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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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270. Sclerochloa dura (L.) P. B. (= Cynosürus dürus L., = Pöa dura Scop., Festücadura Vill., = Eleusine dura Lam., = Sesleria dura Kunth). Gemeines Hartgras.

Tai 33, Fig. 6.2 bis 20 cm hohes, einjähriges, graugrünes, niederliegendes, vom Grunde anbüschelig verzweigtes Gras. Stengel dem Boden meistens angedrückt oder an der Spitzeaufsteigend, glatt, meist bis zur Spitze beblättert. Blattscheiden am Grunde geschlossen.Spreite in der Knospenlage gefaltet, meist flach, bis 4 mm breit, seltener zusammengefaltet,nur am Rande rauh, kurz zugespitzt, meist kürzer als die Scheide. Blatthäutchen kurz,stumpf. Rispe (oberwärts eine eigentliche Aehre) mit sehr kurzen, dicken, steifen, einseits-wendigen, zweizeiligen, untern Aesten, geknäuelt zusammengezogen, vom obersten Halmblatteüberragt, 1 bis 3 cm lang, mit starrer, zickzackiger Achse. Aehrchen mittelgross, 7 bis 10 mmlang, 3- bis 6-blütig, von der Seite zusammengedrückt, graugrün, alle auf sehr kurzen, dickenStielen. Hüllspelzen stumpf, trockenhäutig berandet, die untere dreinervig, halb so lang alsdie obere länglich-lanzettliche, 7- bis 8- (9) nervige. Deckspelzen stumpf, länglich-lanzettlich,fünfnervig, dick, knorpelig, verhärtend, gekielt, bis 6 mm lang. Vorspelze an den Kielenoberwärts gewimpert. Lodiculae etwas fleischig, oben gestutzt. Narben sehr verlängert,fast fadenförmig. Frucht linealisch-länglich. Nabelfleck braun, dreieckig. V bis VII.

Selten auf festgetretenen, tonigen Wegen, auf trockenen Wiesen, auf Schuttplätzen;wild nur im Gebiet der Mittelmeer- und pannonischen Flora und deren Ausstrahlungen.In Deutschland einheimisch im südlichen und mittleren Gebiet auf den roten Tonen derTrias in der Ebene und im untern Berglande, nördlich bis Lothringen, dem Nahe- und Moseltal,Mittel- und Unterfranken, Kroppach in N. W.-Nassau, Thüringen (im N. W. fehlend), Blanken-burg a. H., Magdeburg, Halle a. S., Dessau, Dresden; selten eingeschleppt (Rüdersdorf beiBerlin, Wandsbeker Dampfmühle bei Hamburg). In Oesterreich im Gebiete derpannonischen Flora, auch in Böhmen (Norden) und Mähren (bis Olmütz); dagegen in deneigentlichen Alpen fehlend (auch nicht bei Rovereto in Tirol). In Steiermark nur auf demPettauer Felde. In der Schweiz einzig im untern Wallis (zerstreut von Brancon bis Sierre).

CV. Pöa 1 ) L. Rispengras.Einjährige oder ausdauernde, meist rasenbildende Gräser. Blattscheiden offen.Blätter in der Knospenlage gefaltet. Aehrchen (1) 2- bis 10- (15) blutig, von der Seitezusammengedrückt, in meist lockeren, seltener ährenförmigen Rispen; diese mit stielrunderAchse mit dreiseitigen, nur auf zwei Seiten Zweige tragenden Aesten. Hüllspelzen spitzoder zugespitzt. Deckspelzen unbegrannt, aussen unterwärts auf dem Kiele und den Rand-nerven fast immer zottig behaart (vgl. Poa violacea!). Blüten gegen den Grund meistkrauswellig verwebt. Scheinfrucht länglich oder ellipsoidisch, stumpf dreikantig, entweder mitklebrigen, sog. verbindenden Zotten (lana coniunctiva") besetzt, wodurch sich diese anvorbeistreifenden Tieren festheften können (zoochore Ausrüstung) oder mit steifen, abstehendenHaaren (anemochore Ausrüstung), welche die windfangende Oberfläche der Scheinfrüchtevergrössern helfen. Nabelfleck punktförmig (Taf. 21, Fig. 12), braun.

Die Gattung umfasst ca. 100 Arten, die durch alle gemässigten und kalten Länder wenige auchin den Hochgebirgen der Tropen verbreitet sind; einige sind Kosmopoliten. Mehrere Arten sind wichtigeFuttergräser. Die grösste Art der Gattung, das Tussock-Gras (Poa flabelläta Hook.) der Feuerlands- und Falks-'andsinseln, sowie der Kerguelen, bildet riesige bis 2 m hohe Rasen mit fächerförmig gestellten Blättern.

1. Deckspelzen auf dem Rücken kahl oder gegen den Grund undeutlich bewimpert (Fig. 121), nurschwach gekielt. Blätter graugrün, borstenförmig zusammengefaltet.......P. violacea nr. 271.

*) Griech. siöa (poa) = Gras, Kraut.