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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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236. Sesleria dfsticha (Wulf.) Pers. (= P6a disticha Wulf., = Cynosürus distichusHoffm., = Oreöchloa disticha Link). Zweizeiliges Kopfgras, Kammseslerie. Franz.: Seslerie

ä epillets distiques. Fig. 108c und d.

Nach seinem Vorkommen zwischen Geröll und auf Felsen heisst das Gras: Gekraustes Stoangrasl(Kärnten: St. Oswald), Fluehgras [Fluh = Felsen], Steitrüben [= Steinträubchen], Steigras (Schweiz:Waldstätten). Weil das dichtrasige Gras an felsigen Stellen, die nur dem Kleinvieh, besonders den weidendenGeissböcken zugänglich sind, nennt man es in den Waldstätten (Schweiz) auch Böckbüschel, Bockböschä.Im Pinzgau (Salzburg) führt es die Bezeichnung ,,S ch wi ck enblüh".

Ausdauernd, 10 bis 20 (30) cm hoch, dichte Horste bildend. Stengel meist auf-recht, seltener etwas aufsteigend, steif, sehr dünn, in (und dicht unter) der Rispe rauh be-haart. Blätter haarfein, borstenförmig zusammengefaltet, 0,5 cm breit. Blattspreite glatt.Blatthäutchen verlängert, spitz, ca. 3 mm lang. Aehrenrispe einfach, am Grunde ohnekleine Tragblätter, 1 bis 1,5 cm lang und ca. 1 cm breit, dicht. Aehrchen streng zweizeiligangeordnet und nach einer Seite gewendet, grün, weisslich und blau gescheckt, oft goldigüberhaucht. Aehrchen einzeln, bis 5 mm lang, breit-eiförmig, 3- bis 5-blütig (Fig. 108 d).Hüllspelzen häutig, breit-eiförmig stumpf, viel kürzer als die Blüten (ca. 3 mm lang). Deck-spelzen mit kurzer, stacheliger Mittelspitze (Seitenspitzen oft undeutlich), mit stahlblauemStreifen und gelb trockenhäutigem Rande. VII bis IX.

Sehr häufig im Gebirge ob der Baumgrenze auf trockenen Grasmatten, in Humus-polstern, auf berasten, felsigen Abhängen, von ca. 1900 bis ca. 3200 m (Piz Languard imOberengadin 3267 m); kalkfeindlich, humusliebend. Eine Charakterpflanze des Urgebirges(eigentümlicherweise aber im Wallis äusserst selten), auf Kalk in den Kalkalpen äusserst selten,(z. B. auf dem Gipfel des Polster in Steiermark 1900 m); häufig im Rasen von Carex curvula oderFestuca varia. In den bayerischen Alpen als Seltenheit im Allgäu (Kreuzeck gegen dasRauheck, Himmeljoch). Fehlt in Ober- und Niederösterreich vollständig.

Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Zentral- (westlich bis zum Monte Catogneim Wallis) und Ostalpen (bis Obersteiermark, Kärnten), Karpaten, Siebenbürgen bis ins Banat.

Aendert wenig ab :

var flavescens Brügger (= var. rlavida Murr.). Aehrchen gelb-lichgrün. Bis jetzt sehr selten beobachtet in der Schweiz (Parpaner Rot-horn und Passo d'Ur im Puschlav) und in Tirol (Tarntaler Köpfe).

237. Sesleria oväta (Hoppe) Kerner (= S. microcephala Lam.et DC, S. tenella Host, = Cynosürus ovätus Hoppe, = Psilätheratenella Link). Kleinblütiges Kopfgras. Fig. 108a und b.

Ausdauernd, 0,5 bis 10 (20) cm hoch, dicht, grössereoder kleinere Rasen bildend. Unterirdische Ausläufer zuweilenziemlich verlängert. Stengel dünn, meist aufrecht, glatt,kahl. Blattscheiden glatt oder schwach rauh. Blattspreitenschmal (bis ca. 1 mm breit), flach oder häufiger borstlich zu-sammengefaltet. Blatthäutchen verlängert, bis über 1 mm lang.Aehrenrispe klein, kopfförmig, bis ca. 7 mm lang und 4 bis5 mm breit. Aehrchen zweiblütig, ca. 3 mm lang, meist dunkel-blass, oft bleifarben überlaufen. Hüllspelzen häutig, silberweiss,in eine kurze, schwärzliche Granne auslaufend. Deckspelzen grün-lich, mit einer längeren, 1 bis 1,5 mm langen, dunkeln Granneund 4 kürzeren Grannen. Vorspelze mit 2 kurzen Grannen(Fig. 108b). VII, VIII.

Fig. 108. S«sa Habitus, b

disticha

d

leriaovata Kerner,Aehrchen. SesleriaPers. c Habitus.

Aehrchen,