265
eiförmig, spitz, flachgedrückt, unbegrannt, am Rand und Kiel behaart, wie die Hüllspelzenviolett überlaufen. Frucht braun. — V bis VI.
Stellenweise (besonders im Süden) in Weinbergen, an Mauern, an Wegrändern,in Gärten, auf trockenen, sandigen, wüsten Plätzen, auf Weiden. Wild wohl nur am Süd-abhang der Alpen und im Gebiet der pannonischen Flora. Nördlich der Alpen fastüberall und z. T. mit dem Weinbau eingeführt oder eingeschleppt, so stellenweise im Rhein-,Mosel-, Main-, Nahe- und Saargebiet usw.
Allgemeine Verbreitung: Ueberall in der wärmeren und gemässigten Zonebeider Erdhälften verbreitet. Fast Kosmopolit.
Aendert wenig ab:
var. bif Idra Reck. Aehrchen zweiblütig, die obere Blüte randständig. Blüten daher in 4 Reihen angeordnet.
var. septentrionälis Asciiers. et Graebner. Blattspreiten wenigstens z. T. 1 bis 1,5 dm lang,oft schmal. — In nördlicheren, kühleren Gegenden besonders verbreitet.
C. dactylon gehört als einziger Vertreter in Mitteleuropa zur Tribus Chlorideae. Aehrchen ein-blütig, abwechselnd zweizeilig an der untern Seite einer dreikantigen Aehrenachse eingefügt. Andere Arten,besonders von den beiden nordamerikanischen Gattungen Boutelöua und Büchloe (B. dactyloides Engelm.Buffalogras) und der Gattung Eleu sine (Tropen und Subtropen der alten Welt) mit gefingerten, oft aufwärtseingekrümmten, gedrängtblütigen Aehren sind wichtige Weide-, Futter- und Nutzgräser. E. Coracana Gärtner,der Korakan oder Dagussa, wird im östlichen Asien und in ganz Afrika von den Eingebornen als Mehlfruchtkultiviert. Andere Arten dieser Tribus (wie Eleusine tristächy a Kiinth, Chlöris barbäta Sw., multi-radiäta Höchst., virgätaSw. und C. t runcä t a R. Br., Dacty locrenium Aegypti'acum W. und Beekmänniacruciförmis Host, werden selten und vorübergehend bei uns eingeschleppt beobachtet.
XCI. Sesleria 1 ) Scop. Kopfgras.
Ausdauernde, mittelgrosse bis kleine Gräser. Blätter starr, in der Knospenlage zu-sammengefaltet (Typus „Faltblatt"). Rispen meist bläulich oder bleifarben gefärbt, dicht,ährenförmig zusammengezogen oder kurzwalzlich. Rispenzweige meist zweizeilig (seltenerspiralig) angeordnet. Aehrchen an der Seite zusammengedrückt, meist zweiblütig (Taf. 31,Fig. 2a und 3a), seltener mehrblütig (Fig. 108 d). Deckspelzen gekielt, häutig, kurzhaarig,mit 3 bis 5, oft grannenförmig verlängerten Zähnen, seltener ganzrandig. Fruchtknotenoberwärts meist behaart. Griffel fehlend oder sehr kurz. Narben fadenförmig, mit rings-um entspringenden Papillen (sprengwedelförmig), an der Spitze der Blüte hervortretend.Frucht länglich, runzelig, nur lose von der Deck- und Hüllspelze eingeschlossen. Hilum braun.
Die Gattung weist 14 Arten (meist Gebirgspflanzen) auf von recht auffallender Tracht. VerschiedeneArten (besonders S. caerulea und disticha) sind für einzelne Formationen tonangebend.
1. Rispenäste ohne schuppenförmige Tragblätter. Rispe einfach zweizeilig . S. disticha nr. 236.1*. Unterste Rispenäste von schuppenförmigen Tragblättern gestützt. Aehrchen nicht deutlich
zweizeilig.................................... 2.
2. Deckspelzen mit einer längeren und 4 kürzeren Grannen (Fig. 108b), die mittlere länger als die Spelze.
S. ovata nr. 237-
2*. Deckspelzen mit 3 bis 5 kurzen Spitzen und zuweilen mit einer längeren Granne; diese aber nicht
halb so lang als die Spelze (Fig. 109 b und d)...................... 3.
3. Aehrenrispe ausgesprochen kugelig. Pflanze niedrig.....S. sphaerocephala nr. 238.
3*. Aehrenrispe verlängert oder spitz pyramidenförmig, eiförmig bis länglich, nicht kugelig. Pflanzen
meist ansehnlich................................. 4.
4. Blätter borstlich zusammengefaltet. Blattscheiden zuletzt in schlängellg verwebte, spinnwebartigelanden aufgelöst.........................S. tenuifolia nr. 239.
4*. Blätter ziemlich breit (die untern wenigstens 3 mm breit). Blattscheiden ungeteilt, zuletzt amRinde mit einigen derben Fasern........................... 5.
5. Aehrenrispe rundlich bis länglich, meist 1,5 bis 2 cm lang. Frühjahrsblüher . S. caerulea nr. 240.5*. Aehrenrispe locker, verlängert, walzenförmig, bis über 10 cm lang, schmal. Herbstblüher.
S. autumnalis nr. 241.') Nach dem Arzte und Naturforscher Leonhard Sesler, der im 18. Jahrhundert zu Venedig lebte.Hegi, Flora. 21