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2. Monocotyledones 2 (1907)
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8
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Die Cyperaceen bewohnen äusserst verschiedene Standorte; wir begegnen ihnen in den Moorwiesen, inMoorsümpfen, Waldsümpfen, auf Torfstichen, Alluvionen, an Flussufern, auf feuchten Triften, auf sonnigen,sandigen Hügeln, auf Grasplätzen, trockenen Waldböden, in Erlenbrüchen, in Laubwäldern, in Gebüschen, anWaldbächen, auf Strand- und Heidewiesen, auf Gerolle und in Felsritzen der Alpen usw. Dementsprechendzeigen sie auch einen sehr verschiedenen Habitus, wie auch grosse Verschiedenheiten in der Ausbildung derBlattspreiten (man vergleiche z. B. Isolepis fluitans der nordwestdeutschen Heidetümpel mit Carex pendula derfeuchten Wälder oder mit Carex humilis der süddeutschen Heidewiesen). In der Verlandungszone spielen mehrereArten eine hervorragende Rolle, vor allem Scirpus lacustris, dann verschiedene grosse Seggen (Magnocaricetum),besonders der Allerweltsverlander Carex rostrata, dann Carex stricta, vesicaria, paradoxa, riparia, acuta, acuti-formis, ferner Cladium mariscus und in den Alpen Eriophorum Scheuchzeri. Nicht selten trifft man auch diesog. Schwingrasen an, die aus einer stark verfilzten, bis über 1 m mächtigen, zusammenhängenden Rasendeckebestehen, die auf einer wasserdurchtränkten Unterlage aufruht oder auf dem Wasser schwimmt und beim Auf-treten deutlich in schwingende, wellenfönnige Bewegungen gerät. Sowohl in den Hochmooren (= Heide- oderMoosmooren) wie in den Wiesen- oder Grünlandmooren nehmen die Cyperaceen an der Zusammensetzung derVegetationsdecke einen hervorragenden Anteil. Vorwiegend auf Hochmooren kommen vor: Eriophorumvaginatum, Carex limosa, pauciflora, dioica, pulicaris, chordorrhiza, loliacea (nur in Ostpreussen) und Tricho-phorum caespitosum. Zu den Charakterpflanzen der norddeutschen Heidemoore zählen die folgenden Arten:Eriophorum vaginatum (oft als fast reiner Bestand grosse Strecken überziehend), Eriophorum gracile, Tricho-phorum ahoinum, Trichophorum caespitosum, Isolepis multicaulis, Isolepis fluitans (eine Charakterpfianze derTümpel und Gewässer), Rhynchospora alba und fusca (oft beide zusammen), Cyperus flavescens und fuscus,Carex dioica, pulicaris, pauciflora, chordorrhiza, diandra, limosa (meist zwischen Sphagnum), Carex flava undfiliformis. Als häufigere Bestandteile der norddeutschen Heidemoore können von Cyperaceen genannt sein:Eriophorum polystachyon und latifolium, Heleocharis pauciflora, Isolepis setacea, Blysmus compressus, Cladiummariscus, Carex Davalliana, muricata, echinata, leporina, elongata, canescens, Goodenowii, gracilis, panicea, flava,distans, Hornschuchiana, pseudocyperus, vesicaria, rostrata, acutiformis. Vorwiegend auf den Wiesen- oderFlachmooren kommen vor: Eriophorum gracile, latifolium, polystachyon (verbreitet), Scheuchzeri (im alpinenFlachmoor!), Trichophorum caespitosum (in subalpinen und'alpinen Flachmooren oft fast ausschliesslich), Heleo-charis uniglumis und pauciflora, Cladium mariscus, Blysmus compressus, Carex Davalliana, echinata, canescens,stricta, Goodenowii, panicea, pallescens, flava, Hornschuchiana, acutiformis, pseudocyperus (besonders am Randevon Torflöchern und an Cräben) und Schoenus ferrugineus, Rhynchospora alba und R. fusca treten gleichzeitigauf den Hoch- und Wiesenmooren auf, ebenso Eriophorum latifolium, Carex rostrata und filiformis (letztere Seggezwar mehr auf Hochmooren). Zu den salzliebenden Arten zählen Heleocharis parvula, Scirpus maritimus undBlysmus rufus, sowie Carex secalina und extensa. Auf dem Dünensand kommen vor: Carex arenaria, extensa.Ligerica, trinervis (nur in Dünentälern an der Nordsee, sowie besonders auf den Nordseeinseln), seltener Carexhirta und Schreberi. Ziemlich zahlreich ist die Zahl der im Walde vorkommenden Sauergräser, nämlich Carexremota, digitata, ornithopoda, fulva, umbrosa, pilosa, strigosa (westliche Art), pendula, silvatica, brizoides,montana und divulsa. Eine grosse Vorliebe für die Kiefernwälder zeigen Carex pilulifera, globularis (selten in Ost-preussen) und C. ericetorum. In den Alpen sind mehrere Arten gern gesehene Bestandteile des Weide- und Mäherasens.Pflanzengeographisch gehört weitaus der grösste Teil der europäisch-asiatischen Waldflora an, vorallem die in Mitteleuropa gemeinen und verbreiteten Arten wie Scirpus lacustris, silvaticus, Eriophorumatifolium, Carex silvatica, paniculata, stricta, montana, umbrosa usw. Im Süden (Süd- und Westschweiz,Südtirol, Krain etc.) ist die Zahl der mediterran-pontischen Arten eine ziemlich bedeutende; es mögeerinnert sein an Cyperus serotinus, Michelianus, glomeratus und longus, an Carex divisa, nitida, humilisund nutans, sowie an Scirpus holoschoenus. Typisch mediterran sind Fimbristylis annua und Heleocharisatropurpurea (letztere Art in der Westschweiz). Von typisch pontischen Arten mögen genannt sein: CyperusPannonicus (bis ins Marchfeld in Niederösterreich vordringend), Carex stenophylla, supina, pilosa undMichelii. Der atlantischen Flora gehören Isolepis fluitans, Carex laevigata, strigosa, binervis und depauperataan. Sehr gross ist die Zahl der arktisch-alpinen Arten, nämlich: Trichophorum atrichum, EriophorumScheuchzeri, Elyna Bellardii, Cobresia caricina, Carex rupestris, incurva, foetida, rigida, lagopina, brunnescens,Magellanica (= irrigua), bicolor, atrata, aterrima, sparsiflora, ustulata, alpina, capillaris, frigida, ferruginea undfuliginosa. Viel schwächer sind dagegen die endemisch alpinen Alpen vertreten : Carex curvula, microstyla, mucronata.firma, sempervirens, fimbriata, brachystachys (= tenuis) und ornithopodioides. Eine ebenso hübsche wie pflanzen-geographisch interessante südalpine Art ist Carex Baldensis (siehe dort!). Mehrere Arten (Carex capitata,microglochin, heleonastes) gehören der subarktischen Flora an; sie sind also hauptsächlich in der subarktischenRegion (vereinzelt südlich bis Norddeutschland und Litauen) verbreitet, um dann erst wiederum im Süden, aufden den Alpen vorgelagerten Mooren (Bayern, Oberschwaben, Schweiz. Hochebene) aufzutreten. In die eigent-lichen Alpen treten sie nur selten ein und fehlen auch in Mitteldeutschland fast vollständig. Sie verhalten sichin dieser Beziehung ganz ähnlich wie Aspidium cristatum, Juncus stygius und squarrosus, Betula nana und