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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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XCVIII. Koeleria 1 ) Pers. Kammschmiele.

Rispe ährenförmig oder ausgebreitet, mit rundlichen Zweigen. Aehrchen mittelgross,2- bis 5- (1- bis 13-) blutig. Hüllspelzen gekielt, meist kürzer als die Aehrchen. Deck-spelzen gekielt, 3- bis 5-nervig, öfters kahl, unbegrannt oder seltener aus der Spitze bis ausdem oberen Drittel des Rückens begrannt. Granne stetsgerade, kurz bis fast doppelt so lang wie die Deckspelze.Lodiculae 2. Frucht von den Deckspelzen eng umschlossen,

frei, kahl, von der Seite zusammengedrückt, auf der Rücken- vl|ÄI§f^/ \\\\\\

seitekonvex, aufder Bauchseite flachbis rinnenartig ausgehöhlt. \\w// V\l-

Die Gattung Koeleria zählt zusammen ca. 61 Arten, wobei abernur die Gesamtarten gemeint sind. Sie zerfällt in zwei Untergattungen, ä"^^ \\!L%H //ifU b^

und zwar die Untergattung Lo phd chl oa (einjährige Arten) mit 10 Ge-samtarten (15 Arten), deren Entwickelungsgebiet das Mittelmeergebiet undder Orient darstellt und die Untergattung Airöchloa (ausdauernde Arten).

Mit 51 Gesamtarten (73 Arten). Das Entstehungszentrum der Untergattung Ä\J ///jl c | \\Mv '*

Airöchloaist in Nordostasien zu suchen. Von daaus haben sich die Vertreter \\v!y''/ VMfc /

dieser Gattung noch vor dem Eintreten der Eiszeit über die südsibirischen Ge-birge teils nach Armenien und weiterhin in das Mittelmeergebiet, teils " %/J" ^,/ ß~über die südarabischen Gebirge nach Abyssinien, ins Kapland und bisKamerun verbreitet. In östlicher Richtung ging die Ausbreitung der Fig-, 115. a und b Aehrchen von Koeleria

Koelerien nach Nordwestamerika und von da nach Hebung des mexi- PyramidataDomin.cAehrchenvon Koe-

. leriaglauca 1JC üunde Aehrchen von

kanischen Hochlandes in die südamerikanischen Hochgebirge und bis Koeleria gracilis Pers.

nach Patagonien. Von da aus konnten die Vertreter dieser Gattung mit

den Eisbergen nach Neu-Seeland und weiter nach Südostaustralien gelangen und daselbst neue Arten ausbilden.Somit ist die Gesamtverbreitung der Gattung Koeleria in der Gegenwart eine sehr ausgedehnte. In der ge-mässigten Zone bilden die Koelerien einen wichtigen Bestandteil der Steppen- und Grasflurformationen; ausser-dem kommen sie besonders als Gebirgspflanzen (so speziell in dem tropischen Gürtel) vor. Die Gattung zeichnetsich noch in der Gegenwart durch eine intensive Formenneubildung und einen enormen Polymorphismus aus,der die systematische Gliederung derselben äusserst erschwert. 2 )

1. Pflanzen einjährig....................K. phleoides nr. 258.

1*. Pflanzen ausdauernd........................... 2.

2. Halme an der Basis durch angehäufte Scheiden zwiebelartig verdickt (vgl. Fig. 117) . . 3.2*. Halme an der Basis nicht verdickt...................... 5.

3. Die untersten spreitenlosen Blattscheiden in netzartig verflochtene Fasern aufgelockert.

K. Vallesiana nr. 252.3*. Die untersten Blattscheiden ganz oder in gerade Fasern aufgelockert.........4

4. Deckspelzen unbegrannt, stumpf, kahl (oder fast kahl)........K. glauca nr. 250.

4*. Deckspelzen begrannt, zugespitzt, behaart (Fig. 116b und c).....K. hirsuta nr. 251.

5. Hüllspelzen spitz oder zugespitzt....................... 6.

5*. Hüllspelzen sehr stumpf.................K. Gen e v e n s is nr. 255.

6. Die untersten Blattscheiden ungeteilt..................... 7.

6*. Die untersten Blattscheiden im Alter holzig, weisslich, in gerade Fäden sich auflösend

K. alpige na nr. 253.

7- Blätter flach, breit, grün. Halme robust. Aehrchen gross............. 8.

7*. Blätter meist zusammengerollt, schmal, graugrün. Halme schlank. Aehrchen kleiner .... 9

8. Aehrchen kahl, meist blass...............K. py ram id at a nr. 254.

8*. Aehrchen behaart, meist gefärbt.............K. eriost achya nr. 256.

9. Halme und Aehrchen behaart . . . . K. eriostachyasubsp. S chro et er i an a pag. 286.9*. Halme und Aehrchen (oder wenigstens eines von beiden) kahl . . . . K. gracilis nr. 257.

') Benannt nach Georg Ludwig Koeler, Professor in Mainz und Verfasser einerDescriptio gram,in Germania et Gallia" 1802 (geb. in Göttingen 1/65, gest. 1807).

2 ) Herr Privatdozent Dr. K. Domin in Prag hatte die Liebenswürdigkeit, diese Gattung zu behandeln.Vgl. die neue Monographie dieser Gattung von K. Domin, in Bibl. Botan. Heft 65 (190/) mit 22 Quarttafelnu nd 3 Karten.