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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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von fliessenden Gewässern einen wesentlichen Bestandteil der Verlandungszone; dieser Gürtel kann stellenweisebis 30 m breit sein (vgl. das Profil Fig. 112). Das Schilfrohr besitzt eine äusserst starke Bestockungsfähigkeit.Beim Absterben bleiben ziemlich hohe Basalstiicke übrig, die zusammen mit dem stark ausgebildeten Wurzel-werk und den starken, weitausgreifenden Ausläufern einen wirksamen Schlammapparat darstellen, der die Erdezusammenhält und den Boden allmählich befestigt. Auf diese Weise wirkt das Schilfrohr verlandend. Akten-gemäss steht auch fest, dass z. B. dieRohrwiesen" bei Friedrichshafen am Bodensee seit 1824 um 120 min den See vorgerückt sind. Indirekt befördert das Schilfrohr an den Seen auch die Anschwemmung vonorganischem Detritus, d. h. die Bildung von lockerem Schwemmtorf, der zuweilen weggeholt und als Düngerverwendet wird. Der Schwemmtorf besteht aus dem dichten Geflecht der Rhizome und Wurzeln, den Blätternund den Kalmteilen des Schilfrohres und anderer Begleitpflanzen. Bei Langenargen am Bodensee wurden vonKirchner in dem Schwemmprodukt auch rundliche, hellgelbe bis gelbbraune, durchscheinende, ca. l'/s mm imDurchmesser messende, bernsteinartige Harzkörperchen entdeckt, welche sich als erhärtete, im Wasser abgerollteKlümpchen von Fichtenharz herausstellten. Auf den angeschwemmten Holzmassen entwickelt sich eine eigen-tümliche Florula, bestehend aus Equisetum arvense, Iris pseudacorus, Rumex- und Polygonum-Arten (P. con-volvulus, persicaria, lapathifolium), Potentilla anserina und reptans, Sinapis arvensis, Melilotus albus, Ranun-culus repens, Myosotis intermedia, Erodium cicutarium, Euphorbia cyparissias, Sonchus oleraceus, Bidenstripartitus etc. Blattstücke des Schilfrohres sind vielfach subfossil beobachtet worden (Robenhausen, Parma etc.).Im Tertiär war das Schilfrohr in Mitteleuropa durch nahverwandte Arten vertreten.

XCIV. Sieglingia 1 ) Bernh. Drei zahn.

Deckspelzen an der Spitze kurz 3-zähnig oder 2-zähnig (dann aber zwischen denZähnen stachelspitzig).

Die Stellung dieser Gattung mit 2 Arten (nr. 244 und S. irritans Aschers. [= Trlödia irritans R. Br.],ein lästiges Steppengras in Australien) ist etwas strittig. Von einzelnen Autoren wird sie als Sektion vonDanthönia betrachtet und zu den Aveneae gestellt, während sie von andern als eigene Gattung oder als Sektionder Gattung Triödia aufgefasst und zu den Festuceae gezählt wird.

244. Sieglingia decümbens (L.) Bernh. (= Triodia decümbens P. B., == Danthöniadecümbens Lam. et DC, = Pöa decümbens Scop., = Festüca decümbens L.) Nieder-liegender Dreizack. Ital.: Gramigna logliarella; tschech.: Trojzabica. Taf. 32, Fig. 1.

Ausdauerd, 15 bis 40 (60) cm hoch, horstbildend. Stengel glatt, etwas steif,anfangs niederliegend, im Grase verborgen, später aufsteigend oder aufrecht. Blattscheidenmeist glatt, an den Rändern langhaarig gewimpert. Blattspreiten etwas starr, oberseitsgraugrün, unterseits glänzend grasgrün, an den Rändern rauh, sparsam gewimpert. Blatt-häutchen fehlend, in Haare aufgelöst. Blütenstand eine schmale, einfache oder etwaszusammengesetzte Traube, selten über 6 cm lang, ca. 4 bis 12, aufrechte Aehrchentragend; diese 3- bis 5-blütig, fast 1 cm lang, hellgrün, selten etwas violett überlaufen, läng-lich-eiförmig. Aehrchenachse unter den Blüten behaart. Hüllspelzen wenig länger als dieBlüten, beide das ganze Aehrchen einschliessend, gegen den Grund 3- bis 5-nervig, gewölbt,mit stark vorspringendem Mittelnerven. Deckspelzen mehrnervig, sehr derb (Taf. 31,Fig. 1 a), an der Spitze 3-zähnig (der Mittelzahn durch den knorpelig auslaufenden, ab-gestumpften Mittelnerven gebildet). Lodiculae etwas fleischig. Frucht länglich, 3 mm lang,vom Rücken her zusammengedrückt, von der Deck- und Vorspelze eingeschlossen. VI, VII.

Nicht selten auf trockenen Magermatten, auf Weiden, in Flachmooren, auf trockenenHeidemooren, auf feuchteren Heiden, an Hügeln, an moorigen Waldstellen, in den Alpenauch in der Zwergstrauchheide (oft übersehen !); nicht selten in der Nardus-Formation. In denAlpen vereinzelt bis ca. 1900 m (Brenner, Puschlav).

Allgemeine Verbreitung: Europa (im Süden nur auf den Gebirgen; fehltim Norden und in den südrussischen Steppen); nördliches Kleinasien, Algier, Madeira.

a ) Nach Professor Siegling; botanisierte im Anfange des 19. Jahrhunderts um Erfurt.

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