Druckschrift 
1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
393
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

393

354. Triticum dicöccum 1 ) Schrank (= T. spelta Host, T. färrum Bayle-Barelle,= T. amyleum Ser., = Spelta amylea Ser.). Eramer, Ammer, Ammeikorn. Franz.: Ami-

donnier; ital.: Farro. Taf. 41, Fig. 3.

Die BezeichnungEmmer" für Triticum dicöccum findet sich bereits im althochdeutschen alsamar".Wie die mittelhochdeutsche Formamel" vermuten lässt, ist dieses Wort unter dem Einfluss des griech. äfivj.ov[feinstes Mehl, auch im Latein des Mittelalters = amylum] entstanden. Vgl. auch Amelmehl = Kraftmehl.Uebrigens wird diese Benennung auch ab und zu für Triticum spelta, mit dem T. dicöccum nicht selten ver-wechselt wird, gebraucht: Hammerich (Oberhessen), Em(e)rich [für T. spelta] (Fürstentum Waldeck),Ammer [für T. spelta] (Schweiz: Aargau); gehören auch Gummer, Kummer (Oberhessen) hieher?

Einjährig, 80 bis 120 cm hoch. Stengel steif. Blattspreiten meist sammetartigbehaart, seltener kahl. Aehre gedrungen, dicht (höchstens soweit entfernt, dass etwasvon der Achse sichtbar wird), von der Seite zusammengedrückt. Aehrenspindel bei derReife in Glieder zerfallend. Aehrchen innen flach, meist 2-blütig, jedes mit dem unter ihmstehenden Stück der Spindel abfallend. Hüllspelzen kahnförmig, scharf (fast geflügelt)gekielt, meist mit einem spitzen Zahn, niemals abgestutzt. Deckspelzen zusammengedrückt,fast stets lang begrannt (Aehrchen daher meist zweigrarmig). Frucht von den Spelzen festeingeschlossen, glasig, von der Seite zusammengedrückt, mit flacher oder vertieft rinnigerVorderseite und hoch gewölbtem Rücken, meist zu 2, seltener zu 3 in einem Aehrchen. VII.

Stellenweise, besonders in Süddeutschland, im Vorarlberg und im Lechtal, sowie inder Schweiz (wohl nur noch in Solothurn und Baselland) ausschliesslich als Sommerfruchtgebaut; hie und da versuchsweise auch angepflanzt. Wild beobachtet in Syrien.

Der Emmer wird seit den ältesten Zeiten gebaut und besonders zu Graupen und zur Stärkefabrikationbenutzt. Ueberreste sind in den Pfahlbauten der Stein- und Bronzezeit (Wangen, Petersinsel im Bielersee, Auver-nier), ferner aus Aegypten und von Aquileja bekannt geworden. Im Winter erfriert er bei uns leicht. Bildeteine Reihe von Kulturformen mit verschiedenfarbigen und verschiedenlangen Aehren, sowie mit kahlen undbehaarten Deckspelzen. Die var. trieb ecum Schübeier mit kahler, weisser, kurz begrannter Aehre enthältz.T. 3-körnige Aehrchen. In Gärten zuweilen die var. Tragi Körnicke mit Doppelähren; auch + verzweigte Aehrenkommen vor.

355. Triticum monocöccum 2 ) L. (= T. pubescens Bieb.). Einkorn. Franz.: Locular,

Ingrain. Taf. 41, Fig. 2.

Der Name Einkorn rührt davon her, dass diese Art im Gegensatz zu T. dicöccum meist einkörnigeAehrchen besitzt: Eichorn (Schweiz: Thurgau). In St. Gallen wird T. monocöccum auch als Dinte)[= Dinkel] bezeichnet.

Einjährig oder einjährig überwinternd, meist gelbgrün, 60 bis 125 cm hoch. Halmsteif aufrecht. Spreiten am Grunde in 2 kleine (oft sehr kleine) Oehrchen ausgezogen.Stengelknoten rückwärts dicht behaart. Aehren stets aufrecht, von der Seite her sehrstark zusammengedrückt, kurz (meist nicht über 6 cm lang), dicht, steif aufrecht. Aehren-achse sehr leicht zerbrechlich. Aehrchen dachziegelartig sich deckend, i 10 mm lang,meist 2-blütig, jedoch gewöhnlich nur eine fruchtbare Blüte, jedes mit dem darunter liegendenStück der Aehrenspindel abfallend. Gipfelährchen verkümmert. Hüllspelzen bis zumGrunde scharf gekielt, an der Spitze zweizähnig. Deckspelzen kahnförmig, zusammen-gedrückt, auf dem Rücken gewölbt, die fruchtbaren Spelzen mit bis 10 cm langer, stumpfdreikantiger Granne (zu beiden Seiten der Granne ein spitzer, aufrechter Zahn). Vorspelzeso lang wie die Deckspelze, leicht in 2 Teile sich spaltend. Fruchtknoten nur an der

>) Gr. dCg [dis] = zwei und gr. xöxxog [kökkos] = Kern, Korn. Jedes Aehrchen enthält zwei Körner.! ) Gr. ,(ich>0J [mönos] = allein, einzig und gr. xöxxog [kökkos] = Kern; jedes Aehrchen enthält nureine Frucht.

28 b