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länglich-oval, dichtblütig, selten walzig unterbrochen (f. interrüpta Beck). — Gemein auf mageren Wiesen,an sonnigen, steinigen Bergabhängen, an Felsen, bis in die Hochalpen. Weit verbreitet im ganzen Jura und inden Kalkalpen. Diese Rasse ist aus dem nördlichen Europa nicht bekannt.
var. Ratzebürgii Aschers, et Graebner. Stengel meist nicht über 20 cm lang. Spreite der Stengel-blätter verlängert (bis 7 cm lang), die Rispe fast erreichend. Rispe verlängert, bis 3 cm lang. Blüht im IX.(Saisondimorphismus?). — Bis jetzt nur vereinzelt beobachtet.
var. pseudelongata Murr. Aehrenrispe sehr verlängert, 50 bis 60 mm lang, mehr oder wenigerunterbrochen, öfter auch etwas bleich. — Tirol.
var. angustifölia Hackel et Beck. Blätter unbereift, schmal, kaum 2 mm breit, mit schwachverdickten Rand- und Mittelnerven. — Selten (z. B. in Niederösterreich beobachtet).
subsp. uliginösa Celak. (= S. uliginösa Opiz, = Cynosürus caeruleus L.) Ausgebreitete, zuletztringförmige Rasen bildend. Blattspreiten (trocken) mit den Rändern nach oben eingerollt, verschieden stark(namentlich während der Blütezeit), weissbläulich bereift. Mittel- und Randnerv schwächer vorspringend, zu-weilen ganz undeutlich. Aehrenrispe meist kürzer, fast kugelig oder eiförmig. — Stellenweise auf feuchten,moorigen Wiesen, auf alpinen Flachmooren zwischen Trichophorum caespitosum und Carex Goodenoughii. Besondersauf den Hochebenen und in den Alpentälern. Diese Rasse ist im Norden von Europa stark (allein) vertreten.
Die subsp. calcaria des Blaugrases ist als eine echte Kalkpflanze zu bezeichnen; sie gehört zu denkalkstetesten Pflanzen, die einen sehr hohen Kalkgehalt vertragen. Allerdings kommt sie gelegentlich auch auf sehrkalkarmem Boden vor (auf rheinischem Schiefer mit nur 2,27 0 /° Calciumcarbonat). Ausserdem ist sie alsMagerkeits- und Trockenheitszeiger anzusprechen, als eine Rohbodenpilanze, die mit einem Minimum vonHumusboden auskommen kann. Ebenso ist sie keine spezifische Sonnenpflanze, nicht lichtfordernd undkann deshalb auch gut im Schatten von lichten Wäldern gedeihen. Dagegen ist sie der Düngung gegen-über sehr empfindlich; auf einem fetten Boden kann sie nicht gedeihen. Sehr indifferent verhält sich dagegendie Rasse uliginösa, die in Sumpfbeständen vorkommt. Das Blaugras wächst in seiner fels- und schutt-bewohnenden Form (var. calcarea) in der Regel sehr gesellig und spielt in der „Blaugrashalde"(,,Seslerietum") eine führende Rolle. Je nach der Höhenlage wechseln aber die einzelnen Komponenten rechtbedeutend. Als Begleitpflanzen der Sesleria erscheinen im Tief lande (z. B. in den trockenen Sesleriahalden inUnterfranken) die folgenden Blütenpflanzen: Festuca glauca, Stipa capillata, Carex humilis, Anthericus ramosusund liliago, Epipactis rubiginosa, Anemone pulsatilla, Isatis tinetoria, Helianthemum canum und polifolium, Hippo-crepis comosa, Potentilla verna und cinerea, Peucedanum cervaria, Libanotis montana, Gentiana Germanica,Teucrium montanum und chamaedrys, Origanum vulgare, Thymus serpyllum, Brunella grandiflora, Cirsiumacaule, Centaurea scabiosa, Buphthalmum salicifolium, Carlina vulgaris, Anthemis tinetoria, Hieracium pilosella,Euphorbia cyparissias, Asperula galioides, nebst vereinzelten Exemplaren von Strauch- oder baumartigen Ge-wächsen wie Viburnum lantana, Sorbus aria, Berberis vulgaris, Acer Monspessulaniun, Espe, Kiefer, „canine"Rosen (nach Gregor Kraus). Ganz anders ist das Bild einer Blaugrashalde im Gebirge, in den Alpen und Vor-alpen. Zu den ziemlich konstanten Begleitpflanzen des Blaugrases gehören hier vor allem Carex sempervirens,Festuca pumila und rupicaprina, Carex ornithopus, capillaris und atrata, ferner Phleum alpinum, Poa alpina,Polygonum viviparum, Gymnadenia albida und odoratissima, Tofieldia calyculata, Silene inllata, Thesium alpinum,Aquilegia vulgaris (auf feuchteren Stellen), Draba aizoides (nicht überall), Biscutella levigata, Anthyllis vulneraria,Lotus corniculatus, Alchimilla alpina (var. Hoppeana), Dryas octopetala, Polygala alpestre und chamaebuxus,Geranium silvaticum (an etwas feuchten Stellen), Meum mutellina, Helianthemum chamaecistus var. grandi-florum, Daphne striata (nicht überall), Gentiana verna, Erica carnea, Rhododendron hirsutum (oft!), Bartschiaalpina, Campanula Scheuchzeri, Phyteuma orbiculare, Teucrium montanum (zuweilen), Thymus serpyllum, Galiumanisophyllum, Valeriana montana, Senecio doronicum, Bellidiastrum Micheln (nicht überall), Erigeron uniflorus,Adenostyles alpina, Homogyne alpina, Carduus defloratus. Leontopodium alpinum etc. Im Urgebirge (z. B. imOberengadin) wird das Blaugras zuweilen ganz unverhofft auf Kalkadern in Gesellschaft von Hieracium villosum,Cypsophila repens, Aster alpinus, Leontopodium alpinum, Biscutella levigata, Saxifraga caesia, Dryas octopetala,1'estuca pumila, Arabis pumila, Rhamnus pumila, Kernera saxatilis, Saxifraga aizoon, und Aronicum scorpioidesangetroffen.
Wie viele andere xerophil gebaute Gräser führt die Blattspreite (je nach dem Feuchtigkeitsgehalt derLuft) täglich periodische Faltungen aus. Bei trockener Luft faltet sich das Blatt der Länge nach zusammen;De l feuchter Witterung (wie am Morgen) dagegen ist es flach ausgebreitet. In den Morgenstunden sieht des-halb eine Sesleriahalde viel grüner aus als am sonnigen Nachmittag. Durch die Faltung der Blattspreite wirddie Verdunstung stark herabgesetzt. Die periodische Bewegung wird durch grosse, lebendige, wasserklareGelenkzellen vermittelt.