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und Wildheuplanggen, im Humus der Ericaceen der Alpen und Voralpen, von ca. 1400 bis2500 m, vereinzelt auch noch höher (Monte Rosa im Wallis bis 3632 m) steigend; anderseitslängs der Alpenflüsse, Bäche und Rinnsale weit in die Ebene hinabsteigend (in Bayern bisLandshut und Augsburg hinab, am Bodenseeufer bei Lindau, Wasserburg etc., bei Tettnang,an der Hier bei Oberopfingen und Tannheim, an der Argen bei Wangen, bei Bregenz 930 m,Innsbruck 850 m, Etschtal bis Deutschmetz 215 m, bei Trient bei Vela (hier nicht herab-geschwemmt) 200 m, in der Schweiz bei Weinfelden an der Thur 430 m, an der Sitter beiBruggen 600 m, im Gäsi bei Weesen 440 m usw. Ausser den Alpen im Schweizer Jura, inden Hochvogesen, im bayerischen Wald (Enzianrücken bis zum Hochstein, Lusen; Arber?),im Kessel des mährischen Gesenkes und am Peterstein. Auf Kalk- und Urgestein.
Allgemeine Verbreitung: Gebirge von fast ganz Europa (in der Arktis inder Ebene), Kleinasien, Kaukasus, Nordasien, Nordamerika (südlich bis zum Lake superiorund Maine). In den Dohnen des Karstes (Trnowaner Wald bei Görz) sehr tief hinabsteigend,zusammen mit Salix retusa, Heliospermaquadrifidum, Paederota ageria, Valeriana saxatilis etc.).
Aeusserst verbreitet ist die „lebendiggebärende" oder knospende Form dieser Art (var. vivfpara L., Taf. 35,Fig. 1 b), die bereits Linne bekannt war. Bei dieser wachsen meist alle Aehrchen einer Rispe zu blatttragenden Knospen,sog. Bulbillen aus, die sich frühzeitig von der Mutterpflanze loslösen, zur Erde niederfallen (durch das Gewichtder Bulbillen biegt sich die Rispe gegen den Boden), Wurzeln treiben und zu neuen Pflänzchen heranwachsen.Zuweilen bildet sich rings um die Mutterpflanze ein Kranz von Tochterpflänzchen aus. Auf diese Weise um-geht die Pflanze die mühsame Arbeit der Befruchtung und der Samenbildung. Die Bulbillen können ähnlichwie Samen gesammelt und später ausgesät werden.
In gewissen Gegenden herrscht die samenerzeugende Form stark vor, während (z. B. im Puschlav) dievivipare schwach vertreten ist (vielleicht infolge der geringen Niederschläge). In andern Gegenden dagegen(z. B. im Zürcheroberland) tritt die vivipare Form allein auf und führt dann ein ganz absolutistisches Reich.Versuche haben ergeben, dass die beiden Formen bis zu einem gewissen Grade konstant sind.
Der viviparen Form stehi die samentragende oder fruchtende Form (var. f ructif era oder semim'f era)mit normal ausgebildeten Aehrchen gegenüber. Diese lässt sich folgendermassen gliedern :
var. typica Beck. Blattspreiten flach, mindestens 2 mm breit. Stengel und Laubsprosse am Grundenicht zwiebelig verdickt. Rispe locker. Aeste aufrecht abstehend, zur Blütezeit herabgeschlagen. Hierher auchdie subvar. viridiflöra Beck mit ganz grünen Aehrchen und die subvar. divaricäta Schur mit grösseren(6 mm langen) Aehrchen. — Sehr häufig.
var. conträcta Aschers, et Graebner. Rispenäste nie herabgeschlagen, vor und nach der Blütezeitanliegend. Aehrchen gefärbt. Pflanze ansehnlich. — Vereinzelt.
var. flavescens Rchb. Aehnlich, aber Aehrchen gelblich oder grün und Pflanze nicht über 1 dmhoch. Blätter ziemlich lang. — Selten.
var. minor Hoppe. Aehnlich. Pflanze nicht über 1 dm hoch. Aehrchen ziemlich gross, gefärbt.Rispenäste sehr dünn. — Hochalpine Form.
var. frfgida Gaud. Stengel und Laubsprosse durch die Scheiden zu einer zwiebelartigen, linealischen,länglichen Zwiebel verbunden (bei nr. 278 und 279 Zwiebel nach oben verschmälert oder kaum verschmälert!).Blätter schmal, plötzlich (fast abgestutzt) in die Spitze zusammengezogen. — Alpenwiesen.
var. filiförmis Aschers, et Graebner. Stengel sehr dünn, schlank. Blätter fein borstenförmig zu-sammengefaltet, fast fadenförmig. Oberstes Blatt fast ohne Spreite. Rispe wenigährig. — Selten auf Felsen.
var. brevifölia Gaud. Blattspreiten mit deutlichem, breitem, weiss durchscheinendem Rand, kurz,die obern wenig über 1 cm lang, grasgrün. Rispe etwas zusammengezogen. — Mehr in den Südalpen. Bildetden Uebergang zur folgenden Art. — Hieher auch die subvar. glaucescens Beck. Pflanze graugrün.
Das Alpen-Rispengras bewohnt (vgl. oben) äussert differente Standorte. Weit verbreitet ist es überallauf den gedüngten Mähewiesen der Alpen, wo es die Straussgraswiese ersetzt und zuweilen fast in Reinkulturüppige, dunkle Wiesen (Romeye-Wiese) bildet. Mit den Rindvieh- und Schaflagern steigt es bis auf die Hoch-gipfel hinauf. Als Begleitpflanzen, die zuweilen dominierend werden und Nebentypen bilden können, kommenin dem Fettrasen in Betracht: Poa annua, Phleum alpinum, Alchemilla vulgaris, Trisetum flavescens undT. spicatum (nur in ganz hohen Lagen!) und Festuca rubra var. fallax. Ausserdem begegnet man dieser Art in derBlaugrashalde, im Horstseggenrasen (Carex sempervirens), in der Milchkrautheide (Leontodon), im Schneetälchenrasenund sogar im Curvuletum (Carex curvula). Vielfach treten auch Lägerpflanzen in der Romeyenwiese auf.