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Fig. 2 a.
Deckspelze.
„ 3.
Atropis distans. Habitus.
., 3 a.
Deckspelze.
» 4.
Vulpia myurus. Habitus.
,, 5.
Festuca thalassica. Habitus.
Tafel 35.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Poa alpina var. seminifera, Habitus.
„ 1 a. Aehrchen.
„ Ib. Poa alpina var. vivipara. Habitus.
„ lc. Vivipares Aehrchen.
„ 2. Glyceria fluitans. Habitus.
Aehrchen klein, 4 mm lang, gewöhnlich 3- bis 4-blütig, meist grün, violett und weiss gescheckt oder Aehrchenreichblütig und lebhaft rötlich (subvar. coloräta Hackel). — Selten, bisher nur in Mähren (Brunn, Kalkfelsenbei Julienberg). — In den Südalpen bildet diese Art zuweilen kleinere Bestände oder sie erscheint in dem FestucaVallesiaca-Typus. An der obern Grenze trifft sie mit P. alpina (nr. 280) zusammen; letztere sucht dann immerdie gedüngten Stellen auf.
280. Poa alpina L. (= P. divaricäta Vill.). Alpen-Rispengras, Romeye.Franz.: Paturin des Alpes. Tafel 35, Fig. 1.
Da diese Art auf den Alpenweiden oft einen wesentlichen Bestandteil des Heues bildet, heisst sie inden Waldstätten (Schweiz) Heuschmälä, Hälmgras, Wildgras. Wegen des Vorkommens in oft ziemlichbedeutenden Höhen Gämschgras [= Gemsgras]; in Salzburg und in Osttirol Kühschm eichen. In derSchweiz heisst man das fette Gras, das um die Hütten der „Vorsässe" [niedrig gelegene Almen], wo gedüngtwird, wächst und Ende August gemäht wird, F a t s c h [masc] (in Graubünden : F ä t s c h). Den Hauptbestandteil des-selben bilden Poa annua und Poa alpina. Der Name Fatsch ist wohl verwandt mit „Fachs" = Nardus stricta (vgl.auch unter Stipa pennata, pag. 203!). Bei Bern werden die eben genannten Poa-Arten Schluhigras genannt.Schluhe(n) ist der Name für Knöterich-Polygonum, s. d. Arten. Nach den umpfählten Alpenvviesen, wo dasGras wächst, heisst es in den Waldstätten (Schweiz) auch Gf ählsch mal eli. Ab und zu führt das Alpen-Rispengras auch Namen, die sonst dem als Futtergras ebenfalls geschätzten Alpen-Wegerich (Plantago alpina,s. d.), mit dem es nicht selten zusammen wächst, zukommen: Ritsch grasl (Tirol: Zillertal), Adelgras(Schweiz: Berner Oberland), Romeyen (Vorarlberg: Bregenzer Wald). Weitere Bezeichnungen sind Stoffel(St. Gallen), Zwiebelgras. — Die vivipare Form unserer Art heisst in Nieder-Oesterreich Awiklgras, weilsich hier die jungen Triebe von der Mutterpflanze gleichsam „abwickeln".
Ausdauernd, 3 bis 51 cm hoch, meist dichte, feste Horste bildend. Triebe unischeidet.Grundständige Scheiden oft lange erhalten bleibend und die Laubsprosse fast zvviebelig (vgl.auch var. frigida) umschliessend (auf feuchtem Boden früh verwitternd). Stengel aufrecht oderknickig aufsteigend, wenigblätterig. Blätter gras- bis graugrün, etwas dick, fleischig, glatt.Scheiden bis auf 3 ji geschlossen, glatt. Spreiten kurz, breit, mit 4 bis 5 Hauptnerven.Blatthäutchen der untern Blätter ein schmaler Hautrand, der obern lanzettlich, spitz, gezackt.Rispe im Umriss rundlich oder pyramidal, ausgebreitet, meist aufrecht und etwas locker,bis 7 cm lang. Rispenäste ohne oder mit einem einzigen grundständigen Zweige, vor undnach der Blüte aufrecht abstehend, während der Blüte weit abstehend bis zurückgeschlagen,sehr dünn. Aehrchen bis 9 mm lang, breit-eiförmig, locker, meist 5- bis 10-blütig (Taf. 35,Fig. 1 a). Einzelne Blüten deutlich voneinander entfernt, oft bräunlich violett überlaufen,sehr häufig echt vivipar. Hüllspelzen mit gekrümmtem Kiel, bis über 4 mm lang, in einescharfe Spitze vorgezogen. Deckspelzen fünfnervig, spitz, ca. 4 mm lang, in der unternHälfte auf dem Rücken auf den beiden Randnerven von langen weichen Haaren bärtig;letztere jedoch nicht spinnwebartig verflochten, sondern steif ausgespreizt (dienen an denScheinfrüchten als Windfang; anemochore Ausrüstung!). Blüten durch schwachen Flaumzusammenhängend oder frei. — V bis IX.
Sehr verbreitet auf Fettweiden, Alpenmatten, um Sennhütten und Viehstände, aufhumosen Berggraten (wo das Vieh hinkommt), auf Geröllhalden, auf den Lagern, aufSchutthalden, AUuvionen, Mauern, am Rande der Alpenstrassen, seltener auf Magerwiesen