Druckschrift 
1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
398
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

398

stets kleistogam. Granne gewöhnlich rauh, leicht abfallend. Stellenweise (Süddeutschland, Provinz Sachsen)im Grossen gebaut.

var nüdum L. Kaffee- oder Himmelsgerste, in GraubündenTridig". Aehre nickend, linealisch,blassgelb, ziemlich schmal, locker, meist 7 bis 11 cm lang. Hüllspelzen (besonders stark an den Mittelährchen)behaart. Frucht bei der Reife aus den Spelzen sich loslösend, nackt.

subsp. zeocrfthon L.J Reis-, Pfauen-, Fächer-, Bartgerste; franz.: Orge pyramidale, Orge eneventail, faux riz, riz d'AUemagne. Pflanze meist niedrig. Aehre länglich-dreieckig, aus sehr breitem Grundenach der Spitze zu verschmälert, kurz (4,5 bis 6 cm lang), aufrecht, meist blassgelb. Mittelährchen abstehend.Grannen fächerförmig spreizend. Blüten kleistogam. Früchte weit abstehend, von Deck- und Vorspeize festeingeschlossen. Selten im grossen gebaut. Stellenweise noch häufig in der Schweiz (besonders in Graubündenund im Wallis), auch in Tirol im Virgentale bei Welzelach.

359. Hordeuttl polystichon') Haller (= H. teträstichum Körnicke). Mehrzellige

Ger ste.Ein- bis zweijährig. 60 bis 100 cm hoch. Aehre kürzer als bei nr. 358, von derSeite nicht zusammengedrückt. Seitenährchen fruchtbar (die Aehre daher mehrzeilig), wiedie mittlem begrannt. Aehrenachse zähe.

Aendert ab: subsp. vulgare L. Gemeine oder vierzeilige Gerste.Franz.: Orge, Escourgeon; ital.: Orzo. Fig. 168. Aehren oft etwas nickend,locker, mit meist ziemlich langen Achsengliedern. Aehrchen in 4 ungleichenLängszeilen angeordnet; zwei Zeilen stärker der Spindel angedrückt (dieMittelährchen), zwei (die Seitenährchen) mehr abstehend, zickzackförmigverlaufend, gebildet durch je zwei aneinanderstossende und ineinandergreifendeSeitenährchenreihen. Häufig gebaut; in Tirol höchster Standort Ritten1675 m, im Wallis noch bei 1740 m (Törbel). Früher am Ofenberg (Bünden)noch bei 1800 m gebaut. Ist in der Farbe der Aehren und in der Ausbildungder Frucht sehr veränderlich.

var. pallidum Ser. Aehre blassgelb. Frucht beschalt. Grannengerade, var. coeleste L. Früchte nackt, nicht mit den Spelzen ver-wachsen, grösser als bei der var. pallidum.

subsp. hexästichon L. Sechszeilige Gerste. Franz.: Orged'hiver, Orge carree (Taf. 41, Fig. 12). Im Dialekt des Tessin: Orz. Aehrekurz, meist dicht, nicht zusammengedrückt, mit kurzen Achsengliedern, zy-lindrisch 6-kantig, steif aufrecht. Alle Aehrchen abstehend, in 6 deutlichen,scharf gesonderten, gleichartigen Reihen (im Querschnitt einen sechsstrahligenStern bildend). Stellenweise gebaut, besonders im südlichen Gebiet. Im Wallisvereinzelt bis Törbel, 1/40 m. In Graubünden wird diese Unterart DütschesKöre [= deutsches Korn] (Jenins) oder Sechsecker (Schiers) genannt,var. parallelum Körnicke. Aehre blassgelb, linealisch, nach der Spitze zu nicht verschmälert (bei dersubvar.pyramidätum Körnicke deutlich verschmälert). Hüllspelzen linealisch. Deckspelzen meist lang begrannt.

360. Hordeum murfnum 2 ) L. (= H. imrinum Forsk., = H. ciliätum Gilib., = Zeocrithonmurinum P. ß.). Maus e -Ger ste. Franz.: Orge des murs, Orge queue de souris;

südfranz.: Erba mola; ital.: Forasacco; engl.: Mouse-Barley, Wall-Barley. Fig. 169.

Im nördlichen Braunschweig heisst diese Art Gastengras [= Gerstengras]. Da die Aehre vermögeihrer mit Widerhaken versehenen Grannen bei einer Hin- und Herbewegung des Armes gleichsam von selbstin den Aermel hinaufwandert (ein beliebtes Kinderspiel mit Gerstenähren), wird die Mäusegerste in Nieder-österreich auch H ansls chliaf , S chliafhansel genannt.

Einjährig überwinternd, 15 bis 40 (170) cm hoch, am Grunde büschelig verzweigt,meist grasgrün, mehrere, knickig aufsteigende, glatte Stengel treibend. Oberste Blattscheideaufgeblasen, zuweilen den Grund der Aehre umfassend. Spreiten kahl oder etwas behaart.Blatthäutchen ganz kurz. Aehre ziemlich dicht, 5 bis 9 cm lang und 6 mm dick. Aehrchen

') Gr. noltig [polys] = viel und gr. oxi.% 0 ? [sti'chos] = Reihe.

2 ) Lat. murinus (lat. mus = Maus) = Mäuse; wohl wegen der kleinen Körner, die sich nicht zurMehlbereitung' eignen.

Fig. 168Haller.

Hordeum polystichonsubsp. vulgare L. Vier-zeilige Gerste.a Aehre, b Aehrchendrilling.