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Blätter) stark verlängert, gewöhnlich spitz, bis 5 mm lang (Fig. 123 c). Rispe bis fast20 cm lang, meist zusammengezogen. Aeste rauh, schief abstehend. Aehrchen ca. 4 mmlang, meist etwas genähert, (2) 3- bis 4-blütig, meist grün, oft bräunlich oder violett über-laufen (Fig. 123 a). Hüllspelzen sehr ungleich, 2 und 3 mm lang, die obere viel breiter,eiförmig spitz. Deckspelzen länglich-lanzettlich, zarthäutig, scharf gekielt und zugespitzt,2 bis 2 ] /2 mm lang, am Grunde mit dichten Zotten, an den Rand- und Rückennerven mitziemlich deutlichen, kurzen, silberglänzenden Haaren. Blüten durch die Zotten zusammen-hängend. Frucht ellipsoidisch, am Rücken schwach furchig, 1,5 mm lang. — V bis VII.
Sehr verbreitet auf fruchtbaren, feuchten Wiesen und Grasplätzen, an Waldrändern,in Baumgärten, in Gebüschen, in Gärten, in Klee- und Luzernefeldern, an Weg- und Graben-rändern, überall von der Ebene bis zur Grenze der Kulturen, in den Alpen vereinzelt bis2200 m.
Allgemeine Verbreitung: Nord- und Mitteleuropa.
Aendert folgendermassen ab:
var. vulgaris Rchb. Rispe zusammengezogen, mit massig langen Aesten. Aehrchen grün. —Sehr verbreitet. Die häufigste Form.
var. effiisa Aschers, et Graebner. Rispe locker ausgebreitet, mit verlängerten bis wagrechtabstehenden Aesten. Aehrchen grünlich. Erinnert an Poa Chaixii var. effusa. — Selten in Gebüschenund Wäldern.
subvar. semineütra Richter (= P. semineütra Trin., = Ai'ra semineütra Waldst. et Kit., = Phälarissemineütra Roem. et Schult.). Spelzen spitz. Aehrchen zweiblütig, die obere fehlschlagend. — Selten.
var. pallescens Stebler et Volkart. Aehrchen gelblich-grün. Scheiden oft ganz glatt. Pflanzemeist zarter und schlaffer. — Selten.
var. aurata Murr. Aehrchen goldgelb. — Sehr selten, z. B. bei Innsbruck beobachtet.
var. strictaDöll. Scheiden und oft auch die Aehrchen violett überlaufen. Pflanze schmächtiger. —Selten.
var. multiflora Rchb. Grundachse bis mehrere cm lange Ausläufer treibend. Pflanze meist kräftig,mit rauhem Stengel und rauhen Scheiden. Rispenäste relativ kurz, die untersten mit bis 8 (12) grundständigenZweigen, von denen einige bis fast zum Grunde mit Aehrchen besetzt sind. Aehrchen zahlreich, einandergenähert, grüngefärbt. — Selten in Schlesien (Neisse) und in Niederösterreich beobachtet.
var. subalpi'na Beck. Spreite des obersten Halmblattes sehr kurz, die Rispe nicht erreichend.Spelzen + violett überlaufen.
Das gemeine Rispengras findet sich mit Vorliebe in etwas feuchten Wiesen, besonders häufig inWiesen von Trisetum flavescens oder Agrostis vulgaris. Auf gedüngten Wiesen kommt es sehr häufig mitdem Knaulgras zusammen vor oder ersetzt Arrhenatherum elatius. Seine Haupt-rolle spielt das gemeine Rispengras zwar auf solchen Wiesen, welche durchnatürliche Berasung aus Luzerne- und Esparsetteäckern entstanden sind, sowieauf lückenhaften Kunstwiesen und auf kultivierten Mooren (hier besondersda, wo die Narbe durch natürliche Berasung auf abgetorftem Land entstand).
277. Poa pratensis L. (= P. gläbra Poll., = P. angustifoliaPoll.). Wiesen-Rispengras. Franz.: Paturin des pres;ital.: Gramigna dei prati; engl.: Birdgrass; tschech.: Lipnice.
Taf. 34, Fig. 5.
Diese Art heisst (ebenso wie Poa trivialis) in Ostfriesland Merrel,Merrelgras. Diese Bezeichnung dürfte sich wohl aus dem Slavischen ab-leiten, vgl. die Bezeichnungen Meddel, Merdel für Agrostis spica venti pag. 219.Den Namen Schätzligras (Schweiz: Aargau) verdankt die Pflanze der An-wendung als Liebesorakel. Spielende Kinder ziehen nämlich den oberstenStengelteil des Rispengrases vorsichtig aus der Blattscheide, kehren ihn dannum, sodass die Rispe nach abwärts steht und drücken den Saft des Halmesvon unten herauf. Der hierauf ausquellende Tropfen zeigt die Richtung an,in der. der zukünftige Schatz wohnt. Zum Unterschied zu nr. 273, welche
Hegi, Flora.
Fig. 123.a Aehrchenhäutchen,rfAehrchen
Poa trivia. & Deckspelze,Poa praten. e Deckspelze,häutchen.
lis L.c Blatt-s i s L./Blatt-
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