hoch-genen Plateaus in grossen, zusammenhängenden Rasen auf. Als die wichtigsten Begleitpflanzen erscheinenöst Seslcria disticha, Avena versicolor, Nardus stricta (alle drei können oft dominierend werden), Festucaen, Agrostis alpina und rupestris, Chrysanthemum alpinum, Leontodon Pyrenaicus, Meum mutellina, Phyteumals Phaericum (in den Ostalpen P. confusum), Gentiana brachyphylla, Trifolium alpinum, Potentilla aurea,Jgonum viviparum, Luzula lutea, Juncus tritidus, Pedicularis caespitosa, Hieracium alpinum, Senecio Carniolicus,' ^leuria procumbens und Vaccinium uliginosum (an trockenen Stellen). Dieser Bestandtypus entspricht aufden Rasen von Carex firma (Firmetum) oder von Elyna. Da wo Kalk- und Urgebirge aneinander grenzen,irmetum und Curvuletum streng voneinander geschieden. In der Nähe von Schneetälchen, in Mulden,
er Nähe von Sümpfen etc. findet sich auf frischem Boden das Curvuletum nivale (nach Brockmann-Terosch).
Die tr , \ j '
norste stehen hier lockerer und lassen den schwarzen Humus durchblicken. Von den Konstituenten des
1 etum typicum sind hier nur Leontodon Pyrenaicus und Chrysanthemum alpinum vertreten; daneben
einen Gnaphalium supinum, Cardamine alpina, Sibbaldia procumbens, Salix herbacea, Soldanella pusilla,
_ spadicea, d. h. Pflanzen, die wir sonst in den Schneetälchen anzutreffen gewohnt sind. In den Kalkalpen
as Curvuletum nur auf Schiefer auf oder an Stellen, wo ein dichtes Humuspolster als Isolierschicht dient.
aschelnden Blätter liefern eine spärliche Ziegen- und Schaf weide; für Grossvieh ist der Bestand zu mager.
44 °. Carex leporfna 1 ) L. ( C. mollis Gilib., C. nüda Lam., = C. ovälis Gmel.,
Vignea leporina Rchb.). Hasenfuss-Segge. Taf. 47, Fig. 2.
_ Ausdauernd, (5) 20 bis 50 (70) cm hoch, dichte Horste bildend. Grundachse
echend, Ausläufer treibend. Stengel steif, aufrecht, ziemlich scharf dreikantig (Taf. 47,
s- 2 b). Blätter meist ziemlich starr aufrecht, 2 bis 3 mm breit, meist nur l \t bis 2 jz so
g als der Stengel. Blütenstand meist 2 bis 3 cm lang, aus 4 bis 7 (9), etwas genäherten,
g eichgestalteten Aehren bestehend. Unterstes Hüllblatt hie und da laubartig, die übrigen
unhäutig. Aehren sich deckend, oval, 6 bis 10 mm lang, dichtblütig, am Grunde männlich,
^____J*rJSpitze weiblich. Tragblätter eiförmig-lanzettlich, spitz, meist hellbraun, am Rande
rn -, ) = hasenähnlich (lat. lepus [Genitiv leporis] = Hase); wegen der Aehnlichkeit des Blütenstandes
mit einer Hasenpfote.