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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Spitze behaart. Frucht von den Spelzen fest eingeschlossen, glasig, von der Seite starkzusammengedrückt, mit einer sehr schmalen, tief einschneidenden Furche. VI, VII.

Einheimisch in der Balkanhalbinsel und in Vorderasien. In Mitteleuropa nur stellen-weise (in Württemberg, Thüringen, in der Schweiz) im Grossen angebaut und zwar be-sonders auf mageren Böden und in rauhen Lagen.

Die Kultur des Einkorns ist gleichfalls eine sehr alte. Körner wurden in Troja, sowie in den Pfahl-bauten der Schweiz und von Ungarn nachgewiesen. Aendert wenig ab. Mit andern Kulturformen lässt sich dasEinkorn nur schwierig kreuzen und bildet unfruchtbare Bastarde. Die Stammpflanze ist das im östlichenMittelmeergebiet verbreitete T. aegilopoides Balansa.

356. Triticum Polönicum 1 ) L. (= T. glaücum Moench, = T. levissimum A. v. Hall.,= Gigachilon Polönicum Seidl). Polnischer Weizen, Gommer. Taf. 41, Fig. /

Einjährig, 0,8 bis 1,5 m hoch. Spreiten meist kahl, seltener sammetartig behaart,ziemlich schmal, am Grunde geöhrt. Aehre aufrecht, unregelmässig quadratisch, in derJugend blaugrün, seltener gelbgrün. Aehrenachse unter den Hüllspelzen mit einer starkenSchwiele, bei der Reife nicht in Glieder zerfallend. Aehrchen meist 3- bis 4-blütig, mit2 bis 3 fruchtbaren und einer fehlschlagenden Blüte. Hüllspelzen länglich-lanzettlich, viel-nervig, bei der Reife papierartig, länger oder so lang wie die Deckspelzen, letztere 10- bismehrnervig, begrannt, die der dritten und vierten Blüte höchstens die Spitze der ersten undzweiten erreichend. Frucht länglich, glasig, weiss oder blassrosa, Körner ausfallend. VII.

Die Heimat dieser sehr auffälligen, isoliert dastehenden Pflanze ist nicht bekannt. Vielleicht ist sieüberhaupt erst in der Kultur entstanden (aus T. vulgare?; bildet mit dieser Art auch fruchtbare Bastarde).Wahrscheinlich Hegt die Heimat in Spanien (auch in Polen), wo diese Art noch jetzt in Altkastilien, Leon,sowie auf den Balearen im Grossen gebaut wird. In Mitteleuropa wird sie hie und da versuchsweise angebaut;die Kultur wird aber gewöhnlich bald wieder verlassen. Die Früchte gleichen den Roggenkörnern, sind aberbedeutend grösser, weshalb sie zuweilen alsRiesenroggen, Riesenkorn" angepriesen werden.

357. Triticum vulgäre Vill. (= T. aestivum L., = T. tenax Aschers, et Graebner subsp.vulgäre Aschers, et Graebner, = T. sativum Lam., = T. cereäle Schrank). Weizen.Franz.: Froment, ble; südfranz.: Blad; ital.: Formento, Frumento; engl.: Common wheat;

tschech.: Psenice. Taf. 41, Fig. 4 und 5.

Das Wort Weizen (althochdeutsch weizzi, goth. hwaiteis, engl, wheat) gehört zuweiss" wegendes weissen Mehles. Im Plattdeutschen lautet das Wort Weiten, Weten (untere Weser), Wate, Waite.Weit verbreitet (Schweiz, Oberschwaben, Wetterau, Oberhessen, Hennegau) ist die dialektische NebenformWeissen: Wess, Wesse, Weisse (Nordböhmen); Waize, Wasse (Schweiz). In der bayrischen Mund-art wird das Wort meist als Woaz, Woiz (z. B. Niederbayern, Oberpfalz, Niederösterreich) ausgesprochen:Woaz (Erzgebirge, Niederösterreich), Warz (Niederösterreich); Boiz (Krain: Gottschee). Der begrannteWeizen heisst im Fürstentum Waldeck Anenweite [Ane = Granne], in der Schweiz (St. Gallen) Agna-Weissa, der unbegrannte ebendort Mudelweissa. Zum Unterschied vomBockweten" (= Polygonumfagopyrum) heisst der Weizen im Plattdeutschen auch wohl Brodweten (Oldenburg) oder Wittweten[= Weiss-] (Lengerich bei Osnabrück).

Im romanischen Graubünden wird der Weizen carnung (Oberhalbstein, Bergün), frumaint,furmaint (Remüs), furment (Puschlav) [vom lat. frumentum = Getreide] genannt. Zu lat. sih'go [Nameeiner geringeren Weizenrasse bei den Römern] gehören das ladinische Selie (Gröden) und Salign (Grau-bünden: Heinzenberg).

Ganz ähnlich wie beim Roggen herrscht auch über das Säen des Weizens beim Landvolke allerleiAberglauben: damit die Vögel den frischgesäten Weizen nicht fressen, soll man ihn nach dem Volksglaubenmancher Gegenden am Mittwoch oder Sonnabend (der.Name des Wochentages darf nicht auf,tag" endigen!)säen; damit die Aehren recht schön gelb werden, muss man beim Säen einen goldenen Ring am Fingertragen (Oberpfalz, Franken). Man soll die Körner vor dem Säen durch ein altes Beinkleid schütten (Mecklen-burg). Bei Spickendorf (im Saalkreis) wird der Weizen, dass er nicht denBrand" bekommtverkalkt". Zu

') lat. Polönia = Polen; ist aber kaum in irgend einer Provinz des früheren Polenreiches zuerst

aufgetreten.