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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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var. pauciflörum (Baenitz). Aehnlich der typischen Form, Rispe jedoch wenig ährig, oft nur4 bis 5 Aehrchen tragend; dann an Melica erinnernd.

var. flavescens S. Nielsen. Hüll- und Deckspelzen hellstrohgelb. Noch wenig beobachtet.

Ausser einer viviparen Form, bei welcher die Aehrchen in Laubzweige auswachsen (bei Bozen [nurin nassen Jahren] beobachtet), gibt es gelegentlich Pflanzen, bei denen alle Blüten der 2- bis 3-blütigen Aehr-chen zwitterig sind (f. h erm aphrodit a).

A. elatius gehört zu den besseren Futtergräsern. Nach seinem Verhalten in der Kultur und nach seinemErtrag können zwei Formen unterschieden werden, die sich allerdings botanisch nicht trennen lassen, die wild-wachsende und die kultivierte. Die wildwachsende Form ist früher blühend, schnellwüchsiger, ertragreicher unddauerhafter (Stebler und Schröter). Aus diesem Grunde lohnt es sich auch, den Samen des wilden Fromentalszu sammeln und den Grasmischungen zuzusetzen. Das Futter besitzt besonders im grünen Zustande einenetwas bittern Geschmack und wird deshalb für sich allein vom Vieh nicht gern gefressen. Deshalb sollte esnur in Mischung mit andern Gräsern und mit Kleearten angesät werden.

A. elatius bildet in den Futterwiesen der Kultur- und Bergregion oft den Hauptbestandteil und be-herrscht zuweilen zur Blütezeit das Bild derartiger Bestände vollständig. Die Fromentalwiese ist wohl als derertragreichste Wiesentypus zu bezeichnen. Eine gute Fromentalwiese kann im Jahr zwei- bis mehrmals ge-schnitten werden. Allerdings wird die Quantität und die Qualität des Heues durch geringwertige Begleiter(Dolden und Hahnenfussarten) oft stark beeinträchtigt. A. elatius vermag sich jedoch nur auf gedüngten Wiesen(Fettwiesen) zu erhalten. Auf ungedüngten Wiesen wird es meistens durch die aufrechte Trespe (Bromuserectus) ersetzt, welche Art die sog. Burstmatten bildet. Durch Düngung kann die letztere leicht wieder zurFromentalwiese gebracht werden; das gleiche kann durch Entwässerung und Düngung aus nassem Boden(z. B. der Besenriedwiese) erzielt werden. Als Begleitpflanzen können in den Fromentalwiesen zuweilenverschiedene andere Arten eine bedeutende Rolle spielen und eigene Nebentypen bilden, so der weichhaarige Hafer(Avena pubescens), das Knaulgras, die Raygräser (Lolium perenne undltalicum), der Goldhafer (Trisetum flavescens),Anthoxanthum odoratum, der Rotschwingel (Festuca rubra), auf Auen und Moorwiesen der Wiesen-Schwingel(Festuca pratensis), auf gedüngten Naturwiesen das gemeine Rispengras (Poa trivialis), dann der Rot- undWeissklee (Trifolium pratense und repens), die Zaunwicke (Vicia sepium), die Wiesen-Platterbse (Lathyruspratensis), verschiedene Kompositen wie der Löwenzahn, Picris hieracioides, Crepis biennis, Centaurea jacea,Tragopogon orientalis, Chrysanthemum leucanthemum, ferner Pastinaca sativa, Medicago lupulina, Aiuga reptans,Glechoma hederacea, Sanguisorba officinalis, Galium mollugo (ein verhasstes Unkraut!), Plantago lanceolata,Myosotis intermedia, Brunella vulgaris, Cerastium triviale, Salvia pratensis, Veronica chamaedrys etc. Zu den auf-fallendsten und schädlichsten Bestandteilen der Fromentalwiese zählen neben Rumex acetosa, Ranunculus acerund bulbosus namentlich verschiedene Doldenpllanzen, die bei einseitiger Jauchedüngung ganze Wälder bildenkönnen, so namentlich der Wiesenkerbel (Anthriscus Silvester), der Schierlingskälberkropf (Chaerophyllumcicutaria) und die gemeine Bärenklau (ileracleum sphondylium). (Vgl. darüber bei den Umbelliferen!)

LXXXVIII. Gaudfnia 1 ) P. B. Aehrenhafer.

Zu der Gattung gehören nur 2 Arten, ausser der folgenden noch eine Art auf den Azoren.

233. Gaudinia frägilis P. B. (= Avena frägilis L.) Zerbrechlicher Aehrenhafer.

Ital.: Fornasacchino. Taf. 30. Fig. 4.Einjährig, 20 bis 60 cm hoch. Stengel glatt, knickig aufsteigend, nicht selten verzweigtBlattscheiden der untern Blätter dicht und langhaarig, an den obern Blättern meist kahlund glatt. Blatthäutchen sehr kurz, fast fehlend, nur durch einen Wulst angedeutet.Aehrchen eine echte, zweizeilige, bis 20 cm lange Aehre bildend, einzeln auf dem zahn-artigen Vorsprung der Aehrchenachse, mit der Fläche gegen die Achse gekehrt. UntereAehrchen 2 1 /« cm lang, bis 10-blütig, obere kürzer und armblütiger. Hüllspelzen auf demRücken langhaarig, sehr ungleich, die untere ca. 3 mm lang und 2- bis 4-nervig, die obereca. 7 nun lang und 5- bis 10-nervig, stumpf. Deckspelzen bis 7 mm lang, behaart, unge-teilt, mit bis in die Spitze verlaufenden Nerven. Granne ca. 7 mm l an g? gekniet, gedreht,aus dem obern Drittel von dem Rücken der Deckspelze abgehend. Aehrchenachse sehr brüchig,bei der Reihe gliedweise mit den Aehrchen zerfallend. V, VI.

') Nach J. Fr. G. Philippe Gaudin (geb. 1766, gest. 1833), Prediger zu Nyon im Kanton Waadt: ererforschte vor allem die Flora der Schweiz.