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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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Das Gras gehört zu den geschätztesten Futterpflanzen der gedüngten Alpenmatten und Weiden und wirdallgemein von den Aelplern neben Ligusticum mutellina und Plantago alpina (vgl. dort) gestellt. Das Grasbesitzt einen hohen Gehalt an Rohprotei'n (10,6°/o) und Rohfett (3,0°/o). Auf der Weide findet man diesaftigen Blätter vom Vieh stets abgefressen, während die zähen Halme unberührt bleiben. Auch als Mähegrasist es sehr wertvoll. Beide Formen lassen sich leicht kultivieren und sind für alpine Gartenanlagen zu empfehlen.

281. Poa Badensis 1 ) Haenke (= P. alpina L. var. Badensis Koch, = P. brizoidesWohlleb., = P. collina Host, = P. trivialis Poll.). Badische s Risp engras. Fig. 126.

Ausdauernd, dichtrasig, bis 40 cm hoch. Stengel schlank, glatt, wenig beblättert.Grundblätter lineal. Spreiten der untersten Blätter 2 bis 3 mm breit, kurz gerundet oder etwaslänger zugespitzt, diejenigen der Blattsprosse schmäler, alle blaugrau, mit rauhem, gelbenKnorpelrande, selten dicht behaart. Spreite des obersten Halmblattesvielmal kürzer als die Scheide (letztere oft aufgeblasen), steif, auf-recht, dem Halm angepresst. Blatthäutchen 2 bis 3 mal so langals breit (Fig. 126 d), abstehend, auch an den untern Blättern deutlichsichtbar. Rispe reich, dichtblütig, oft zusammengezogen. UntereRispenäste zur Blütezeit aufrecht abstehend. Aehrchen von der Seitestark zusammengedrückt, scharf zweischneidig, grün oder purpurngescheckt. Hüllspelzen kurzgrannig zugespitzt. V bis VII.

Stellenweise gesellig auf sonnigen Heiden, auf Felsen, Sand-feldern, Kalkbergen; nur in den wärmern Tälern. In Deutschlandauf der Rheinfläche und Tertiärkalkhügeln zwischen Speier, Bingenund Mainz, bei Windsheim, Staffelberg in Franken, besonders inThüringen bis Halle a. S., bei Magdeburg, Bernburg; ausserdem seltenverschleppt (wohl mit Grassamen) und vorübergehend beobachtet(z. B. bei Mannheim, Freienwalde und Potsdam). In Oester reichselten in Böhmen (Korycany bei Melnik), Mähren, häufiger in Nieder-und Oberösterreich, in Vorarlberg, Tirol und Krain. In der Schweizanscheinend ganz fehlend.

Allgemeine Verbreitung: Westliches Südfrankreich, Mittel-europa, Mittelitalien.

Ausser einer viviparen Form werden noch unterschieden:

var. glaucescens Beck. Blätter seegrün, bald länger, bald kürzer.Alle Spelzen kurzgrannig bespitzt. Niederösterreich und Bayern (bei Windsheim).

var. brevifölia DC. Spreitender untern Blätter sehr verkürzt, kaum 1 cmlang. Rispe wenig-blütig. Niederösterreich.

Diese Art wird oft nur als Rasse von nr. 280 angesehen. Pflanzen-geographisch steht sie aber mit derselben in gar keiner Beziehung.

Fig-, 126. Poa BadensisHaenke. a Habitus ('/a nat.Grösse). & Aehrchen. c Deck-spelze, d Blatthäutchen.

282. Poa pümila Host (= P. alpina L. var. pümila Rchb.). Niedriges Rispengras.

Ausdauernd, ziemlich dichtrasenförmig. Stengel sehr dünn, fadenförmig, meistaufrecht, glatt, unten reichlich beblättert, von den Blattscheiden dicht umgeben. Scheidenglatt. Spreite glatt, schmal-linealisch, 1 bis 1,5 mm breit, meist ziemlich plötzlich zuge-spitzt, die der untern Blätter breiter. Spreite des obersten Halmblattes sehr kurz, steifaufrecht, vielmal kürzer als seine Scheide. Rispe locker, ausgebreitet, meist nicht über5 cm lang, zur Blütezeit meist eiförmig-pyramidal, später etwas schmäler. Rispenäste

') Nach der Stadt Baden in Niederösterreich, wo die Pflanze zuerst beobachtet wurde.