■M—
354
2. F. pratensis Huds. X F. arundi nacea Schreb. in den Merkmalen zwischen^ den Eltern die Mitte haltend.— Bei Bremen und auf der Insel Usedom (in Pommern) beobachtet (jedenfalls aber auch anderswo). 3. F. pra-tensis Huds. X F. gigantea Vill. (= F. Schlickümi Grantzow). Rispe während der Blüte mit starr ab-stehenden, steifen, überhängenden Aesten. Granne ungefähr so lang oder länger als die Deckspelze. Pollenund Frucht meist fehlschlagend. Mehrfach beobachtet: Brandenburg (Hindenburg bei Prenzlau), Pommern(Usedom und Binz auf Rügen), Bayern (Donauufer bei Neuburg a. D.), Böhmen (im Ploben bei Karlsbad,Hohe Reinstein bei Waltsch, zw. St. Jakob und Ovcäry in der Kuttenberger Gegend). 4. F. arundinaceaSchreb. X F. gigantea Vill. (= F. FI eis cheri Rohlena). Stengel 60 bis 120 (200) cm hoch. Scheiden deruntern Blätter meist rauh, die oberste über der Mitte den Stengel umfassend. Spreite 5 bis 12 mm breit, amGrunde oft mit 2 sichelförmigen Oehrchen. Aehrchen 12 bis 14 mm lang, lanzettlich, gewöhnlich 4- bis 5-blütig,meist etwas violett angelaufen. Hüllspelzen linealisch, spitz, etwas ungleich. Deckspelzen undeutlich 5-nervig,am Kiel etwas rauh, oberwärts trockenhäutig, begrannt. Granne 6 bis 8 mm lang. — Bayern (Donauufer beiNeuburg). 5. F. rubra L. X F. gigantea Vill. (= F. Haussknechtii Torges). Meist der letztern näher-stehend, von der sie sich durch den weniger robusten Wuchs, die kürzeren Grannen (Granne so lang wie dieDeckspelze, gerade), die schmälern Blätter (bis 6,5 mm breit), die dünnern, oberwärts nicht beblätterten Stengelund die kriechende Grundachse unterscheidet. Von F. rubra weicht der Bastard durch den kräftigeren Wuchs,die breiteren (auch an den grundständigen Blättern), flachen Spreiten, die lockere, oft etwas überhängendeRispe und die öfter geschlängelten Rispenäste und (längeren) Grannen ab. — Norddeutschland (Altmark: Klötzenund Binz auf Rügen). Weitere Bastarde kommen mit Lolium (siehe dort) vor.
CXI. Scleröpoa 1 ) Griseb.
Steif gras.
Die Gattung steht den Gattungen Festuca, Vulpia und Poa in vieler Beziehung sehr nahe. Von derersteren ist sie fast nur durch das punktförmige Hilum (ähnlich Poa) der Samen verschieden. Ausser nr. 322noch S. hemipoa Del. im Mittelmeergebiet.
322. Scleröpoa rfgida (L.) Griseb. (= Pöa pulchella Bieb., = Megastächya pulchellaRoem. et Schult., = M. rigida Roem. et Schultz, = Scleröchloa rigida Link, = Triticummaritimum Wulf.). Gemeines Steifgras. Ital.: Fienarola dei muri. Taf. 36, Fig. 4
und Fig. 156 d.
Einjährig überwinternd, 3 bis 20 (30) cm hoch, graugrün, am Grunde büscheligverzweigt. Meist mehrere Stengel aus niederliegendem Grunde aufsteigend, schräg auf-recht oder dem Boden angedrückt bleibend, seltener ganz aufrecht. Blattscheiden glatt,geschlossen, etwas zusammengedrückt. Spreiten lang zugespitzt, unterseits glatt oderschwach rauh, oberseits und am Rande stark rauh. Blatthäutchen lang (bis 6 mm), zer-schlitzt. Rispe undeutlich einseitswendig, 0,5 bis 1 dm lang, länglich-lanzettlich, sehrstarr, zusammengezogen, zur Blütezeit oft abstehend. Rispenäste rauh, kurz, dick, starraufrecht, dreikantig, meist eine ährenartige Traube darstellend (seltener der ganze Blüten-stand traubig), wenigstens der grundständige Ast fast bis zum Grunde Aehrchen tragend.Aehrchen lineal, 6 bis 10 mm lang, (5) meist 8- bis 11 -blutig, seitlich zusammengedrückt (Fig. 156 d),alle deutlich (wenn auch kurz) und dick gestielt. Hüllspelzen kurz (ca. 2 mm lang), derb,einnervig, am Grunde 3-nervig. Deckspelzen 2 x /2 mm lang stumpf lieh, mit gerundetemRücken, mit deutlichem Rücken- und undeutlichen Seitennerven, unbegrannt. Nabelfleckpunktförmig. — V bis IX.
Selten auf sandigem Oedland, an dürren Hügeln, an Wegrändern, auf Mauern, inFelsritzen, auf trockenen Aeckern; im Gebiet der Mittelmeerflora und deren Ausstrahlungen.In Deutschland im Westen bei Eupen, Kornelimünster, bei Aachen. In Oesterreichin Südtirol (bei Bozen, Deutschmetz, Mezolombardo, gemein um Trient, Grigno im Valsugana,Arco, Riva usw.), in Kärnten und Istrien. In der Schweiz nur in den Kantonen Genf,
') Von oxkfjQÖg (sklerös) = hart und noa (poa),steifen Rispenäste.
Gras (vgl. pag. 299 Anm. 1) wegen der harten,