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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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225. Avena pubescens Huds. Flaumhafer. Taf. 30, Fig. 2.

Ausdauernd, 30 bis 120 cm hoch, lockere Horste bildend. Grundachse meistkriechend, meist nur kurze, wenige cm lange Ausläufer treibend. Stengel aufrecht oder amGrunde knickig aufsteigend, glatt. Untere Blattscheiden kurz zottig behaart. Blattspreitenflach, grasgrün, fast kahl oder wenigstens die untern dichter oder dünner kurz-weich-haarig. Blatthäutchen länglich, dreieckig, spitz, ca. 4 bis 6 mm lang. Rispe länglich,etwas zusammengezogen, bis fast 20 cm lang, schwach überhängend. Rispenäste fast glatt,bis 5 cm lang, die unteren mit meist 4 (1 bis 10) grundständigen Zweigen, bis 3 (6) Aehrchentragend. Aehrchenstiele dünn, bis 1 cm lang, an der Spitze kaum verdickt. Aehrchen meist2- bis 3- (4) blutig (Taf. 30, Fig. 2 a), grünlich, violett und goldbronzefarben oder silberweissgescheckt, seltener gleichfarbig gelblichweiss, unter der zweiten Blüte mit langen Haaren,von der halben Länge der Deckspelzen. Untere Hüllspelze einnervig, ca. 12 mm lang,obere dreinervig, ca. 16 mm lang. Deckspelze schwach-nervig, nur oberwärts trockenhäutig,an der Spitze zerschlitzt. Granne rückenständig, rauh, 1 bis 2 cm lang. Frucht 5 bis6 mm lang. V bis VII.

Sehr verbreitet auf trockenen Fettmatten, auf Triften, Weiden, auf sonnigen,buschigen Hügeln, an lichten Waldstellen, von der Ebene (auf den Nordseeinselnauf Helgoland eingeschleppt) bis in die Alpen (vereinzelt bis ca. 2100 m); auf allen Gesteinsarten.

Allgemeine Verbreitung: Mittel-und Nordeuropa (fehlt im arktischen Russlandund im nördlichsten Skandinavien), Balkan, Sibirien.

Aendert folgendermassen ab:

var. flavescens Gander. Hüllspelzen bleich, gelblich, weisshautrandig,Selten.

var. lutescens. A. Schwarz. Obere Hüllspelze so lang als die Blüten. Grannen meist blauviolett.Aehrchenachse unter jeder Blüte langweiss behaart.

var. alpina Gaud. Blattscheiden fast oder vollständig kahl. Blattspreiten anfänglich zuweilen etwasbewimpert, später ganz kahl. Nicht häufig im Gebirge und stellenweise in der Ebene; im Gebirge (z. B. imAllgäu) vikarierend für den Typus.

var. coloräta Dalla Torre et Sarntheim (= A. amethystina auct. pl. tirol.) Scheiden und Blätterkahl oder behaart. Blüten lebhaft gefärbt.

var. stenophylla Domin. Grundständige Blätter sehr lang (bis über 20 cm), sehr schmal, gefaltetoder flach, ca. 1 mm breit. Scheiden dicht mit langen, abstehenden, weisszottigen Haaren besetzt. Aehrchenklein. Obere Hüllspelze 12 bis 12,5 mm, untere ca. 10 mm lang. Böhmen (Perucer Mittelgebirge).

subsp. amethystina Clarion (= A. sesquitertia L., = A. lücida Bert.). Aehrchen meist zweiblütig.Beide Hüllspelzen dreinervig, an der Spitze gezähnelt, die obere länger als die Blüten, vom Grunde bis auf'/s der Länge lebhaft purpurn gefärbt. Blüten meist etwas entfernt. Deckspelze von der Mitte bis zur Spitze weisstrockenhäutig, die Granne meist tiefer (auf 1 /s ihrer Länge) abgehend. Nur in den westlichen Alpen; jedochnicht in Bayern und in Tirol (Verwechslung mit der var. coloräta!).

subsp. Insübrica (Aschers, et Graebner) Dalla Torre et Sarntheim (= A. levigäta Schur var.Insübrica Aschers, et Graebner). Blattspreiten bis 5 mm breit, spärlich behaart. Rispe stark zusammengezogen.Rispenäste nur bis 1,5 cm lang. Aehrchen violett, bis 2,5 cm lang, meist 3-blütig. Untere Hüllspelze 1,8 cm,obere 2,5 cm lang, in eine feine Spitze verschmälert, bedeutend länger als die Blüten. Selten in denSchweizeralpen (Cima di Camoghe bei Piora im Tessin) und in Südtirol (Val di Ledro, Monte la Becca ander Bondonekette und bei San Giacomo und Altissimo am Monte Baldo).

A. pubescens gehört zu den bessern Futtergräsern; es findet sich häufig in Gesellschaft von andernGräsern, wie z. B. Arrhenatherum elatius, Briza media, Dactylis glomerata, Bromus erectus etc.

226. Avena Parlatörei 1 ) Woods (= A. sempervirens Host, = A. setäcea Pari.,

= Avenästrum Parlatörii Beck). Fig. 103.

Ausdauernd, bis 80 (100) cm hoch, dicht rasenbildend. Wurzelstockholzig. Blätter bis 3 mmbreit, fast flach, oberseits ziemlich stark rauh, meist borstlich zusammengefaltet oder die untersten

*) Nach Filippo Pariatore (geb. 1816, gest. 1877), Professor der Botanik in Florenz; er lieferte wert-volle Beiträge zur Erforschung der Flora Italiens, insbesonders auch Siziliens.