>27
knorpeligen Grunde mit zwei Büscheln von Härchen, welche über 1 ji Länge der Spelzenerreichen und über die Abgangsstelle der Granne hinausragen. Vorspelze viereckig, nervenlos.Lodiculae sehr gross, so lang als der kahle Fruchtknoten. Staubbeutel 1,5 bis 2 mm lang. —VII bis IX. Blüht im allgemeinen später als No. 192.
Verbreitet auf humosen Bergkämmen, auf Rutschstellen, auf Magermatten, Weiden,Wildheuplätzen, auf Felsen der Alpen und Voralpen, sowie selten in den Sudeten (Gr. Kesselim Gesenke), zuweilen in Massenvegetation von ca. lbOO bis 3100 m (Theodulpass im Wallis);vereinzelt auch tiefer, oft in feuchten Schluchten der Alpenbäche bis ca. /00 m herab-geschwemmt (am Fätschbach im Kanton Glarus 700 m, Eislöcher bei Eppan in Südtirol500 m, im Isarkies bei Tölz 642 m etc.)
Allgemeine Verbreitung: Hochgebirge von Spanien, Pyrenäen, Mont Ventoux,Apenninen, Alpensystem, Jura, nördliche Karpaten.
var. maior Murr. Höhe 30 bis 35 cm. Blüten viel grösser und dunkler gefärbt.
var. auräta (All.) Richter (= A. flavescens Host). Aehrchen gelblichweiss, bleich. — Selten.
f. pseudorepens Brockmann. Form mit langgestreckten Internodien (als Anpassung an das Geröll). —Puschlav (Sassalbo).
subsp. Schlefcheri (Jordan et Verlot) Aschers, et Graebner (= var. filiförmis Gaud., = A. PyrenaeaTimbal-Lagr.). Meist höher. Stengelblätter in der Regel borstenförmig zusammengefaltet. Rispe länger undschmäler. Rispenäste wie der unterste Teil der Rispenachse sehr stark geschlängelt. Aehrchen schlanker,,schmal-lanzettlich, meist schwärzlich-violett, seltener weisslich-gelb (Tirol). Hüllspelzen schmäler (wenigstensdie oberen), ganz allmählich in die stachelartige Spitze verschmälert, ungefärbt oder seltener halbviolett überlaufenund nach der Spitze heller oder weiss werdend. — Diese kalkliebende, in den Pyrenäen, in den Westalpenund im Jura verbreitete Unterart lässt sich vereinzelt bis in die östlichen Schweizeralpen (Mythen, Weissen-tannental), in das bayerische Hochgebirge (Krottenkopf bei Partenkirchen, Weissachdämme bei Kreuth) und bisTirol (Kranebitter-Klamm bei Innsbruck 950 m, Bettlwurf im Halltal und Fassatal) verfolgen. Vertritt die Haupt-form im Jura. Ist vorwiegend Wiesenptlanze und liebt tonige, kalkärmere Böden. Deshalb ist das Gras im Urgebirgeimmer etwas mehr verbreitet, als in den Kalkalpen. Häufig ist es mit dem roten Alpenklee (Trifolium alpinum)vergesellschaftet oder erscheint im Krummseggenrasen oder Curvuletum (Formation von Carex curvula).A. alpina ist ein feines, etwas trockenes Futtergras, das an Futterwert das Felsen-Straussgras (es hat längere,saftigere Blätter) übertrifft. Besonders zur Schafweide ist es gut geeignet.
192. Agrostis rupestris All. (= A. setäcea Vill., = A. alpina Willd., = Trichodium
alpinum Schrad.) Felsen-Straussgras.
Steht der vorigen Art sehr nahe (oft Verwechselungen!). Ausdauernd, 5 bis 20(30) cm hoch, dichte, feste Horste bildend, selten mit kurzen Ausläufern. Triebe meistumscheidet. Untere Blattscheiden grau oder graubraun bis rotbraun, öfter glänzend. Blättermit enganliegender, glatter Scheide, alle am Rücken glatt, fast borstlich zusammengelegt.Spreiten der Halmblätter rinnig, 1 mm breit. Blatthäutchen bis über 1 mm lang, spitz, anden Halmtrieben kahl, an den Laubtrieben feinhaarig. Rispe bis 4 cm lang, vor der Blütemeist zusammengezogen, während und nach derselben weit ausgebreitet, von eiförmigemUmriss. Rispenäste glatt (sehr selten rauh: Puschlav), ohne Kurzhaare, bis 2 cm lang.Aehrchen klein, ohne Granne 2 bis 3, mit Granne 4 bis 5 mm lang, bis über 2 mm langgestielt, an den Rispenästen ziemlich gleichmässig verteilt, meist braunviolett. Hüllspelzeneinnervig, etwas über 2 mm lang, allmählich in eine scharfe Spitze verschmälert. Deckspelzenhäutig, meist deutlich zweispitzig. Granne deutlich gekniet, 3 mm lang, in '/* bis 1 /a Spelzenhöheentspringend. Haare der Aehrchenachse kurz, niemals die Anheftungsstelle der Granneerreichend (bei A. alpina darüber hinausragend!). Lodiculae stark entwickelt. Staubbeutel0,75 bis 1 mm lang. — VII, VIII.
Verbreitet auf Weiden (besonders Schafweiden), auf Magermatten, Wildheuplätzen,auf getretenen W T egen, in Humuspolstern, felsigen Abhängen der Alpen und Voralpen, oft
18*