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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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stehend. Aehrchenachse unter der unteren Blüte behaart, sonst kahl. Aehrchen meist 2-, seltener3-blütig. llüllspelzen 7- bis 11-nervig, länger als die Blüten. Deckspelze gefärbt oder un-gefärbt, geblichweiss bis braun, rot oder schwarz, grannenlos oder nur an der oberenBlüte oder auch an allen Blüten (Taf. 30, Fig. 1 a) begrannt, zuweilen begrannte und un-begrannte Aehrchen auf derselben Pflanze. Deckspelzen an der häutigen Spitze zuweilenzweizähnig. Granne etwa so lang als die Deckspelze. VI bis VIII.

Fast überall besonders als Pferdefutter auf besseren Böden im grossen gebaut;ausserdem zuweilen aus Kulturen auf Schutt und an Wegen verwildert.

Die Haferkultur reicht in den Alpen stellenweise bis über 1600 m hinauf (im Oetztal in Tirol unterhalbHeiligkreuz bis 1690 m). In Lavin im Unterengadin bei 1429 m gelangt der Hafer erst im Oktober zur Reife.

Ist ziemlich veränderlich, namentlich in der Färbung der Deckspelzen und in der Ausbildung der Grannen.

var. mütica Alef. Deckspelzen ungefärbt, weisslich, unbegrannt, bei der Reife meist lanzettlich.Stellenweise häufig gebaut. Besondere Kulturformen sind: Russischer Irbit, Ligowo, Victoria Prize, SibirischerFrühhafer, Hopetown, Schottischer Berwick, Triumph, amerikanischer Milton, englischer Kartoffelhafer, Hirsch,Oderbruch, Barnstaedt, Probstei, belgischer, kaukasischer, polnischer, podolischer Hafer etc.

var. aristäta Krause. Deckspelzen ungefärbt, begrannt. Aehrchen zuweilen 3-blütig (subvar.trisperma Schübeier). Hieher ebenfalls verschiedene Kultursorten wie Alb, Beseler's, Heine's Trauben, Leute-witzer etc.

Ausserdem werden nach der Farbe der Deckspelzen unterschieden : var. aürea Körnicke. Deckspelzenlebhaft gelb, unbegrannt oder bei der var. Kraüsei Körn. Peckspelzcn begrannt.

var. brünnea Körmcke. Deckspelzen dunkelbraun, meist schmal-lanzettlich, unbegrannt oder bei dervar. montana Alef. begrannt. Bei der subvar. setösa Körn, sind die Deckspelzen der unteren Blüte weissborstig behaart.

var. rübida Krause. Deckspelzen rot, wohl immer begrannt.

var. gri'sea Körnicke. Deckspelzen grau, unbegrannt oder bei der var. cinerea Körnicke begrannt.

var. nigra Krause. Deckspelzen dunkel schwarzbraun, in der Reife mit dickeren Früchten, meistunbegrannt.

224. Avena Orientälis Schreb. Fahnenhafer. Türkischer Hafer, Straussenhafer,ägyptischer Hafer. Franz.: Avoine de Hongrie.

Einjährig, 60 bis 90 (120) cm hoch. Halme meist niedriger als bei voriger Art,starr aufrecht. Rispe einseitswendig, schmal zusammengezogen, sehr dicht. Aeste fast an-liegend. Aehrchen grün. Sonst wie nr. 223. VII, VII.

Hie und da gebaut, selten verwildert.

Aendert ebenfalls etwas ab :

var. Tatärica Alef. Deckspelzen ungefärbt, weisslich, begrannt oder wie bei der subvar. obtusätaAlef. unbegrannt. Zu letzterer Form auch die Kultursorte Hallets Pedigree.

var. flava Körnicke. Deckspelzen hochgelb, begrannt.

var. tristis Alef. Deckspelzen braun gefärbt, unbegrannt oder bei der subvar. pügnax Alef. begrannt.Zu der letzteren Varietät auch Halets schwarzer tatarischer Hafer, schwarzer Kylberg Pedigree und schwarzernubischer Hafer.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Heimat der gegenwärtig bei uns kultivierten Hafersorten nicht inMitteleuropa liegt, sondern dass die Haferkultur aus dem Südosten von Europa oder aus dem westlichen Asienherstammt, wo der Saathafer (Sungarei) wahrscheinlich wild vorkommt. Nach Buschan und Aschersonscheint es das Richtigste zu sein, ,,dass der Hafer von den slavisch-germanischen Stämmen erst nach der Trennungder Erano-Indier von den Graeco-Romanen in Kultur genommen ist und aus dem Osten (wenn auch ebennicht über das Mittelmeergebict) nach Mitteleuropa gelangte." Allerdings ist der Wildhafer in Mitteleuropaschon seit alter Zeit völlig eingebürgert.

Als Unkräuter treten in den Haferfeldern häufig auf: Vicia sativa und cracca, Raphanus raphanistrum,Papaver rhoeas, Melandrium album, Agrostemma githago, Pastinaca sativa, Rumex-Arten, Galeopsis tetrahit undversicolor, Salvia verticillata und pratensis, Campanula rapunculus, Cirsium arvense, Achillea millefolium usw.