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untersten rot gefärbt, lang erhalten bleibend. Spreiten in der Knospenlage gefaltet (Fig. 164f),dunkelgrün, härter und weniger glänzend als bei nr. 341. Blatthäutchen kurz (wenig über 1 mmlang). Aehre schlank, meist locker und etwas überhängend, kurz bis einige dm lang.Aehrchen aufrecht, meist 6- bis 10- (2- bis 16-) blutig. Spindel zwischen den Aehrchenglatt. Hüllspelzen meist länger als die über ihr stehende Deckspelze, 7- bis 9-nervig.Deckspelzen 6 bis 7 rnm lang, 1,5 mm breit, stumpf, spitz oder spitzlich, stets grannenlos(Fig. 164b). Vorspelzen zweinervig, auf den Nerven fein und dicht bewimpert. Blüten auchzur Blütezeit aufgerichtet, nicht abstehend. Selten auch vivipar. — V bis Herbst.
Häufig auf Fettmatten, Grasplätzen, an Wegrändern, auf Spiel-, Exerzier- undSchuttplätzen, Bleichplätzen, an Fusswegen, Feldwegen, in offenen Hofräumen, von der Ebenebis in die alpine Region, vereinzelt bis 2000 m. Ausserdem häufig als Futtergras oderals Rasen angebaut.
Allgemeine Verbreitung: Fast über ganz ^Europa (fehlt in [der Arktis),Nordafrika, gemässigtes Asien; in Nordamerika (aus England) und in Australien eingeführt.
Aendert ab: var. orgyiäle Doli. Pflanze meist hoch und kräftig. Aehrchen ca. 12-blütig, einandergenähert, aufrecht. — Auf nährstoffreichem Boden.
var. cristatum Doli. Aehrchen 6- bis 9-blütig, sehr dicht einander anliegend und schief abstehend.
var. hümile Gaud. Stengel dick, kurz (+ 15 cm lang), aufsteigend, graugrün (wie die eingerollten Blatt-spreiten). Aehrchen 3- bis 4- blutig.
var. tenue L. Pflanze niedrig. Aehrchen 3- bis 4-blütig.
var. longiglüme Grantzow. Hüllspelzen der Seitenährchen so lang oder etwas länger als dieBlüten. — Selten.
Ausserdem kommen verschiedene Monstrositäten vor mit ästigen Aehrchen, gabelig verzweigtenAehren, kammförmig gestellten Aehrchen etc.
Das englische Raygras befindet sich von allen Gräsern wohl am längsten in Kultur (in England wurdees schon vor mehr als 200 Jahren [1677] kultiviert). Es ist eines unserer wertvollsten Wiesengräser, dasziemlich dauerhaft ist, sich rasch entwickelt und einen schönen zusammenhängenden Rasen bildet, jedoch nichtsehr ertragreich ist. Zur Anlage von Fettweiden in den Marschen wird vielfach nur englisches Raygras undetwas Weissklee gesät. Am besten gedeiht es im feuchten milden Seeklima. Gegen Winterfrost und Schnee-bedeckung ist es sehr empfindlich. Auch in rauhen und schattigen Lagen geht es leicht zugrunde. DerSame des Handels stammt aus Schottland und England, wo das Gras in grosser Ausdehnung kultiviert wird.Als häufigste Verunreinigungen kommen darin vor die Samen (bezw. Scheinfrüchte) von Holcus lanatus, Bromusmollis und commutatus, Vulpia bromoides, Plantago lanceolata, Rumex acetosella, Ranunculus acer und repens,Trifolium filiforme etc. Wegen seiner Billigkeit ist der Samen nur selten Verfälschungen ausgesetzt. Nichtselten tritt auch das Mutterkorn in den Aehrchen auf. In England wird die Art häufig zur Anlage von Teppich-rasen verwendet (als unangenehmer Gast erscheint darin häufig Panicum sanguinale). Als häufigste Begleit-pflanzen der Raygraswiesen kommen bei uns in Betracht: Agrostis vulgaris, Poa annua, Festuca rubra und Cynosuruscristatus. Im Trisetum flavescens-Typus bildet es oft einen ansehnlichen Teil des Rasens. Ebenso kann eswie L. multiflorum — durch Dünger eingeschleppt — in der Fromentalwiese (Arrhenatherum elatius) grössereBestände bilden.
343. Lolium rigidum Gaud. Steifer Lolch. Fig. 165c.
Ueberwinternd einjährig, 10 bis 50 (80) cm hoch, am Grunde büschelig verzweigt.Stengel steif aufrecht, am Grunde oft etwas verzweigt, oben rauh. Blattscheiden ± rauh.Spreiten oberseits meist ± rauh, schlaff. Aehre schlank, bis fast 30 cm lang, ziemlichlocker, mit sehr rauher Achse. Aehrchen meist 6- (4- bis 12-) blutig (Fig. 165 c), bis 2 cmlang, länglich-lanzettlich. Aehrchenachse nach vorwärts rauh. Hüllspelzen bis 18 mm lang,so lang als das Aehrchen (oder doch nicht viel kürzer), 5-nervig, starr, spitz. Deckspelzen un-deutlich nervig, ganz stumpf, oft etwas gezähnelt, an der Spitze breit-trockenhäutig. — V, VI.
Selten auf Brachland, in Weinbergen, auf Grasplätzen, auf Sandstellen. Wild nurin der französischen Schweiz in den Kantonen Genf, Waadt und Wallis (hier bis 1000 mansteigend). Selten auch adventiv (Hafen von Mannheim, 1903).