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f. pfcta Hammerschmid (= f. striati-picta Rchb.). Blätter weiss gestreift. Diese Form ist Phalarisarundinacea L. f. pfcta L. (vgl. pag. 197) sehr ähnlich, unterscheidet sich in jungem Zustande von ihr nur durchdas rudimentäre Blatthäutchen. — Selten (z. B. im Kochelseemoor und bei Herrsching in Oberbayern, imHafen von Ziegenort in Norddeutschland) beobachtet.
Das Schilfrohr ist eine der häufigsten und verbreitetsten Streupflanzen. Meistens kommt es gesellig,in Massenvegetation vor (vgl. Fig. 111) und bildet dann ausgedehnte, oft fast reine (bis 90°/o) Bestände(Röhricht, Phragmitetum oder Arundinetum). In den Hochmooren ist es selten. Die vielfach vorkommendenOrtsbezeichnungen wie „Rohr, Rohrbach, Rohrdorf, Rohren, Rohrenmoos" usw. charakterisieren seine Bedeutung.Zuweilen bildet es Mischbestände, vor allem mit dem Besenried (Molinia caerulea), mit Carex acuta, rostrata,filiformis etc.; ausserdem finden sich im Phragmitetum häufig noch folgende Phanerogamen: Briza media,Carex Davalliana, panicea und Goodenowii, Cladium mariscus, Epipactis palustris, Lathyrus paluster, Lotuscorniculatus, Potentilla tormentilla, Spiraea ulmaria, Lythrum salicaria, Mentha aquatica, Lysimachia vulgaris,Myosotis palustris, Symphytum officinale, Galium palustre, Swertia perennis (stellenweise). Valeriana officinalis,Succisa pratensis, Centaurea jacea, Senecio paludosus etc. In der eigentlichen Verlandungszone ist es oftvergesellschaftet mit dem Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea), mit Glyceria fluitans, G. plicata (vorwiegend anVerlandungsgräben) und G. aquatica (besonders in den Donauländern und in der baltischen Region vertreten),Alopecurus fulvus, Deschampsia caespitosa, Agrostis alba, Festuca arundinacea, Oryza clandestina (seltener),Equisetum heleocharis, Typha- und Sparganium-Arten (mehr vereinzelt), Butomus umbellatus (seltener), Alisma
Fig. 112. Verlandungszonen eines Sees. 1. Verlandungszone mit Cyperaceen (Carex stricta, rostrata, paradoxa, filiformis, Trichophorumcaespitosum), Gramineen (Molinia), Equisetum heleocharis, Menyanthes trifoliata. 2. Von 0 bis 2 m. Schilfzone (Phragmites undvereinzelt Typha). 3. Von 2 bis 3 m. Scirpus lacustris. 4. Von 3 bis 4 m. Seerosenzone (Nymphaea alba, Nuphar luteum, oft auchRanunculus-Arten, Polygonum amphibium und Potamogeton pusillus. 5. Von 4 bis 6 m. Zone der Laichkräuter (Potamogeton per-foliatus, natans, lucens, crispus) gemischt mit Myriophyllum spicatum, Ceratophyllum demersum, Hippuris, Helodea. 6. Von 6 bis
8 (12) m. Characeen- und Mooszone (Chara, Nitella. Fontinalis).
plantago, Sagittaria sagittifolia (selten), Echinodorus ranunculoides (selten), Menyanthes trifoliata; mehr gelegentlichfinden sich in der Verlandungsgesellschaft auch Polygonum lapathifolium und hydropiper, Ranunculus lingua undflammula, Nasturtium officinale und amphibium, Cardamine amara, Peplis portula, Cicuta virosa. Sium latifolium(ziemlich selten) und S. angustifolium. Peucedanum palustre, Oenanthe fistulosa und phellandrium, Veronica anagallisund beccabunga, Lycopus Europaeus, Scutellaria galericulata, Comarum palustre, Bidens cernuus etc. Die Schilf-streue darf erst im Spätherbst (Ende Oktober bis November) geschnitten werden. Oft wird das Schilf in zweiSchichten abgeschnitten; zuerst wird es nur in halber Höhe gemäht, später 'dann am Grunde. Wegen ihrer Härteist die Schilfstreue jedoch nicht beliebt und wird weniger gewertet als die andern Streuesorten. In Ragaz(Schweiz) heisst es, dass die Pferde beim Liegen auf der Rohrstreue von den Schilfhalmen Eindrücke, wie von Peitschen-hieben, bekommen. Dagegen wird der Rohrstreuemist, weil er den Boden lockert, zum Unterpflügen von Kartoffelnund zum Einhacken in Reben empfohlen. Junge Schösslinge werden auch als Pferdefutter verwendet. Ausserdemeignet sich das Schilfrohr auf geeigneten Böden — in seichten Gewässern, am (lachen Seeufer, in altenFlussläufen, in ausgetrockneten Teichen und Seen, in Kies- und Sandgruben etc. — zum Anbau. Dadurchwird einerseits das bestehende Terrain gesichert; andrerseits kann besonders in der Verlandungszone neuer, kultur-fähiger Boden gewonnen werden. Die Bepflanzung geschieht am besten durch bewurzelte Pflanzen im Früh-jahr. Vermehrung mittelst Stecklinge (an den Knoten bilden sich Wurzeln) oder mittelst reifer Samen(diese sind erst im Winter [November bis Januar] reif; die Samen werden mit Lehm zu kleinen Kugeln geknetet)führt am besten zum Ziele. Wie bereits angedeutet, bildet das Schilfrohr an den seichten Ufern der Seen und