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2. Monocotyledones 2 (1907)
Entstehung
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7
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Entwicklung des Durchlüftungssystems. Zwischen den Bastrippen verlaufen durch das ganze Blatt Luftkanäle,die von grünem Assimilationsgewebe (Fig. 174) umgeben werden. Bei verschiedenen Arten zeigt die Epidermisder Blattunterseite zahlreiche papillenartige Ausstülpungen (Fig. 174), die vielleicht den Zweck haben, dieSpaltöffnungen, die zwischen ;==_===-

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den Papillen liegen, gegenNässe zu schützen. Die fallen-den Regentropfen rollen überderartige Flächen einfach hin-weg ; das Wasser vermag die at-mosphärische Luft aus den Ver-tiefungen nicht zu verdrängen.Die Spaltöffnungen bleiben des-halb stets unbenetzt. An denRändern und längs der Bastrip-pen finden sich bei verschiedenenArten (Carex stricta, Cladiummariscus) scharfe Widerhaken,die wohl ein wirksames Schutz-mittel gegenTierf rass darstellen(Fig. 173 b, c). In der Tatwerden derartige Blätter vomWeidevieh nur selten berührt.Oft sind diese Widerhaken sokräftig, dass man sich daranleicht die Finger verletzen kann,

Fig. 175. Scheinfrucht von Carex rostrata Wjth. a von aussen, b Querschnitt mit Luft-kammer (1), Scheinfrucht von Carex vesicaria L., c von aussen, d Querschnitt mit Luft-kammer (1), e Stück durch die Utriculus"\vand (stark vergrössert).

sich schneidet". Während die Blattscheide ursprünglich geschlossen ist. wird siespäter allmählich gesprengt. Dabei löst sie sich entweder in ein regelmässiges, netziges Fasersystem auf oder zerfälltganz unregelmässig. Alle Riedgräser sind als Windblütler zu bezeichnen, bei denen also der Blütenstaub durchden Wind auf die Narben gebracht wird. Verschiedene Arten sind proterogyn, andere proterandrisch. Selbst-bestäubung wird bei einigen Spezies durch Trennung der Geschlechter vermieden (Carex dioica und Davalliana).In der Entwicklung der Kotyledonarscheide verhalten sich die Cyperaceen sehr verschieden. Bei den einen (Carex)bildet sich dieselbe erst während der Keimung, während sie sich bei andern (Scirpus lacustris) schon innerhalb des Samensentwickelt. Bei Carex dient sie jedenfalls (wie bei den Gräsern) beim Durchbrechen des Bodens der Stamm-knospe als schützende Hülle. Später wird sie dann an der Spitze von den ersten Laubblättern gesprengt.Scheide (Taf. 21, Fig. 34, dunkelgrün) und Kotyledo werden durch ein deutlich sichtbares Zwischenstück (Meso-kotyl) von 6 bis 10 mm Länge voneinander getrennt (Taf. 26, Fig. 34, hellgrüne Zone über dem Kotyledo).Dieses Zwischenstück ist aber weder das Hypokotyl noch ein Internodium, sondern wird als ein stark ver-längerter Knoten aufgefasst (Goebel, Organographie pag. 599). Die aufgeblasenen Früchte von einigen sumpf-bewohnenden Arten (Carex vesicaria und rostrata) werden durch luftführende Partien schwimmfähig gemacht(Fig- 175).

Landwirtschaftlich haben die Cyperaceen, die recht oft mit verschiedenen Juncaceen und Gramineen(Molinia, Phragmites) in grossen Beständen aufzutreten pflegen, vor allem als Streuepflanzen eine grosse Bedeutung.Als vorzügliche Streuepflanzen können die folgenden Arten bezeichnet werden: Carex disticha, stricta, acuta, Bux-baumii, rostrata, vesicaria, riparia und acutiformis. Gute Streuepflanzen sind: Carex brizoides, vulpina, para-doxa, paniculata, teretiuscula, Goodenowii, Scirpus silvaticus und maritimus, Eriophorum polystachyon. Alsminderwertige Unkräuter erscheinen in den Streuewiesen: Trichophorum caespitosum, Carex Davalliana,Schoenus ferrugineus und nigricans. Besonders in solchen Gegenden, wo das Stroh oder die weisse Streuefehlt, kommt der Schwarzstreue oder Riedstreue eine grosse Bedeutung zu; sie ist das wichtigste und besteErsatzmittel für das Stroh. Der mittlere Preis der Riedstreue beträgt in der Schweiz durchschnittlich 4 bis 5 frs.pro 100 Kilogramm (im Maximum bis 10 frs.). Immerhin wird die Riedstreue gewöhnlich weniger hochgeschätzt als das Stroh der Getreidearten. Stets soll die Streue erst dann geschnitten werden, wenn dieBlatter gelb werden und die Reservestoffe sich bereits in den Wurzelstöcken angesammelt haben, also möglichstspat. Verschiedene Arten (namentlich Scirpus lacustris, maritimus und silvestris) eignen sich wegen der Zähig-keit ihrer Halme vorzüglich zu Flechtwerk, zu Matten, Körben etc. Andere Arten dienen als Polster- undPackmaterial, vor allem das sog. Waldhaar (Carex brizoides), das in Baden und Oberösterreich in grossenMengen gesammelt wird und als Ersatzmittel für Rosshaar oder Seegras in den Handel kommt. Wurzelstockund Halm werden getrocknet, gesotten, gehechelt und zu fingerdicken Seilen versponnen. Carex arenaria (siehedort) war früher als Heilmittel deutsche Sassaparille (Radix Sassaparillae Germanicae) geschätzt.