Druckschrift 
1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
Entstehung
Seite
353
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

353

Hie und da in lichten Laub- und Bergwäldern, von der Ebene bis in die Vor-alpen, vereinzelt bis ca. 1600 m. In Deutschland am meisten im südlichen und mittlerenTeile, sowie in den Ostsee-Küstenländern; fehlt im Nordwesten gänzlich. In Brandenburgund Posen selten. In Oesterreich in Böhmen (besonders im Bergland), zerstreut inTirol, Kärnten, Krain, Steiermark. Selten in Oberösterreich (an der bayerischen Grenzegegen die grosse Mühl, bei Neufelden; Wendbach a. d. Enns; fehlt südlich der Donau)selten in Mähren, Niederösterreich und Kroatien. Fehlt in der Schweiz gänzlich in denKantonen Tessin, Scharf hausen und Genf; auch im Wallis selten.

Allgemeine Verbreitung: Zerstreut durch Europa.

Der Wald-Schwingel bildet keine besonderen Formen. Von allen Gattungsgenossen besitzt er dasbreiteste Blatt und gehört wie l'oa nemoralis, Milium effusum, Oxalis acetosella, Maianthenum bifolium etc.zu den lichtscheuen Pflanzen des Laubwaldes. In den Bergwäldern der deutschen Mittelgebirge (z. B. imErzgebirge) tritt er nicht selten in Buchenwäldern in grösserer Menge auf und zwar dann in Gesellschaft von Parisquadrifolia, Polygonatum verticillatum, Carex digitata und montana, Actaea spicata, Impatiens noli tangere,Atropa belladonna, Galium rotundifolium, Sambucus ebulus, Lonicera nigra, Senecio Fuchsii, Prenanthespurpurea usw.

321. FestUCa drymea 1 ) Mert. et Koch (= F. montana Bieb., = F. silvätica Host,= Pöa Banätica Willd.). Berg-Schwingel. Fig. 155.

Ausdauernd, 7 bis 15 dm hoch, lockerrasenbildend (stehtnr. 320 nahe). Grundachse lange, beschuppte Ausläufer treibend.Blattsprosse am Grunde von 2 bis 3 bräunlichen, bald zerfaserndenScheiden umgeben, nicht verdickt. Blätter in der Knospenlage ein-gerollt, später flach, ziemlich steif, sehr lang zugespitzt, an denRändern gewimpert rauh (Wimpern nach rückwärts gerichtet). Spreitevielnervig, mit wenig hervorragenden, 4 bis 6 Hauptnerven und zwischendenselben 2 bis 3 schwächeren Nerven. Blatthäutchen samt derScheidenmündung langfransig gewimpert. Rispe sehr reichblütig,rundlich-eiförmig, 10 bis 30 cm lang, nickend, mit unten runder,gestreifter, schwach rauher Achse. Rispenäste fadenförmig, hin- und her-gebogen, im untern Y^bis l /ä keine Aehrchen tragend. Aehrchen elliptisch-lanzettlich (Fig. 155 b), 7 mm lang, 4- bis 6-blütig, bleichgrün, mit rauher,wenig gebogener Achse. Hüllspelzen ziemlich gleich (3 und 4 mm lang),lineal-lanzettlich, spitz, schmal-hautrandig. Deckspelzen lanzettlichoder lineal-lanzettlich, meist spitz, deutlich 5-nervig, undeutlich ge-kielt, 4,5 bis 5 mm lang, mit wenig vorspringendem Mittelnerven,sehr rauh punktiert. Vorspelze scharf 2-zähnig. Frucht 3 mm lang,schwarzbraun, länglich. VI bis VIII.

In feuchten, schattigen Wäldern der Bergregion bis in dieVoralpen. Einzig in Oesterreich: in Niederösterreich bis ca. 1000 m(verbreitet im Wiener Wald, in den Kalkalpen und deren Ausläufern,in Gföhler Wald, bei Pöggstall) und in Oberösterreich (Pfaffensteinbei Weyer).

Allgemeine Verbreitung: Süd- und Südosteuropa(häufig in Ungarn), Kaukasusländer, nordöstliches Kleinasien, Algier.

Von Bastarden sind bekannt: 1. F. eu-ovina L. subsp. vaginata Hack. X F. VallesiacaSchi, subsp. pseudovina Hackel (= F. Hackelii Beck) einzig bei Wien (Türkenschanze) beobachtet,

Fig. 155. Festucadrymea Mert, etKoch, a Habitus ('/5natürl. Grösse), i Aehr-chen. c Blatthäutchen.

*) In Eichenwäldern wachsend; von gr. dovpwg (drymös) = Eichenwald (<Sp-ög [drys] = Eiche).