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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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nennt man sie daher auchWal.schäs Gras 1 '. UeberRaygras" vgl. unter Lolium perenne! Wegen seinerhohen, kräftig wachsenden Halme heisst es in den Waldstätten (Schweiz) Halmschmalä, Halmägras, wegenseines Vorkommens auf angepflanztem, d. i. kultiviertem Boden Pflanzschmalä. Nach einer oberflächlichenAehnlichkeit mit dem Hafer führt das Gras in Niederösterrcich die BenennungFolscher Howern", in denWaldstättenWildä Haber''. Im Thurgau (Schweiz) nennt man es Riessele oder auch Schmale, Namen,die auch andere Wiesengräser (vgl. Dactylis glomerata, Festuca elatior, Poa annua und Aira-Arten!) führen.Weitere Bezeichnungen sind: Franzosenschmalen, Hafergras, Haferraygras, Pferdegras, Ross- oder Rostgras,haferartiges Manngrannengras. In Nordamerika wird es absurderweise ,.Andengras" geheissen.

Ausdauernd, 50 bis 180 cm hoch, lockere Rasen bildend. Stengel aufrecht oderam Grunde etwas aufsteigend, glatt, glänzend. Blattscheiden kahl oder ganz schwach be-haart (vgl. var. subhirsutum). Spreiten 4 bis 8 mm breit, rauh, gelbgrün, seltener etwasgraugrün und schmäler, nur bis 5 mm breit (var. glauca Beck). Blatthäutchen kurz, obenetwas gestutzt. Blütenrispe allseitswendig, vor der Blüte zusammengezogen, später weitausgebreitet, aufrecht, reichblütig. Aehrchen rundlich, weisslichgrün, zuweilen etwas bräunlich-violett überlaufen, zweiblütig (Taf. 30, Fig. 3 a). Untere Blüte männlich (mit verkümmertemFruchtknoten) und begrannt, obere zwitterig und unbegrannt. Granne der untern Blütegekniet, gedreht, unterhalb der Mitte des Rückens abgehend, an der obern Blüte meistensfehlend. Hüllspelzen länglich-lanzettlich, am Kiele wimperig rauh, die untere 1-nervig,kürzer und schmäler als die ca. 8 mm lange, 3-nervige obere Hüllspelze. Deckspelze mit7 rauhen Nerven, an der Spitze kurz zweizähnig. Vorspelzen zweikielig, häutig. Ueber derobern Blüte ist noch ein kurzes, fadenförmiges Stück der Aehrchenachse entwickelt. Frucht5 mm lang, spindelförmig, flaumig, an der Spitze kurzhaarig, fast stielrund. Hilum etwasspitzig. VI, VII.

Sehr verbreitet auf Wiesen, Hügeln, an lichten Waldstellen, an grasigen Abhängen,an Rainen, Dämmen innerhalb der Kulturregion, von der Ebene bis in die Voralpentäler,bis ca. 1300 m, vereinzelt bis ca. 1800 m (St. Moritz im Engadin); durch den Anbau inden letzten Jahrzehnten stellenweise erst in neuerer Zeit eingewandert. Auf den Nordsee-Inseln nur eingeschleppt.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt in der Arktis; im Mittel-meergebiet nur in der Bergregion), Nordafrika, Canaren, westl. Asien (in Armenien bis1600 m); in Nordamerika und Australien eingeschleppt.

Aendert ab:

var. subhirsutum Aschers. Granne an der obern Blüte fehlend. Stengel an und unter den Knoten(wie auch die untern Scheiden) kurz- und rauhharig. Selten.

var. piliferum Beck. Granne an der obern Blüte fehlend. Deckspelzen zerstreut behaart. Selten.

var. biaristätum Petermann. Obere Blüte ebenfalls begrannt. Granne wie an der untern Blüte aus-gebildet. Nicht selten.

var. atherömane Schröter et Elofson. Untere Deckspelze mit 2 bis 3 Grannen.

var. tuberosum Aschers. Knollen- Glatthafer (= A. precatörium P. B., = Avena tuberösaGilib., = A. bulbdsa Willd., = A. precatöria Thuill., = Hölcus bulbösus Schrad.). Unterirdische Stengelgliederknollig (rosenkranzartig) verdickt. Stellenweise auf Aeckern und an Wegrändern.

Diese Varietät führt ihre Volksnamen nach den am Grunde des Halmes übereinanderliegenden Knollen;c hnopfgras, Chnöpfligras (Nordschweiz), Zwiebelgras. Auch mit den Perlen des Rosenkranzes werdensie verglichen, weshalb das Gras in katholischen Gegenden Benennungen wie Bäterlegras (Oberbaden),B ättiringli (Schweiz: Waldstätten;Bättiringli" [wohl von ,,beten"] werden die Rosenkranzringlein genannt),^ästerligras (Thurgau), Nösterli (Aargau) [Nästerli" heissen die Kugeln des Rosenkranzes], führt.

enso vergleicht man diese Knollen mit kleinen Zehen oder Krallen: Knollen- Zehiiperle (Schweiz:

Eh

Ber n), Chralle-, Chrälleligras (Nordschweiz). Diese Form, die namentlich auf frischen Sand- und Lehm-böden auftritt, ist an vielen Orten ein gefürchtetes Unkraut. Der Knollen-Glatthafer ist eine gute Abart,die samenbeständig ist. Jedenfalls handelt es sich nicht etwa um eine krankhafte Missbildung. Auf dendiesen vermag sich diese Form nicht zu halten. Wenn ein Acker, auf dem sie sich in Menge vorfindet, in einew iese umgewandelt wird, so verschwindet sie in kurzer Zeit.