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In Deutschland nirgends wild, nur ab und zu verschleppt. In der Schweiz wild nurin den Kantonen Tessin, Wallis und Waadt; ausserdem selten verschleppt.
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa, S.W. Frankreich, gemässigtes Asien bisSibirien und Turkestan, Nordafrika.
Aendert etwas ab: var. puberulus Beck. Deckspelzen fein kurzhaarig. — Selten.
var. villösus (Gmel.) Koch. Deckspelzen dicht behaart. — Zerstreut.
Ausser den bereits genannten Arten, die nicht selten auch verschleppt vorkommen, werden vereinzeltnoch die folgenden, meist aus dem Mittelmeergebiet stammenden Bromus-Spezies adventiv beobachtet:
Aus der Gruppe Festucäria (B. ramosus und erectus): B. ciliätus L. in Nordamerika, Nord-undOstasien zu Hause. Ausdauernd. Grundachse kriechend. Ausläufer treibend. Blatthäutchen breit-eiförmig,kaum 2 mm lang. Rispe sehr locker, zuletzt überhängend. Deckspelzen länglich-lanzettlich, am Rande meistanliegend kurzhaarig, zuletzt ± kahl werdend. — Bei Berlin (Humboldt-Mühle bei Tegel) beobachtet.
Aus der Gruppe Eübromus (B. tectorum-sterilis): B. villösus Försk. (= B. rigens L., = B. mäximusDesf.). Ital.: Squala. Heimat: Mittelmeergebiet. Neuerdings angeblich wild beobachtet im Südtirol (Mori).Ein- oder zweijährig. Leicht kenntlich an den grossen, ohne die grossen Grannen 3 bis 4 cm langen Aehrchen.Deckspelzen stark-nervig, bis 2,8 cm lang. Mehrfach beobachtet, z. B. bei Frankfurt a. O., bei Hamburg, Erfurt,Görlitz, im Hafen von Mannheim, Bahnhof Zürich, Genf, zwischen Montreux uud Chillon. —Bromus rübensL. (= B. purpuräscens Del., = B. scopärius Mauri, = B. rigidus Rchb.). Heimat: Südwestliches Mittelmeergebiet.Einjährig. Stengel oberwärts dicht kurzhaarig. Blatthäutchen ziemlich stark verlängert. Rispe dichtkopfigzusammengezogen, aufrecht. Aehrchen ohne Grannen kaum 2 cm lang. Hüllspelzen abstehend behaart, meistetwa 6 und 9 mm lang. Deckspelzen an den Rändern lang gewimpert, deutlich 5- bis 7-nervig. — Bis jetztselten (Hafen von Mannheim, bei Genf) beobachtet.
Aus der Gruppe Serrafälcus (B. arvensis-commutatus): B.brachystachys Hornung (= B. strictusSchwabe). Heimat: Vorderasien bis Mesopotamien und Babylonien. Steht B. arvensis ziemlich nahe (besonders der var.oliganthus, pag. 365). In allen Teilen jedoch kleiner, nur bis 30 cm hoch. Pflanze meist vom Grunde an büschelig verzweigt.Aehrchen kürzer (bis 9 mm lang). Deckspelzen ca. 4 mm lang, fast rhombisch, an der stumpfen Spitze zweizähnig, mit einermeist nur 2 (4) mm langen Granne. Frucht länglich verkehrt-eiförmig, länger als die Deckspelze. — In Aschersleben(Provinz Sachsen) seit 1831 (spärlich in der Eine- und Wipper-Niederung) bis jetzt erhalten; ausserdem schon beobachtetbei Quedlinburg, Lippstadt i.W., bei Aschaffenburg, München (Südbahnhof), Ludwigshafen, Hafen von Mannheim usw.
B. intermedius Guss. Heimat: Mittelmeergebiet. Einjährig überwinternd. Rispenäste auch zurBlütezeit steif aufrecht oder nur wenig spreizend. Deckspelzen + 9 mm lang, ohne vorspringenden Winkelam Seitenrand.Granne spreizend, 2 mm unter der Spitze entspringend. —■ Sehr selten adventiv (Bahnhof Zürich).
B. scopärius L. Blattscheiden der untern Blätter ^dicht sammetartig behaart. Spreiten weich-haarig. Rispe bis fast 10 cm lang, sehr dicht. Rispenäste ganz kurz. Aehrchen gedrängt. Obere Hüllspelzebedeutend breiter. Deckspelzen länglich verkehrteiförmig-lanzettlich. — Schweiz (Solothurn: Turnschanze 1905).
B. briziförmis Fisch, et. Mey. Heimat: Kaukasus bis nördliches Persien. Hat mit B. squarrosusgrosse Aehnlichkeit (erinnert habituell stark an Briza maxima). Stengel jedoch meist zierlicher und niedriger. Rispesehr locker, mit verlängerten, ca. 10 cm langen Rispenästen, von denen die unteren bedeutend länger sind alsdie oberen. Aehrchen meist nicht über 2 (2,5) cm lang, bis 1,3 cm breit, eiförmig bis elliptisch. Deckspelzenca. 8 bis 10 mm lang, sehr breit, unbegrannt. — Wird bei uns zuweilen zu Trockenbouquets angebaut und des-halb hie und da aus Kulturen verwildert angetroffen, so um Hamburg, bei Berlin, bei Darmstadt (auf Luzerne-feldern 1868), um Nürnberg (seit 1886), Cadolzburg (schon 1863), Hafen von Mannheim, bei Melm'k in Böhmen.B. macröstachys Desf. (= B. lanceolätus Roth, = B. Canariensis Zucc.) Heimat: S.W. Mittel-meergebiet. Einjährig. Rispenäste rauh, bis wenig über 2 cm lang, stets nur 1 Aehrchen tragend. Aehrchenbis über 3 cm lang. Deckspelzen meist 12 bis 14 mm lang, mit bogig verlaufenden, nicht mit vorspringendemWinkel versehenen Seitenrändern. Granne spreizend, bis 1,5 cm lang, oft stark zurückgebogen. —Bei Hamburg(hier mit Wolle eingeschleppt), Ilversgehofen im Harz, Neuruppin, Strelno in der Provinz Posen, Genf, Solo-thurn (1907) und im Hafen von Mannheim nachgewiesen.
Aus der Gruppe Ceratöchloa (bei uns nicht vertreten): B. uniolofdes (Willd.) Humb. et Kunth(= B. Willdenöwii Kunth, = Ceratöchloa festucoi'des P. B., = C. uniolofdes P. B.) Heimat: Südamerika (daselbstein wertvolles Futtergras). Zweijährig bis ausdauernd. Blattspreite sehr schmal (meist nicht über 2 mm breit),schwach rauh, meist sehr feinhaarig bewimpert. Blatthäutchen stark verlängert (bis 6 mm lang). Aehrchenzusammengedrückt, lanzettlich. Deckspelzen auf dem Rücken gekielt, unbegrannt, stachelspitzig, 9 bis 10 cmlang, eiförmig-lanzettlich. — Selten bei uns schon versuchsweise angepflanzt oder (besonders mit Wolle) ein-geschleppt, so um Bremen, mehrfach um Hamburg und Berlin, Nürnberg (bei der Johannisbrücke 1897),Hannover (Döhrener Wollwäscherei), Erfurt (bei Ilversgehofen), bei Leipzig, Dresden, Pilsen, Zürich, BaselMannheim, Ludwigshafen (hier auf einer Wiese vollständig eingebürgert) etc.