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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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190. Agrostis canfna L. (= A. rubra All., = Trichodium caninum Schrad., = Agraüluscaninus P. B.). Sumpf-Straussgras. Tafel 27, Fig. 2.

Ausdauernd, 20 bis 60 cm hoch, mehr oder weniger graugrün. Grundachse lockerrasenbildend, oberirdisch kriechend, mit meist zahlreichen aufrechten oder bogig aufsteigenden,glatten Stengeln, die sich bewurzeln können, zuweilen mit Ausläufern. GrundständigeBlätter borstlich zusammengerollt, die obern schmal-lineal, bis 2 mm breit. Blatthäutchenlänglich, bis über 2 mm lang, gezähnelt. Rispe zur Blütezeit ausgebreitet, später zusammen-gezogen. Rispenäste bis 4 cm lang, rauh. Aehrchen sämtlich (bis über 2 mm lang) gestielt,einzeln stehend, nicht gehäuft (Tafel 27, Fig. 2a), meist rot oder violett überlaufen, seltenergelb. Hüllspelzen ca. 2 mm lang, am' Kiele kurzwimperig rauh, oft ziemlich ungleich.Granne gekniet, etwas unter der Mitte (Tafel 27, Fig. 2 b) der Deckspelze eingefügt, meistdas Aehrchen überragend, seltener fehlend (vgl. var. mütica Gaud.) oder schwach entwickelt.Vorspelze fehlend oder verkümmert. VI bis VIII.

Ziemlich verbreitet auf Mooren (Wiesen- und Hochmooren), Triften, von der Ebenebis in die Voralpen (bis ca. 1500 m).

Allgemeine Verbreitung: Fast durch ganz Europa (fehlt nur im Süden deriberischen Halbinsel und auf den Inseln des Mittelmeeres); Sibirien.

Aendert ziemlich stark ab:

var. genufna Godr. et Gren. Pflanze etwas graugrün oder grasgrün, keine Ausläufer bildend. Hüll-spelzen kaum 2 mm lang, violett. Deckspelzen mit langer, geknieter, das Aehrchen deutlich überragenderGranne. In der Ebene sehr verbreitet.

var. vineälis Aschers, und Graebner (= A. vineälis With.). Aehnlich, aber meist lebhaft graugrünund starrer. An sonnigen Stellen, in Weinbergen.

var. varians Aschers, et Graebner (= A. pallida Schkuhr). Aehnlich, aber die Hüllspelzen bleich bisstrohfarben.

var. hybrida Schur (= A. hybrida Gaud.) Aehnlich, aber die Aehrchen ansehnlich. Hüllspelzen bisüber 3 mm lang. Selten.

var. pusilla Aschers, et Graebner (= A. alpfna Leysser, = A. pusi'lla Dum.). Pflanze niedrig, kaumüber 1 dm hoch. Rispe kurz, zusammengezogen, wenigährig. Gebirgsform.

var. pudi'ca Doli. Granne kurz, gerade, das Aehrchen nicht überragend.

var. muticä Gaud. Deckspelze unbegrannt. Erinnert an A. alba, unterscheidet sich davon aberdurch die borstlich zusammengerollten unteren Blätter.

var. stolonifera Blytt. Grundachse mit verlängerten Ausläufern, lockere Rasen bildend.

A. canina ist als ein Unkraut der Streuewiesen zu bezeichnen. Wie das gemeine Rispengras (Pda triviälisE.) bildet es vermöge der feinen oberirdischen Kriechtriebe auf dem Erdboden einen dichten Filz, unter welchemdie besseren Streuepflanzen stark zu leiden haben.

191. Agrostis alpfna Scop. (= A. festucoides Vill., = Trichodium rupestre Schrad.).

Alpen-Straussgras. Tafel 28, Fig. 1.

Ausdauernd, 12 bis 30 (40) cm hoch, meist dicht rasenbildend, unterirdisch kriechend.Triebe meist durchbrechend. Stengel in der Regel knieförmig aufsteigend, glatt, kahl. Blätterhäufig graugrün, steif, meist borstlich zusammengefaltet, die stengelständigen oft flach, nichtüber 1 mm breit. Blattscheiden am Grunde zuletzt sich in ein braunes, dichtes Fasernetzauflösend. Rispe locker ausgebreitet oder nach der Blüte (oft fast ährenförmig) zusammen-gezogen. Rispenäste geschlängelt, die untern zu 3 bis 1, wie die Aehrchenstiele rauhbehaart (bei Lupenvergrösserung, besonders wenn man die Rispe gegen das Licht hält,deutlich zu sehen!). Aehrchen meist schwarzviolett, 3.5 bis 4 mm lang, am Ende derRispenäste gehäuft. Hüllspelzen bis 4 mm lang, die untere einnervig, obere dreinervig.Deckspelzen häutig, grünlich mit weissem Rand, fünfnervig, zweispitzig. Granne auf demRücken über dem Grunde der Deckspelze entspringend (in 1 /g bis 1 js Höhe), gekniet, am